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The Sisters Brothers

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 11. Februar 2019

The Sisters Brothers

Bis vor wenigen Jahren galt das Western-Genre noch als nahezu tot, denn obwohl sich vereinzelte Filmemacher immer wieder mit Beiträgen dem Genre widmeten, blieben diese im Kino weit hinter den Erwartungen zurück. Die Trendwende kam schließlich mit Western und starken Frauenrollen, mit „The Sisters Brothers“ scheint nun auch der Humor in diesem Genre endgültig zurückgekehrt zu sein.

The Sisters BrothersOregon im Jahre 1851: Die beiden Brüder Charlie (Joaquin Phoenix) und Eli Sisters (John C. Reilly) könnten unterschiedlicher kaum sein, denn wo sich der eine jeden Abend betrinkt, würde der andere am liebsten in den Armen einer liebevollen Frau einschlafen. Leider ist an letzteres nicht zu denken, denn Charlie und Eli sind Auftragskiller für den Commodore, der die ganze Gegend ausnahmslos regiert.

Eines Tages bekommen Charlie und Eli schließlich den Auftrag den Goldsucher Hermann Kermit Warm (Riz Ahmed) zu suchen und zu töten, doch da dieser bereits seit einigen Tagen weitergezogen ist, hat sich John Morris (Jake Gyllenhaal) an seine Fersen geheftet. Dieser arbeitet ebenfalls für den Commodore, doch neben dem beobachten des besagten Goldsuchers, hält sich dieser weitestgehend zurück. Für Charlie und Eli ist dies im Grunde ein Auftrag wie viele andere auch, doch wo beide von einem Schlamassel in den anderen geraten, zweifelt Eli langsam die Rechtmäßigkeit des eigenen Jobs an.

The Sisters BrothersNachdem wir zuletzt die unterschiedlichsten Western mit Frauen im Mittelpunkt gesehen haben, kommt nun ein weitestgehend klassischer Western zurück ins Kino. Eben dieser basiert auf der gleichnamigen Romanvorlage des Kanadiers Patrick DeWitt, dessen vier Bücher zuletzt in aller Munde waren und somit auch die Aufmerksamkeit der Filmindustrie weckten. Für die Adaption zeichnete sich Regisseur und Drehbuchautor Jacques Audiard (Der Geschmack von Rost und Knochen) verantwortlich, der nicht nur den Charme und den Witz der Vorlage übernahm, sondern ebenso so manch unterhaltsame Dialogzeile der Protagonisten.

Bereits in der ersten Einstellung werden sich Liebhaber klassischer Western wie zu Hause fühlen. Es ist Nacht, Charlie und Eli schleichen sich an ein Haus heran, es folgt eine wilde Schießerei und schon ist der Auftrag erledigt. An dieser Stelle sollte man jedoch nicht zu viel erwarten, denn nun wird die Erwartungshaltung des Zuschauers schnell ins Gegenteil umgedreht. „The Sisters Brothers“ ist nämlich ein vergleichsweise ruhiger Film, bei dem es weniger um wilde Schießereien, als vielmehr um den Austausch einzelner Figuren geht. Am Anfang wird „The Sisters Brothers“ daher noch als zweigeteilter Film erzählt, denn während auf der einen Seite Charlie und Eli als Auftragsmörder sind, wird auf der anderen die Geschichte von Warm und seinem Verfolger Morris erzählt.

The Sisters BrothersLetztere fühlt sich zuweilen als kleiner Bremsklotz an, denn wo die Geschichte beider nicht wirklich spannend ist, lenkt sie vom ungleichen Brüderpaar auch zu sehr ab. Eben diese sind auch das Highlight des Films, denn Jacques Audiard übernahm eine Vielzahl von urkomischen Dialogen direkt aus der Vorlage, was visuell entsprechend aufbereitet wurde. Wenn Eli beispielsweise zum ersten Mal seine Zähne putzt oder in San Francisco eine Klospülung sieht, dann kommt man aus dem Grinsen einfach nicht raus.

Gegen Ende des Films werden in „The Sisters Brothers“ noch einmal alle Sehgewohnheiten des Genres auf den Kopf gestellt, denn ohne im Vorfeld zu viel Spoilern zu wollen, es geht noch einmal ums Eingemachte, woraufhin schließlich auch einige Figurenkonstellationen noch einmal über den Haufen geworfen werden. So unterhaltsam dies aber auch ist, einen kleinen Kritikpunkt muss man dann aber doch anbringen. Das Western-Genre verbindet man allgemein mit der endlosen Prärie, mit viel Natur, Steppe und Bergen, wovon hier leider nicht unbedingt viel zu sehen ist. Das liegt vor allem an der gewählten Perspektive von Kameramann Benoît Debie, der oft ganz nah bei seinen Figuren ist und dabei die Umgebung völlig aus den Augen verliert.

Mit „The Sisters Brothers“ präsentiert Jacques Audiard einen sehr ungewöhnlichen Western, der vor allem mit seinen unterhaltsamen Dialogen und zwei einmaligen Hauptdarstellern punkten kann.

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Wir vergeben daher 7 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Wild Buch Germany

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The Sisters Brothers

Länge: 122 min

Kategorie: Adventure, Comedy, Crime

Start: 07.03.2019

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

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The Sisters Brothers

The Sisters Brothers

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 122 min
Kategorie: Adventure, Comedy, Crime
Start: 07.03.2019

Bewertung Film: (7/10)

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