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Fast & Furious: Hobbs & Shaw

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 5. August 2019

Wenn man zu einer erfolgreichen Filmreihe einen Spin-off drehen möchte, so hat dies in den allermeisten Fällen nur einen Grund. Das verantwortliche Studio möchte auch den letzten Dollar aus dem Zuschauer herauspressen, da diese allzu oft den Hals einfach nicht voll genug bekommen können. Im Falle von „Fast & Furious: Hobbs & Shaw“ muss man diese Meinung nun allerdings revidieren, denn wo das Franchise rund um schnelle Autos in der Vergangenheit bereits Spaß gemacht hat, da steht diese geballte Action alledem in kaum etwas nach.

Die MI6-Agentin Hattie Shaw (Vanessa Kirby) sollte ursprünglich zusammen mit ihrem Team nur ein gefährliches Virus in Sicherheit bringen, doch dieser Plan ging gehörig schief. Plötzlich erschien der internationale Terrorist Brixton (Idris Elba) auf der Bildfläche, schaltete fast alle aus, doch Hattie konnte fliehen. Zu allem Überfluss sieht es nun allerdings so aus als hätte sie das Virus gestohlen, woraufhin kurzerhand Secret-Service-Agent Luke Hobbs (Dwayne Johnson) und Ex-Elitesoldat Deckard Shaw (Jason Statham) völlig unabhängig voneinander beauftragt werden, Hattie zu finden und das Virus zurückzubringen.

Natürlich dauert es nicht lange und die beiden Alpha-Männchen treffen aufeinander, doch obwohl jeder ein Einzelgänger ist und den Fall am liebsten ohne fremde Hilfe lösen möchte, kommen sie doch gegen Brixton nicht an. Dieser ist nämlich ein hochgezüchteter Elitesoldat, der nicht nur mit einem Computer vernetzt ist, sondern auch mit jeder Menge technischer Implantate mit ungeahnter Stärke auftrumpfen kann. Gezwungener Maßen müssen beide schließlich zusammenarbeiten, um das Virus zu finden und die Welt einmal mehr vor der Vernichtung zu bewahren.

In den letzten Filmen des „Fast & Furious“-Franchise waren Dwayne Johnson (Jumanji – The Next Level) und Jason Statham (Transporter) bereits eine sichere Bank, denn beide konnten nicht nur in den zahlreichen Actionsequenzen überzeugen, sondern vor allem mit dieser gewissen Art sich einander nicht ausstehen zu können. Für Universal Studios war dies eine Möglichkeit noch mehr Geld zu generieren, denn was wäre, wenn beide kurzerhand ihren eigenen Film bekämen, um zukünftig Bösewichte auch ohne das große Team zur Strecke zu bringen?

Für Regisseur David Leitch (Atomic Blond) und Drehbuchautor Chris Morgan (Fast & Furious 9) eine interessante Herausforderung, bei der man im Grunde fast nur verlieren kann. Die Fans der Reihe haben eine gewisse Vorstellung wie es weiter geht, als verantwortlicher Autor möchte man aber einfach nicht weitermachen und die Figuren ihren eigenen Weg gehen lassen. Genau dies ist beiden in „Fast & Furious: Hobbs & Shaw“ zum Großteil nun auch gelungen, denn die Familie der beiden rückt wesentlich mehr in den Vordergrund als zuvor.

Bei Hobbs nimmt das private mit seiner liebevollen Tochter insbesondere am Anfang einen großen Teil der Geschichte ein, im Leben von Shaw kommt nun die Schwester zur Geltung, welche eine ähnlich schlagkräftige Karriere wie seine Mutter und er eingeschlagen hat. Sieht man von diesen beiden Gemeinsamkeiten einmal ab, sind beide grundverschieden, was uns insbesondere am Anfang sehr deutlich gemacht wird. Während beide pünktlich um 6 Uhr morgens aufstehen, trinkt Shaw erst einmal eine Packung roher Eier und widmet sich anschließend seinem Hanteltraining. Shaw dagegen brät sich gemütlich seinen Speck in der Pfanne, trinkt seinen Espresso und steigt anschließend im Maßanzug in seinen Porsche ein.

Natürlich kommt schon wenig später der typische Stil der „Fast & Furious“ Reihe zur Geltung, wenn man nicht nur von einem Kontinent zum nächsten springt, sondern dabei auch noch jede Menge wilde Actionsequenzen zu meistern hat. Egal ob dies der Sprung vom Hochhaus ist, abgedrehte Verfolgungsjagden oder gegen Ende ein sehr seltsames doppeltes Finale, das man sich lieber hätte sparen sollen. Der Puls ist dabei stets am Anschlag, es sieht gut aus und die beiden Helden haben sichtlich Spaß die Dinge zu meistern. Die Sprüche und One-Liner fliegen einem dabei wie am Fließband um die Ohren, denn die Unterschiede der beiden und die unterschwellige Hass-Liebe werden doch stets mit jeder Menge Witz begleitet.

Natürlich ist bei „Fast & Furious: Hobbs & Shaw“ nicht alles Gold was glänzt, was insbesondere in so manchem Punkt dann doch deutlich auffällt. Ein Großteil der Actionsequenzen sind am Computer entstanden und auch wirklich zu erkennen, in Punkto Logik kann man so manches Mal nun wirklich nur den Kopf schütteln. Vom Hochhaus springen und dabei mit den Händen am Seil runterrutschen (!) ist eine Sache, aber wenn man sich ganze zehnminütige Actionsequenzen sparen könnte, wenn man einfach mal mit seinem Jeep und dem Hubschrauber im Schlepptau durch eine Baumgruppe fahren würde (hohe Bäume, Rotorblätter…hallo?), gibt dann doch etwas zu denken.

Trotz vieler Bedenken schafft es Regisseur David Leitch mit „Fast & Furious: Hobbs & Shaw“ ein interessantes Spin-off auf die Beine zu stellen, das einmal mehr von den beiden ungleichen Charakteren und den vielen Actionsequenzen lebt. Für einen Männerabend absolut zu empfehlen.

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Länge: 137 min

Kategorie: Action, Adventure

Start: 01.08.2019

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Fast & Furious: Hobbs & Shaw

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 137 min
Kategorie: Action, Adventure
Start: 01.08.2019

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