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DFF startet Filmbildungsprojekt zu Fassbinders Werk

Geschrieben von Peter Gutting am 19. April 2022

Mit seinen mehr als 40 Filmen, die der mit 37 Jahren 1982 jung gestorbene Rainer Werner Fassbinder in den 1960er, 1970er und frühen 1980er Jahren drehte, gilt er als einer der herausragenden Vertreter des Neuen Deutschen Films. Der umfangreiche Schriftgutnachlass des Regisseurs, der 2018 in die Obhut des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum überging, ist ein Schatz der jüngeren deutschen Filmgeschichte, den es aus vielerlei Perspektiven zu heben gilt.Welche Rolle nehmen die Filmwerke Fassbinders heute speziell bei jungen Menschen ein? Mit welchen Fragestellungen erschließen sich Jugendliche und junge Erwachsene das Werk eines Regisseurs, der für seine kreative Unangepasstheit und künstlerische Radikalität ebenso bekannt war wie für die unermüdliche Beschäftigung mit gesellschaftlichen Verhältnissen, queeren und migrantischen Lebensrealitäten und deutscher Geschichte im Allgemeinen?

Das von der Art Mentor Foundation Lucerne sowie dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain und der Rainer Werner Fassbinder Foundation geförderte Projekt „Encounter RWF / RWF entdecken“ hat sich zum Ziel gesetzt, in den kommenden zwei Jahren herauszufinden, mit welchen Vermittlungsformaten die Filme Fassbinders einer jungen Generation heute nahegebracht werden können. Sechs Filmvermittlungsteams in fünf europäischen Städten (Frankfurt am Main, Berlin, Wien, Paris und Zürich) werden sich zusammen mit Gruppen junger Menschen, ob Schüler, freie Jugendgruppen oder Studierende, mit Fassbinders Werk auseinandersetzen. Dafür werden unterschiedliche Filmvermittlungsformate entwickelt, die innovative, auch künstlerische Zugänge zur Sammlung und deren auratischen Objekten legen. Zu den Vermittlern und Künstlern gehören: Uwe Dierksen und Barbara Dierksen (Frankfurt am Main), Prof. Alejandro Bachmann und Stefan Huber (Wien), Verena von Stackelberg und Dr. Brigitta Wagner (Berlin), Dr. Martin Ganguly (Berlin), Stefanie Schlüter (Zürich) und Nathalie Bourgeois (Paris).

Die Filmvermittler werden dabei von verschiedenen Persönlichkeiten begleitet, die ihre Sicht auf Fassbinders Filmschaffen kreativ in die Projekte einbringen. Dazu gehört etwa die Filmkünstlerin und Professorin für Film, Jyoti Mistry, der Filmjournalist Jan Künemund sowie die Filmemacherin und Künstlerin Alex Gerbaulet. Dr. phil. Manuel Zahn, Professor für Ästhetische Bildung, wird die Entwicklung der Vermittlungsformate reflektierend begleiten.

„Filmkunst verdient es, ebenso wie Theater, Kunst und Literatur, einem jungen Publikum nahegebracht zu werden. Die Theaterstücke Fassbinders werden weiterhin auf Bühnen in der ganzen Welt gespielt, denn deren Themen sind hochaktuell. Dass dies auch für die Filme gilt, muss noch sichtbarer gemacht werden. Ich freue mich, dass das DFF sich dieser wichtigen Aufgabe annimmt und so auch die Sammlung eine neue, innovative Zugänglichmachung erfährt“ sagt die Präsidentin der Rainer Werner Fassbinder Foundation, Juliane Maria Lorenz-Wehling.

Die Auseinandersetzung in allen sechs Gruppen basiert dabei immer auf einer intensiven Beschäftigung mit den vielfältigen Sammlungsobjekten zu Fassbinders Wirken bei mehrtägigen Forschungsbesuchen im Archiv- und Studienzentrum des DFF in Frankfurt, die im Frühsommer stattfinden werden. Auf Basis der Archivbesuche entwickeln die Teams ihre individuellen Vermittlungsformate und Projekte, die sie sich im Juli bei einer gemeinsamen Tagung gegenseitig vorstellen. Von August an haben die Gruppen dann ungefähr ein Jahr Zeit, ihre Vorhaben zu finalisieren und an den jeweiligen Orten umzusetzen, bevor sie auf einer weiteren Tagung im Sommer 2023 umfangreich gemeinsam reflektiert werden. Eine Publikation, die im Februar 2024 erscheinen soll, wird schließlich alle Ergebnisse des Projekts bündeln und auf eine kreative Art und Weise anschaulich machen.

Die Projektleitung bei „Encounter RWF“ bilden Christine Kopf (Leitung Abteilung Filmbildung des DFF) und Prof. Alejandro Bachmann (Filmarbeiter, Gastprofessor für Film- und Mediengeschichte an der Kunsthochschule für Medien Köln) sowie Niels Deimel (Projektkoordinator im DFF).

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DFF startet Filmbildungsprojekt zu Fassbinders Werk

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Start: 01.01.1970