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The Prodigy

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 11. Februar 2019

The Prodigy

In den unterschiedlichsten Horrorfilmen geht es um kleine Kinder die besessen sind, um echte Satansbraten die das Leben ihrer Eltern zur Hölle machen und nicht selten um Individuen, die Kinder beeinflussen und somit zu grauenhaften Taten anstiften können. In Nicholas McCarthy’s neustem Film „The Prodigy“ geht es um eine Vielfalt von Themen, die nicht nur für mehrere Filme ausreichen würden, sondern auch nur schwer zusammenpassen sollen.

The ProdigyDen kleinen Miles (Jackson Robert Scott) könnte man als echtes Wunderkind bezeichnen, denn schon früh kann er erste Worte sprechen, auf eigenen Beinen stehen und Puzzles logisch zusammensetzen. Seine Eltern Sarah (Taylor Schilling) und John (Peter Mooney) sind erstaunt, doch nachdem ihnen eine Schule für außergewöhnliche Kinder die besondere Begabung ihres Sohnes bestätigten, versuchen sie alles nur erdenkliche, um ihren Sohn durch den Besuch auf entsprechenden Schulen zu fördern.

Mit zunehmendem Alter offenbaren sich aber noch ganz andere Leidenschaften von Miles, denn wo er des Nachts in einer seltsamen Sprache spricht und gelegentlich zu Wutausbrüchen tendiert, schlägt er eines Tages mit einem Rohr einen Mitschüler nieder. Für Schulleitung und Eltern ein nicht hinnehmbares Verhalten, doch was ist mit Miles eigentlich los? Eine erste Erklärung könnte der Wissenschaftler Arthur (Colm Feore) haben, der in Miles die Seele eines längst verstorbenen Serienkillers zu erkennen glaubt. Können sie Miles retten oder wird die Seele des Kindes vollends von der stärkeren verdrängt?

The ProdigyIm Bereich des Horrorfilms hat man als regelmäßiger Kinogänger beinahe alles schon einmal gesehen. Besessene Kinder, übernommene Kinder, beeinflusste Kinder und nicht zuletzt die ganz üble Sorte, die bereits böse geboren wurde. Das Drehbuch von Jeff Buhler (Friedhof der Kuscheltiere) könnte man zweifelsohne in die letztere Kategorie einordnen, denn was wäre, wenn man die Wiedergeburt von Seelen aus dem buddhistischen Glauben mit einem Horrorfilm vermischen würde?

Die Idee ist nicht neu und dennoch könnte mit genug Ideenreichtum etwas daraus werden, was im Falle von Nicholas McCarthy’s Regiearbeit leider nicht vollends aufgegangen ist. Das Problem liegt zum einen in der berechenbaren und sehr klischeebehafteten Geschichte, zum anderen aber auch am Versuch alles erklären zu müssen, damit es nur im Ansatz logisch zusammenpassen könnte. Dabei hätte der Film dieses gar nicht nötig gehabt, denn nach einer parallelen Einführung bestehend aus der Geburt eines Kindes und der Ermordung eines Serienkillers, befindet sich der Film erst einmal in einem recht ruhigen Fahrwasser.

The ProdigyDie unterschiedlichsten Figuren werden dem Zuschauer nahe gebracht, man kann die böse Seite von Miles erahnen, bis sich plötzlich die Ereignisse überschlagen. An dieser Stelle verliert „The Prodigy“ nun aber ein Stück weit seine Glaubhaftigkeit, wenn man dem Zuschauer mit dem Wissenschaftler Arthur eine Figur zur Seite stellt, die im Grunde nur dafür da ist, die losen Puzzleteile auch nur im Ansatz beieinander zu halten.

Wo „The Prodigy“ seine Schwächen in der Inszenierung und seinen Figuren hat, da ist dieser im Bereich der Atmosphäre als durchaus solide Arbeit zu bezeichnen. Einige Szenen sind bedrohlich, ganz andere steigern sich langsam zu einer Art Höhepunkt, woraufhin der Film am Ende noch einmal einen inszenatorischen Bogen schlägt, der nicht nur unerwartet kommt, sondern auch auf der auditiven und visuellen Ebene entsprechend aufbereitet wird.

Nicholas McCarthy’s „The Prodigy“ ist ein Horrorfilm der sehr viel sein möchte, sich dann aber durch seine überfrachtete und unglaubwürdige Geschichte auf der Zielgraden überschlägt. Dazu kommt leider der Versuch zu viel erklären zu wollen, was mit einem besseren Drehbuch nicht nötig gewesen wäre.

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Copyright: Splendid Film GmbH

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The Prodigy

Länge: 92 min

Kategorie: Horror, Thriller

Start: 07.02.2019

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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The Prodigy

The Prodigy

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 92 min
Kategorie: Horror, Thriller
Start: 07.02.2019

Bewertung Film: (6/10)

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