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Destroyer

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 17. März 2019

Destroyer

Die australische Oscarpreisträgerin Nicole Kidman kann inzwischen auf über 80 Filme zurückblicken. In ihrem neusten Film namens „Destroyer“ hat diese nun eine eindrucksvolle Wandlung durchgemacht, denn wo man sie optisch kaum wiedererkennt, wurde sie für ihre Rolle als abgewrackte Polizistin sogar mit einer Golden Globe Nominierung als beste Darstellerin bedacht.

DestroyerVor mehr als 17 Jahren war Erin Bell (Nicole Kidman) als verdeckte FBI-Ermittlerin im inneren Zirkel von Gangsterboss Silas (Toby Kebbell) tätig. Damals endete die Observierung in einem gewaltigen Fiasko, bei dem nicht nur Menschen ums Leben kamen, sondern ihre Karriere auch gewaltig den Bach hinunter ging. Heute arbeitet sie mehr recht als schlecht als Polizistin in Los Angeles, doch zwischen Alkohol und Drogen plagen Erin insbesondere Vorwürfe hinsichtlich der damaligen Vorkommnisse, weswegen sie auch von allen Kollegen gemieden wird.

Eines Tages wird Erin zu einem neuen Tatort gerufen, woraufhin bei der ermordeten Person ein bläulicher Hundertdollarschein gefunden wird. Für Erin ist sofort eines klar, denn der damals entkommende Silas ist nun zurück. Auf eigene Faust beginnt sie schließlich die Ermittlungen, doch wo ihr Kollegen nur bedingt bereit sind weiterzuhelfen, weigern sich selbst ihre alten Kontakte in der Unterwelt ihr die nötigen Hinweise zu geben. Für Erin kein Problem, denn ständig davon getrieben vergangenes wieder gutzumachen, erscheint die Verhaftung des gesuchten Verbrechers nur eine Frage der Zeit zu sein.

DestroyerBereits in der ersten Szene beweist Regisseurin Karyn Kusama (Jennifer’s Body – Jungs nach ihrem Geschmack) ihr Gespür für eine kraftvolle und atmosphärische Erzählung, wenn die Kamera ein altes verrostetes Auto unter einer Brücke fokussiert und diese sich langsam auf die darin befindliche Person zubewegt. Fettige zerzauste Haare, ungewaschene Kleidung, tief faltige Haut, eingezwängt in eine alte Lederjacke. Man möchte meinen das man es hier mit einem Junkie zu tun bekommt, mit einem Alkoholiker, doch weit gefehlt. Besagte Person verlässt das Auto, bewegt sich taumelnd auf einen Tatort zu und entpuppt sich schließlich als Polizistin, woraufhin der Zuschauer förmlich vor den Kopf gestoßen wird.

Nicole Kidman (The Hours) verkörpert in „Destroyer“ die Anti-Heldin Erin Bell, eine kaputte und völlig abgehalfterte Polizistin, die eigentlich schon lange aus dem Dienst entlassen worden wäre. Die Figur wirkt distanziert, zum Teil regenrecht abstoßend, doch Karyn Kusama wählt gezielt Rückblicke zu den Ereignissen vor 17 Jahren, wodurch der Zuschauer Einblicke darin erhält, wie Erin zu dem geworden ist was sie heute darstellt. Anfangs ergeben die Rückblenden nur bedingt Sinn, zum Teil verwirren diese sogar, doch mit fortlaufender Handlung gehen die Puzzlestücke ineinander über, sodass die Geschichte langsam stimmig wirkt.

DestroyerDie Geschichte selbst ist aufgebaut wie ein alter Krimi, wenn der Zuschauer sprichwörtlich in den Fall hineingeworfen wird, um anfangs durch eigene Ideen und Rückschlüsse sich zurechtzufinden versucht. Zum Teil ist dies inhaltlich alles andere als stimmig, dann ist man wiederrum durch die dargelegte Atmosphäre so überwältigt, dass der eigentliche Fall zur Nebensächlichkeit wird. Daran haben mit der Zeit einige Wendungen Anteil, spätestens aber ein Kniff am Ende des Films, der alles soeben verarbeitete noch einmal komplett über den Haufen wirft.

Wo die verschachtelte Geschichte nicht unbedingt allen Zuschauern gefallen wird, da ist Hauptdarstellerin Nicole Kidman für die Inszenierung ein echter Gewinn. Selten zuvor hat man von ihr ein so intensives Spiel sehen dürfen, bei dem sie durch ihr Äußeres den Zuschauer förmlich vor den Kopf stößt, ohne das dieser das Interesse an ihrer Figur verliert.

Mit „Destroyer“ präsentiert Regisseurin Karyn Kusama einen intensiven Thriller, bei dem Hauptdarstellerin Nicole Kidman einmal mehr über sich hinauswächst. Absolut zu empfehlen.

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Wir vergeben daher 7 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Concorde

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Destroyer

Länge: 121 min

Kategorie: Action, Crime, Drama

Start: 14.03.2019

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 121 min
Kategorie: Action, Crime, Drama
Start: 14.03.2019

Bewertung Film: (7/10)

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