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White Boy Rick

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 4. März 2019

White Boy Rick

Auf Hollywood‘s sogenannter Blacklist landen jedes Jahr die vielversprechendsten Drehbücher, die es allerdings bisher nicht geschafft haben verfilmt zu werden. Auf eben dieser Liste fand der Brite Yann Demange auch das Skript zu einer vielversprechenden Geschichte über einen jungen heranwachsenden Mann, der nicht nur nach wie vor hinter Gittern sitzt, sondern mit 14 Jahren auch als jüngster FBI-Informant gilt.

White Boy RickDetroit im Jahre 1984: Der 14-jährige Richard Wershe Jr. (Richie Merritt) wächst in sehr bescheidenen Verhältnissen in einem Vorort von Detroit auf. Sein Vater Richard Wershe Sr. (Matthew McConaughey) verkauft schallgedämpfte Waffen an örtliche Gangster und Drogendealer, während sein Sohn ihm dabei mit wachsender Begeisterung zusieht. Im Grunde soll dies aber auch nur das Sprungbrett zum ersten eigenen Unternehmen sein, denn beide planen schon bald eine ganze Kette von Videotheken zu eröffnen.

Leider kommt alles anders als gedacht und so sitzt Richard Wershe Jr. eines Tages auf dem Rücksitzt eines Polizeiwagens, doch anstatt diesen wegen illegalem Waffenbesitzes festzunehmen, schlagen ihm die beiden Polizisten Snyder (Jennifer Jason Leigh) und Byrd (Rory Cochrane) einen Deal vor. Richard soll zukünftig als Informant für das FBI tätig sein, die örtliche Bande rund um den Drogenboss Johnny „Lil Man“ Curry (Jonathan Majors) bespitzeln und eben diese Informationen an die Polizei weitergeben. Was am Anfang noch als recht interessante Herausforderung beginnt, wird schon bald zum echten Problem, denn Richard steigt in der Unterwelt auf und wechselt plötzlich die Seiten.

White Boy RickVor fünf Jahren sorgte der Brite Yann Demange mit seinem Bürgerkriegsdrama „71: Hinter feindlichen Linien“ für Aufsehen, nun versucht er mit einem Skript von der Blacklist des letzten Jahres den Sprung nach Hollywood zu vollziehen. Für das Drehbuch zeichnen sich die Autoren Andy Weiss (Bigger), Logan Miller (Sweetwater) und Noah Miller (Touching Home – So spielt das Leben) verantwortlich, die einmal mehr eine recht interessante Geschichte schrieben, die auf wahren Ereignissen basiert.

Ein weißer 14-jähriger Junge der in einem Vorort von Detroit Waffen an die örtlichen Drogenbosse verkauft. Was sich im ersten Moment mehr als nur unglaubwürdig anhört, hat sich exakt so zugetragen, was in doppelter Hinsicht erstaunlich wirkt. Für den Newcommer Richie Merritt eine große Rolle an der er wachsen durfte, denn den abgeklärten Waffendealer nimmt man ihm genauso ab, wie den weißen der sich unter Schwarzen absolut wohl fühlt.

White Boy RickEs geht aber nicht nur ums Waffen und Drogen verkaufen, „White Boy Rick“ ist in erster Linie ein Familiendrama das es schafft seine Zuschauer für sich einzunehmen. In leisen Tönen wird vom 14-jährigen berichtet der Drogen verkauft und in diesem Imperium aufsteigt, gleichwohl werden dabei die Gegensätze herausgearbeitet, leidet seine ältere Schwester Dawn (Bel Powley) doch an einer schweren Drogenabhängigkeit. In leisen Szenen wie diesen hinterfragt man die Beweggründe der einzelnen Figuren, denn wo der Vater beispielsweise dem Treiben seines Sohnes ohnmächtig zusieht, schafft es der jüngere Spross nicht die Konsequenzen seines Handelns zu erkennen.

Wo sich insbesondere die ersten zwei Drittel des Films noch um das Dealen und die Rolle als FBI-Informant drehen, bekommt „White Boy Rick“ im letzten Drittel eine gewisse Schwere, denn nun liegt der Fokus auf der Vater-Sohn-Beziehung. Plötzlich können beide sich nur noch durch eine Glasscheibe ansehen, das eigene Handeln wird hinterfragt, gleichwohl verharmlost Yann Demange dann auch wieder die Folgen des gezeigten, sind durch Drogen doch zahlreiche Menschen gestorben und Familien zerbrochen. Eben dieses inkonsequente Handeln mag man ihm auf der Zielgraden hoch anlasten, hat er bis dahin doch einen überaus interessanten Film gedreht.

Mit „White Boy Rick“ präsentiert der Brite Yann Demange eine kaum zu glaubende Geschichte über einen 14-jährigen FBI-Informanten, die sich tatsächlich so zugetragen hat. Sowohl als Drama als auch Familientragödie durchaus zu empfehlen.

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Wir vergeben daher 6,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Sony

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Gewinnspiel: White Boy Rick

Länge: 111 min

Kategorie: Crime, Drama

Start: 07.03.2019

cinetastic.de Filmwertung: (6,5/10)

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Info

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White Boy Rick

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 111 min
Kategorie: Crime, Drama
Start: 07.03.2019

Bewertung Film: (6,5/10)

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