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Ein letzter Job

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 8. April 2019

Ein letzter Job

Als im April des Jahres 2015 die Hatton Garden Safe Deposit Company in London ausgeraubt wurde, war dies in allen Nachrichten. Es wurden Goldbarren, Juwelen und Diamanten gestohlen, von den Einbrechern fehlte jede Spur. Genau dieser Raub wurde von Ronnie Thompson in „The Hatton Garden Job“ vor zwei Jahren entsprechend aufbereitet, nun folgt bereits der zweite Film, der sich diesem einmaligen Coup widmet.

Ein letzter JobBrian Reader (Michael Caine) ist ein Dieb der alten Schule. Alle paar Jahre ein Ding drehen, vom Diebesgut leben, nicht durch große Ausgaben auffallen und sich so möglichst unter dem Radar der Polizei bewegen. Als eines Tages allerdings Brians Frau stirbt, möchte dieser ein letztes großes Ding drehen und damit in die Geschichtsbücher der Diebe eingehen.

Zusammen mit seinen vier gleichaltrigen Kumpels Terry Perkins (Jim Broadbent), Kenny Collins (Tom Courtenay), Danny (Ray Winstone) und Carl (Paul Whitehouse) plant er eine Bank in Londons Stadtteil Hatton Garden auszurauben, doch kennen sie sich leider nicht mit modernen Sicherheitssystemen aus. Genau diesen Platz nimmt der junge Nachwuchseinbrecher Basil (Charlie Cox) ein, doch kann man ihn überhaupt trauen? Trotz diverser Probleme gelingt der Einbruch, doch plötzlich ist es schwerer das Diebesgut loszuwerden als eigentlich gedacht.

Ein letzter JobVier ältere Herren die noch einmal ein letztes großes Ding drehen wollen. Was sich auf der einen Seite wie die Handlung einer Komödie anhört, hat sich im Jahre 2015 tatsächlich so zugetragen, was nun bereits zum zweiten Mal entsprechend auf der großen Leinwand aufbereitet wird. Unter der Regie von James Marsh (Die Entdeckung der Unendlichkeit) wird erneut der Artikel von Mark Seal als Drehbuch adaptiert, was sich zum einen sehr verspielt und witzig gestaltet, auf der anderen Seite aber auch seinen nachdenklichen Teil hat, wenn es um Themen wie Trauer und Einsamkeit geht.

Irgendwo zwischen einem nachdenklichen Drama und einer spritzigen Komödie könnte man „Ein letzter Job“ wohl am besten einordnen, denn wo man die von Michael Caine (The Dark Knight) gespielte Figur zumeist nachdenklich dahintrotten und in der Vergangenheit schweifen sieht, geht es ebenso um die zahlreichen körperlichen Probleme älterer Herren. Da sich James Marsh allerdings nie abschließend für ein Genre entscheiden kann, dümpelt die Inszenierung bestenfalls seicht dahin, was aber auch dem Umstand geschuldet ist, dass man in diesem Film Spannung ganz vergebens sucht.

Ein letzter JobDie erste Stunde behandelt im groben die Vorbereitung sowie den anschließenden Einbruch, doch vermag auch zu dieser Zeit kaum etwas Spannung aufzukommen. Das Team bestehend aus Rentnern schwebt zu keiner Zeit in Gefahr, der Einbruch am Wochenende verläuft – zum Großteil – nach Plan und selbst als man etwas umdisponieren muss, scheint der Erfolg vorgezeichnet zu sein. Dazu kommt eine recht gediegene Inszenierung, bei der man den Rentnern beim sehr langsamen Agieren zusehen muss, inhaltsleeren Dialogen beiwohnen darf und sie letzten Endes streiten sieht, was aber auch nur bedingt Folgen hat.

In der zweiten Hälfte des Films dreht sich natürlich alles um die Aufteilung der Beute, um Verrat und natürlich auch um die Ermittlungen der Polizei. Andere Regisseure hätten an dieser Stelle ein spannendes Katz und Maus-Spiel entwickelt, doch James Marsh vermag auch dies nicht zu stemmen. Erneut kommt jede Menge Langeweile auf, die Darsteller schlafen fast im Gehen ein und selbst als Zuschauer fällt es zuweilen schwer dem Film noch etwas positives abzugewinnen.

Mit „Ein letzter Job“ präsentiert James Marsh die Verfilmung eines unglaublichen Einbruchs aus dem Jahre 2015. Viele große Darstellernamen können allerdings auch hier das Fehlen jedweder Spannung nicht kompensieren.

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Wir vergeben daher 5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Studiocanal

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Ein letzter Job

Länge: 108 min

Kategorie: Crime, Drama

Start: 25.04.2019

cinetastic.de Filmwertung: (5/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 108 min
Kategorie: Crime, Drama
Start: 25.04.2019

Bewertung Film: (5/10)

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