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Kursk

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 16. Juni 2019

Die schrecklichen Ereignisse der U-Boot-Katastrophe in der Barentssee liegen inzwischen 19 Jahre zurück, doch die damals getätigten Fehler bei der Rettung der Besatzung sind selbst heute noch vielen beteiligten präsent. Regisseur Thomas Vinterberg hat diese Ereignisse zu einem spannenden Drama zusammengeführt, dass zwar nicht vollkommen auf wahren Tatsachen basiert, dennoch aber nett anzusehen ist.

Im August des Jahres 2000 läuft das atomangetriebene U-Boot Kursk zu einer Übung in die Barentssee aus, wo zusammen mit der russischen Nordmeerflotte diverse Manöver erprobt werden sollen. Während der Fahrt löst sich schließlich ein instabiler Torpedo, woraufhin dieser nicht nur explodiert, sondern das U-Boot mit in die Tiefe reißt. Ein Großteil der Mannschaft stirbt bereits in den ersten Minuten, doch Kapitänleutnant Mikhail Averin (Matthias Schoenaerts) kann sich mit einigen Männern in einen unbeschädigten Abschnitt des Bootes retten. Das Wasser ist kalt, Nahrung nicht vorhanden, das Warten auf Rettung beginnt.

Eben diese Rettung kann die russische Marine nicht bieten, denn das einzige Bergungsschiff scheint nicht in der Lage zu sein, zu den Überlebenden vorzudringen. Der britische Kapitän David Russell (Colin Firth) bietet seinem russischen Freund Admiral Gruzinsky (Peter Simonischek) seine Hilfe an, doch dieser muss aufgrund höherer Befehle diese Hilfe ablehnen. Während das Leben der restlichen U-Boot-Besatzung an einem seidenen Faden hängt, spielen sich an der Oberfläche des Meeres politische Machtspielchen ab, die ein jedes Leben gefährden.

Egal ob es „Das Boot“ oder „Jagd auf Roter Oktober“ ist, U-Boot Filme haben zumeist eines gemeinsam. Die angespannte Atmosphäre und eine sich zuspitzende Dramaturgie, an deren Ende zumeist ein Duell zwischen zwei Erfahrenen Seebären ausgetragen wird. Wer mit genau diesen Elementen auch bei „Kursk“ rechnet, der wird bitter enttäuscht, denn Regisseur Thomas Vinterberg (Das Fest) verfilmt vielmehr das Sachbuch „A Time To Die“ von Autor und Journalist Journalist Robert Moore. Natürlich wurde dabei viel Wert auf den Wahrheitsgehalt der damaligen Geschehnisse gelegt, nichts desto trotz wurden Figuren frei erfunden und mit einem entsprechenden familiären Hintergrund versehen, um die Situation an Land entsprechend abzubilden.

Die Ereignisse rund um die Rettung der Mannschaft der Kursk ist inzwischen 19 Jahre her, wer damals die Nachrichten verfolgt hat, der wird auch ganz genau wissen wie dieser Film ausgehen wird. Eben dieser Ausgang erscheint aber auch gar nicht so wichtig, denn das interessante dieser Inszenierung ist vielmehr der damalige Umgang mit der Katastrophe. Auf der einen Seite rund 20 Männer die tief unter Wasser in einem Boot am Grunde des Meeres eingeschlossen sind, auf der anderen zwei erfahrene Admiräle auf Seiten der Russen und der Briten, die zusammen die Besatzung retten möchten, aufgrund politischer Anspannungen aber nicht zusammenarbeiten dürfen.

Die Russen möchten keine Schwäche zeigen und ihr Gesicht nicht verlieren, der NATO ist nur daran gelegen Menschenleben zu retten. Die Anspannungen sind spürbar, beide Seiten möchten am liebsten die Hilfe annehmen und zusammenarbeiten, doch wäre Landesverrat davon die Folge. Das eben dies den Männern unter Wasser ziemlich egal ist, wird gleich in mehrerer Hinsicht verdeutlicht. Die Anspannung ist groß, die leeren Gesichter sind gezeichnet von Kälte, der Tod ist zum Greifen nahe. Leider wird die beklemmende Atmosphäre nie zum Maximum getrieben, denn wo alle Männer in nur einem einzigen Raum zusammen sitzen, ist die Handlungsfreiheit entsprechend eingegrenzt. Stattdessen spielt Vinterberg viel mit Licht und Schatten, wenn er den Raum größer darzustellen versucht als er eigentlich ist, um zumindest etwas Spannung in das Überleben der Männer zu bringen.

Was bei alledem fehlt ist besagte angesprochene Spannung, denn obwohl der Unfall nachvollziehbar ist und man die Rettungsmission interessiert verfolgt, ist der Ausgang doch stets klar. Es dreht sich vielmehr alles um besagte Zusammenarbeit zwischen Briten und Russen, was trotz angespannter politischer Lage dann eben doch irgendwo zu wenig ist.

Mit „Kursk“ präsentiert Thomas Vinterberg eine Aufarbeitung der Ereignisse aus dem Jahre 2000, bei denen ein russisches U-Boot in der Barentssee gesunken ist. Informativ und handwerklich solide, doch hätte der Inszenierung ein wenig mehr Spannung durchaus gutgetan.

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Copyright: Wild Buch Germany

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Länge: 117 min

Kategorie: Action, Drama, History

Start: 11.07.2019

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Kursk

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 117 min
Kategorie: Action, Drama, History
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