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Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 8. April 2019

Van Gogh - An der Schwelle zur Ewigkeit

Über den niederländischen Maler Vincent van Gogh gab es bereits zahlreiche Filme, die sich dem egozentrischen Künstler auf ganz unterschiedlicher Art und Weise gewidmet haben. Regisseur Julian Schnabel konzentriert sich nun auf die Zeit Van Gogh’s in Arles und Auvers-sur-Oise, was vor allem durch Willem Dafoes einmaligem Spiel absolut sehenswert ist.

Van Gogh - An der Schwelle zur EwigkeitParis im Jahre 1888. Der 35-jährige Künstler Vincent van Gogh hat bereits mehr als einhundert Bilder gemalt, doch während diese zumeist in Kneipen und anderen niederen Läden ausgestellt werden, wird ihm der Erfolg nach wie vor verweigert. Stattdessen plagt ihn der Weltschmerz, wenn er sich in seiner kleinen und kühlen Kammer die Wände ansieht, zu malen versucht und dabei immer wieder scheitert. Um dies zu ändern zieht es ihn schließlich in den Süden Frankreichs, ins kleine Dorf Arles.

Dort angekommen blüht er in der freien Natur auf, wo er immer wieder Besuch von seinem Kollegen und Freund Paul Gauguin (Oscar Isaac) erhält. Dennoch lässt der Weltschmerz van Gogh nicht los, was sich nicht nur in seinen Arbeiten niederschlägt, sondern vor allem in seinen zahlreichen Klinikaufenthalten. Als er eines Tages im Jahre 1890 unter ganz rätselhaften Umständen stirbt, hat die Welt einen ihrer größten Maler verloren, ohne sich darüber bereits im klaren zu sein.

Van Gogh - An der Schwelle zur EwigkeitVincent van Gogh, zwischen Genie und Wahnsinn. Diese oder ähnliche Begriffe wurden bereits unzählige Male genutzt, wenn es darum ging den eigensinnigen Künstler zu beschreiben. Warum aber nun ein weiteres biografisches Drama, wo es doch bereits unzählige Dramen und Dokumentationen über den niederländischen Maler gibt? Diese Frage lässt sich diesmal ganz einfach beantworten, denn Maler und Regisseur Julian Schnabel (Schmetterling und Taucherglocke) wählt einen eigenen Ansatz. Schnabel versucht uns die Welt aus den Augen van Goth’s näher zu bringen, was insbesondere aus seiner eigenen Erfahrung als Künstler resultiert.

Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen, denn Julian Schnabel gelingt mit „Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit“ (im Original „At Eternity’s Gate“, benannt nach einem der Bilder) ein einmaliger Film, der sich vor allem mit den Bildern und dem psychischen Zustand des Künstlers auseinandersetzt. Obwohl die Inszenierung anfangs noch recht Trist ist, verändert sich dies sobald es in den Süden Frankreichs geht. Plötzlich wird man mit gelben Feldern konfrontiert, mit dem saftigen grün der Blätter und natürlich mit dem blau des Himmels, der sich immer wieder in den Bildern van Goth‘s wiederspiegelt.

Van Gogh - An der Schwelle zur EwigkeitDer künstlerische Ansatz lässt sich aber auch in der Kameraführung erkennen, wenn Kameramann Benoît Delhomme ganz nah bei seinen Figuren ist und mit einer Handkamera das Gesicht von Willem Dafoe erkundet. Jede Falte ist zu sehen, jede Unebenheit, gleichwohl aber auch jeder Gedanke, wenn dieser plötzlich in die Unendlichkeit abzudriften droht, wenn ihn einmal mehr seine Dämonen einholen. Bei alledem wird nur wenig Wert auf soziale Strukturen gelegt, denn obwohl van Goth immer wieder Besuch von Paul Gauguin und seinem Bruder Theo (Rupert Friend) erhält, wird er doch zum Großteil mit seinen Gedanken und Problemen allein gelassen.

Kenner des Künstlers und einiger der früheren Filme werden nun mit Sicherheit fragen was anders ist und wodurch sich ausgerechnet dieser Film von der breiten Masse unterscheiden soll. Die Antwort lautet Willem Dafoe. Ohne ihn wäre „Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit“ ein Film wie jeder andere geworden, doch mit ihm ist es ein einzigartiges Kunstwerk, dass vor allem durch den Charakterdarsteller getragen wird. Nachdenklich, verschlossen, dann wieder voller Hingabe die Farbe auf die Leinwand auftragend, vermag er die vielen Facetten des eigensinnigen Malers wiederzugeben, was nicht zu unrecht mit einer Oscarnominierung belohnt wurde.

Mit „Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit“ präsentiert Julian Schnabel ein sehenswertes Biopic über den eigensinnigen Künstler, welches sich vor allem van Goth‘s Zeit im Süden Frankreichs widmet. Hervorragend gespielt von Willem Dafoe und eine absolute Empfehlung.

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Copyright: DCM

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Van Gogh - An der Schwelle zur Ewigkeit

Länge: 111 min

Kategorie: Biography, Drama

Start: 18.04.2019

cinetastic.de Filmwertung: (8/10)

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Van Gogh - An der Schwelle zur Ewigkeit

Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 111 min
Kategorie: Biography, Drama
Start: 18.04.2019

Bewertung Film: (8/10)

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