cinetastic.de - Living in the Cinema

The Hole in the Ground

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 8. April 2019

The Hole in the Ground

Im Bereich des Horrorfilms glaubt man alles bereits gesehen zu haben, denn wo es manchmal schwer fällt dem Genre noch etwas Neues hinzuzufügen, ist die Überraschung umso größer, wenn ausgerechnet ein Debütfilm überzeugen kann. Lee Cronins Erstlingswerk „The Hole in the Ground“ feierte seine Premiere beim Sundance Film Festival, wo Zuschauer und Kritiker gleichermaßen davon angetan gewesen waren.

The Hole in the GroundSarah O’Neill (Seána Kerslake) ist eine alleinerziehende junge Frau die mit ihrem Sohn Chris (James Quinn Markey) grade erst an den Rand einer Kleinstadt gezogen ist. Von ihrem Ehemann möchte sie am liebsten so weit weg sein wie nur möglich, denn wo er diese regelmäßig geschlagen hat, war er auch für Chris kein guter Vater gewesen. Im neuen Zuhause soll nun alles anders werden, doch wo dieses am Rande eines Waldes erst einmal von Grund auf renoviert werden muss, ist auch die Beziehung zu Chris etwas angeschlagen.

Eines Tages verschwindet Chris spurlos im nahegelegenen Wald, woraufhin Sarah diesen panisch zu suchen beginnt. Schon bald findet sie einen riesigen Krater inmitten des Waldes, der scheinbar alles zu verschlingen droht. Zuhause ankommend wartet ihr Sohn bereits auf sie, doch hatte sie diesen nicht eben noch gesucht? Neben Panik und Verzweiflung kommen schon bald grausame Tagträume hinzu, die sich nicht nur rund um ihren Sohn Chris drehen, sondern sie selbst auch verrückt erscheinen lassen. Kann Sarah zurück in die Realität finden oder steckt doch mehr hinter ihren Träumen, als man vermuten mag?

The Hole in the GroundFür den irischen Regisseur und Drehbuchautor Lee Cronin (Minutes Past Midnight) kam die Einladung nach Sundance wie gerufen, denn wie könnte man besser einen Debütfilm vorstellen, als auf einem der namhaftesten Festivals der Welt? Sein Horrorfilm „The Hole in the Ground“ wurde vom Publikum mit Wohlwollen aufgenommen, Kritiker waren positiv gestimmt, ein Kinostart für Europa war in greifbarer Nähe.

Was ist an diesem Film nun aber so besonders? Im Grunde erfindet auch Lee Cronin das Genre nicht komplett neu, dennoch versteht er es mit Hilfe eines überschaubaren Budgets irgendwo in der Einöde Irlands einen kleinen aber feinen Schocker zu drehen. Eben dieser Film schafft es mit den Ängsten der Zuschauer zu spielen, wenn die Hilflosigkeit einer jungen Mutter in den Fokus gerückt wird, die sich mehr und mehr von ihrem Sohn distanziert.

The Hole in the GroundFür eben diese Distanz sorgen Tagträume, die schreckliche Visionen beinhalten, die sich um Chris drehen, gleichwohl dafür sorgen das sie sich und ihre eigene Psyche Infrage stellt. Wird sie verrückt? Ist etwas mit ihrem Sohn und kann es sein das sich dieser verändert? Die angespannte Atmosphäre wird durch graue und sehr triste Bilder wunderbar vermittelt, unterstützt durch einen leichten und beängstigenden Score, der sich nahtlos in das gesehene einfügt. Darüber hinaus spielt Lee Cronin viel mit Metaphern, die insgesamt nicht unbedingt herausragend erscheinen, die Geschichte insgesamt aber glaubhaft abrunden. Wenn Sarah beispielsweise vor dem scheinbar bodenlosen Loch im Wald steht, um sich herum das Knacken hört, könnte man fast glauben, dass sich irgendwo dort unten ein alles verschlingendes Maul befindet, das sie und ihren Sohn jederzeit verzehren kann.

Hauptdarstellerin Seána Kerslake (Ein Date für Mad Mary) geht in ihrer Rolle als hilflose Mutter auf, wenn sie panisch immer wieder ihre Umgebung absucht, sich selbst infrage stellt, dann wiederrum ihren Sohn ganz genau beobachtet, könnte dieser sich doch ebenfalls verändert haben. Insbesondere das Einbeziehen der zahlreichen Spiegel ist hier ein ganz besonderer Kniff, denn durch diese gibt man nicht nur der Geschichte gegen Ende hin einen Sinn, man schafft es auch darüber das Verhalten von Sarah aus mehreren Blickwinkeln einzufangen. Ganz anders verhält es sich dagegen mit James Quinn Markey (Mother’s Day), der zumeist wortkarg herum sitzt, unschuldig guckt und den in erster Linie ein sehr zurückgezogenes Spiel auszeichnet.

Mit „The Hole in the Ground“ präsentiert Lee Cronin einen interessanten Debütfilm, der das Genre zwar nicht komplett neu erfindet, mit seiner Atmosphäre aber durchaus zu gefallen versteht.

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Wir vergeben daher 6,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Weltkino

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Mit Facebook Anmelden um zu Posten!

Anmelden
The Hole in the Ground

Länge: 90 min

Kategorie: Horror

Start: 02.05.2019

cinetastic.de Filmwertung: (6,5/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Leser Filmwertung: (nan/10)

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10

Film bewerten!

Gewinnspiele

Gewinne Kinokarten, BluRays, DVDs,
Fan Packages und mehr!

Gleich mitmachen

Info

The Hole in the Ground

The Hole in the Ground

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 90 min
Kategorie: Horror
Start: 02.05.2019

Bewertung Film: (6,5/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Leser Filmwertung: (nan/10)

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10

Film bewerten