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A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 7. August 2019

Im Bereich der Animationsfilme gibt es schon länger kaum noch innovative Neuerungen, stattdessen setzen die Studios vielmehr auf bekannte Marken, um das Risiko eines Flops an den Kinokassen weitestgehend zu reduzieren. Im Falle von „Toy Story“ (1996) war die Geschichte eigentlich mit dem (finalen) dritten Teil (2010) vor neun Jahren auserzählt, warum nun also eine erneute Fortsetzung?

Teenager Andy spielt schon lange nicht mehr mit seinem Spielzeug und so werden Cowboy Woody (Tom Hanks), Space-Ranger Buzz Lightyear (Tim Allen) und viele andere Figuren an die Nachbarstochter Bonnie (Madeleine McGraw) weitergereicht. In seinem neuen Zuhause muss sich Woody nun umgewöhnen, denn wo dieser in der Vergangenheit der Tonangeber und Lenker im Kinderzimmer war, muss er diese Rolle nun an eine Puppe abtreten. Eines Tages kommt mit Forky (Tony Hale) eine weitere Figur in besagtes Kinderzimmer, doch die Gabel mit den aufgeklebten Augen steckt in einer tiefen Sinnkrise.

Eben diese Sinnkrise versucht Woody zu beheben, doch eines Tages ergreift Forky bei einem Familienausflug die Flucht. Da Woody ihn mit seinem Schicksal nicht allein lassen will, rennt er nicht nur hinterher, sondern hinein in ein unglaubliches Abenteuer. Zusammen erleben sie nun einen Roadtrip, bei dem sie nicht nur auf eine alte Bekannte namens Bo Peep (Annie Potts) treffen, sondern sich auch noch üblen Bauchrednerpuppen erwehren müssen.

Das Pixar Studio stand über viele Jahre hinweg für innovative neue Ideen, für Mut und vor allem dem Willen abseits des Mainstreams neue Dinge zu wagen, auch wenn sich dies manchmal negativ an den Kinokassen bemerkbar macht. Eben diesen Mut lässt man in den letzten Jahren vermissen, denn wo früher noch die erzählte Geschichte im Mittelpunkt stand, rotzt man nun sprichwörtlich eine Fortsetzung nach der anderen raus. Im Falle des neusten „Toy Story“ Ablegers ist dies besonders seltsam, denn war die Geschichte rund um Andy und sein Spielzeug nicht bereits mit dem dritten Teil auserzählt?

Neun Jahre nach besagtem Finale präsentiert man uns nun einen weiteren Film rund um Cowboy Woody, doch in Sachen Marketing braucht man Pixar nichts vormachen. Kurzerhand lässt man die Zahl 4 im Titel weg und präsentiert diesen als „A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando“, was natürlich vor allem den jüngeren Zuschauern suggeriert, es hier mit einem komplett neuen Film zu tun zu haben. Aller Vorbehalte zum Trotz stimmt dies diesmal allerdings auch wirklich, denn bereits in einer kurzen und sehr stürmischen Einleitung (Gewitter…) gibt es noch einmal den Blick zurück, woraufhin das Spielzeug von Andy an die Nachbarstochter Bonnie übergeben wird.

Hier heißt es nun neue Abenteuer zu bestehen, doch anstatt alles noch einmal aufzuwärmen und neu zu erzählen, bekommen wir es nicht nur mit einer richtig runden Geschichte zu tun, sondern vor allem mit jeder Menge Spaß und einem Abenteuer, dass sich sprichwörtlich gewaschen hat. Dabei machen vor allem die zahlreichen neuen Figuren sichtlich Spaß, was man nicht nur an der Gabel namens Forky sieht, die in einer tiefen Sinnkrise steckt, sondern auch an Stuntman Duke Caboom (Keanu Reeves), der mit seinem Running Gag förmlich alles in den Schatten stellt.

Wie in den Filmen zuvor geht es einmal mehr um das Zusammenhalten, um das Bewältigen eines Abenteuers und um die Botschaft, das man alles erreichen kann, wenn man sich nur bemüht und sich gegenseitig unterstützt. Für die älteren unter uns ergeben viele versteckte Querverweise zu den drei vergangenen Filmen weitere interessante Aspekte, für die jüngeren Zuschauer bleibt in erster Linie jede Menge Spaß. Mit seinen rund 100 Minuten ist „A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando“ kurzweilig und dennoch unglaublich unterhaltsam, auf technischer Seite erneut ein Meilenstein im Bereich des Animationsfilms. Seit Jahrzehnten ist Pixar in diesem Bereich das Maß aller Dinge, nun wird die Messlatte erneut ein paar Stufen höher gelegt, woran sich in Zukunft nicht nur die Konkurrenz messen lassen muss, sondern Pixar selber auch.

Mit „A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando“ präsentiert man uns einen inoffiziellen vierten Teil der bekannten Reihe, der allerdings komplett für sich allein stehen kann. Neben einer herausragenden technischen Basis bietet dieser ein Gag-Feuerwerk erster Güte, bei dem sich Jung und Alt gemütlich im Kinosessel zurücklehnen kann. Sehr zu empfehlen.

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Wir vergeben daher 8 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Disney

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Länge: 100 min

Kategorie: Animation, Adventure, Comedy

Start: 15.08.2019

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A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 100 min
Kategorie: Animation, Adventure, Comedy
Start: 15.08.2019

Bewertung Film: (8/10)

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