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Hard Powder

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 3. März 2019

Hard Powder

Der britische Schauspieler Liam Neeson gehört mit seinen 66 Jahren längst zum alten Eisen, dennoch sieht man ihn regelmäßig in auf ihn zugeschnittenen Paraderollen, bei denen brachiale Action an der Tagesordnung steht. In dem Actionfilm „Hard Powder“ dreht sich diesmal alles um einen verstorbenen Familienangehörigen, der einmal mehr gerächt werden muss.

Hard PowderIn einem kleinen verschneiten Skigebiet in den Rocky Mountains zeigt das Thermometer minus zehn Grad, doch trotz dieser eisigen Kälte fühlte sich der störrische Schneepflugfahrer Nels Coxman (Liam Neeson) mit seiner Familie hier pudelwohl. Eben dieses perfekte Glück wird jedoch eines Tages durch einen grausamen Zwischenfall unterbrochen, denn Nels Sohn wird plötzlich tot aufgefunden. Ausschlaggebend soll eine Überdosis Heroin gewesen sein, doch hat dieser doch nie etwas für Drogen übrig gehabt?

Nels geht der Sache auf den Grund, indem er sich den Freundeskreis seines Sohnes ansieht, bis er schließlich erste Indizien dafür findet, das dieser sich mit dem Drogenboss Viking (Tom Bateman) eingelassen haben könnte. Plötzlich dezimiert Nels einen Handlanger nach dem anderen, sodass sich nicht nur hoch oben in den Bergen der Schnee plötzlich rot färbt, sondern die dortige Polizei sogar einen Krieg zwischen rivalisierenden Drogenbanden vermutet. Für Nels kein leichtes Unterfangen der Polizei und den Drogendealern auszuweichen, doch die Rache für seinen Sohn treibt ihn unnachgiebig nach vorn.

Hard PowderVor fünf Jahren präsentierte Regisseur Hans Petter Moland (Erlösung) mit „Einer nach dem anderen“ einen überaus gelungenen Actionfilm in den Bergen Norwegens, der nicht nur mit seiner Rachegeschichte das Publikum begeisterte, sondern insbesondere mit dem dargebotenen schwarzen Humor. Mit „Hard Powder“ dreht er nun das starbesetzte US-Remake seines eigenen Filmes noch einmal neu, doch ist dieser mehr als nur eine bloße Kopie des norwegischen Originals?

Leider nein, denn obwohl man die verschneiten Berge Norwegens gegen ein idyllisches Skigebiet in den Rocky Mountains ausgetauscht hat, ist die Geschichte doch weitestgehend gleich. Man hat einen toten Sohn, einen Vater der diesen rächen will und jede Menge Leichen, die nicht nur seinen Weg pflastern, sondern vor allem den Schnee rot färben werden. Was damals noch am ehesten dem Arthouse Kino in Deutschland präsentiert wurde, ist dank Stars wie beispielsweise Liam Neeson nun einem wesentlich breiteren Publikum zugänglich, was dieser Film zweifelsohne auch verdient hat.

Hard PowderErneut steht eine detaillierte Figurenzeichnung nicht im Fokus des Films, stattdessen wird dem Zuschauer nach einer kurzen Einführung bereits der erste Tote präsentiert, was zumeist ganz witzig dargestellt wird. Eine kurze Texteinblende, ein Kirchenkreuz über der Leiche und schon geht es weiter. Kurze Befragungen von Zeugen und Komplizen, rauf auf den Schneepflug und schon gibt es den nächsten Toten. Was auf der einen Seite etwas eindimensional klingt, bringt auf der anderen durchaus Spaß, auch wenn dieser gestreckt auf 120 Minuten so manche Durststrecke durchmachen muss.

„Hard Powder“ ist zweifelsohne kein schlechter Actionfilm, doch kommt dieser in vielen Punkten dann doch nicht an das Original heran. Das Original war witziger, der Humor war beißender, die Rachegeschichte grausamer. Viele Sympathiepunkte waren seinerzeit zweifelsohne Hauptdarsteller Stellan Skarsgård geschuldet, an den Liam Neeson mit seiner bekannten Performance leider nicht heranreichen kann. Er spielt den zutiefst verzweifelten Vater ganz ohne Frage gut, doch kennt man dieser Figur von ihm leider bereits aus unzähligen anderen Filmen. Der Zuschauer sieht nichts neues, denn Neeson weiß seiner Figur nichts hinzuzufügen, was leider auch dem Drehbuch geschuldet ist.

Mit „Hard Powder“ präsentiert uns Hans Petter Moland das Remake seines eigenen Films. Wo das Original sich vor allem durch Witz und schwarzen Humor auszeichnete, richtet sich das Remake vor allem an das Mainstream Publikum. Kein schlechter Film, aber auch keiner der nachhaltig in Erinnerung bleibt.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Studiocanal

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Hard Powder

Länge: 119 min

Kategorie: Action, Crime, Drama

Start: 28.02.2019

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Hard Powder

Hard Powder

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 119 min
Kategorie: Action, Crime, Drama
Start: 28.02.2019

Bewertung Film: (6/10)

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