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Mid90s

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 3. März 2019

Mid90s
Der zweimalige Oscarnominierte Jonah Hill kann inzwischen auf über 60 Filme zurückblicken, auf eine Hand voll geschriebener Drehbücher und auf zwei Kurzfilme, mit denen er erste Gehversuche als Regisseur unternahm. Mit dem 90er Jahre Skateboard-Film „Mid90s“ feiert Jonah Hill nun sein Debüt als Regisseur.

Mid90sLos Angeles in den 1990er Jahren: Der 13-jährige Stevie (Sunny Suljic) wächst zu einer Zeit auf, in der man mit Skaten die Welt zu verändern und in der man mit Mixtapes bei Mädels Eindruck zu schinden versucht. Stevies Mutter Dabney (Katherine Waterston) ist alleinerziehend und weiß stets alles besser, sein älterer Bruder Ian (Lucas Hedges) mutiert manchmal zum echten Arschloch, gerät er doch mit diesem stets aneinander.

Zum Glück trifft Stevie eines Tages die Jungs vom örtlichen Skaterladen, wo er sich vor allem mit dem älteren Ruben (Gio Galicia) anfreundet. Dieser macht ihn bekannt mit Ray (Na-kel Smith), Fuckshit (Olan Prenatt) und Fourth Grade (Ryder McLaughlin), die zwar anfangs etwas distanziert sind, sich dem jüngeren aber schnell annehmen. Plötzlich skaten sie zusammen, gehen auf Partys und lernen Mädels kennen. Für den kleinen Stevie öffnet sich eine nie dagewesene neue Welt, doch um Anschluss zu halten, versucht er seine neuen Freunde mit immer waghalsigeren Dingen zu beeindrucken.

Mid90sMit grade einmal 35 Jahren kann Jonah Hill (21 Jump Street) auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken. Er spielte in über 60 Filmen mit, schrieb Drehbücher, fungierte als Produzent und versucht sich nun sogar an seinem Debüt als Regisseur. Für eben dieses Debüt nahm er sich einem ganz besonderen Thema an, welches er nicht nur selbst miterlebt haben könnte, sondern das er vor allem überaus authentisch dem Zuschauer vermittelt.

Gedreht auf 16mm und im 4:3 Format könnte man meinen, dass es sich um alte Aufnahmen aus seiner eigenen Jugend handeln könnte. Die Bilder bestechen durch ihre Farbe, haben dabei aber diesen eigenartigen vergilbten Glanz, als ob man diese soeben erst auf dem Dachboden gefunden hätte. Im direkten Vergleich mit vielen anderen Skaterfilmen geht es hier aber nicht um irgendwelche Tricks, um Stürze oder etwas dergleichen, es geht vielmehr um das Gefühl der damaligen Jugend.

Mid90sHill schafft es wie kein anderer das Gefühl von grenzenloser Freiheit zu vermitteln, vom Entdeckerdrang, wenn man die ersten Gehversuche auf seinem Skatebord unternimmt und damit mehr recht als schlecht die Garageneinfahrt hinunter fährt. Es folgen sinnlose Gespräche mit Freunden auf dem Sofa, Angebereien gegenüber gleichaltrigen Mädels und das eine oder andere Bier, möchte man doch so gern bereits Erwachsen sein. Es ist das Gefühl von Zusammenhalt das aufkommt, das Gefühl alles erreichen zu können, gleichwohl aber auch ein gewisser Lerneffekt, der vor allem durch eine übervorsichtige Mutter dargelegt wird.

Wie so oft im Leben, so überschreitet auch Stevie Grenzen um Erfahrungen zu sammeln, wenn er beispielsweise nach einem schlimmen Unfall mit seinem Skatebord plötzlich im Krankenhaus liegt oder sich des Abends über der Kloschüssel übergibt, ist er doch sturzbetrunken. In Szenen wie diesen möchte man ihn am liebsten an den Schultern packen und wachrütteln, ihm sagen das er einen falschen Umgang pflegt, dann wiederum sieht man alle seine Freunde an seinem Krankenbett und weiß, dass selbst die schlimmsten Typen hier wahre Freunde sein können. Sie alle zeichnet das gleiche Hobby aus, Zusammenhalt und somit eine scheinbar grenzenlose Freundschaft, die selbst durch Moralpredigten der Eltern nur schwer zu erschüttern ist.

Neben dem wunderschönen Drehbuch von Hill muss man aber vor allem die jungen Darsteller erwähnen, welche oft ihr Debüt feierten und die ihre Texte so herrlich locker herüberbrachten, dass man denken könne, dies alles sei einfach so improvisiert. Sie alle bringen das Lebensgefühl dieser Zeit phantastisch herüber, wodurch grade sie ausschlaggebend für den Erfolg des Filmes sind.

Mit „Mid90s“ ist Jonah Hill ein wunderbares Debüt als Regisseur gelungen, verbindet er doch sehenswert das Gefühl von Freiheit der damaligen Jugend mit einmaligen Bildern seines Kameramanns Christopher Blauvelt. Absolut zu empfehlen.

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Wir vergeben daher 8 von 10 Filmpunkten.

Copyright: MFA

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Mid90s

Länge: 85 min

Kategorie: Comedy, Drama

Start: 07.03.2019

cinetastic.de Filmwertung: (8/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 85 min
Kategorie: Comedy, Drama
Start: 07.03.2019

Bewertung Film: (8/10)

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