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Glass

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 20. Januar 2019

Glass

In einer der ersten Drehbuchfassungen von „Unbreakable – Unzerbrechlich“ (2000) plante Regisseur und Drehbuchautor M. Night Shyamalan noch einen Widersacher mit multiplen Persönlichkeiten ein. Eben dieser Bösewicht tauchte hinterher allerdings in dem eigenständigen Film „Split“ auf, an dessen Ende man nicht nur David Dunn kurz sah, sondern nun auch wusste, dass beide Filme zusammen gehören und noch ein dritter folgen würde. Mit „Glass“ präsentiert Shyamalan nun den Abschluss seiner Trilogie, doch kann dieser Film tatsächlich den hohen Erwartungen der Fans gerecht werden?

GlassFür David Dunn (Bruce Willis) waren die letzten Jahre nicht unbedingt gut verlaufen. Seine Frau starb an Krebs, seinen Sohn musste er fortan allein großziehen und ganz nebenbei versuchte er auch noch die Stadt von Kriminellen zu befreien, die allerdings nicht weniger werden. Zusammen mit seinem Sohn Joseph (Spencer Treat Clark) betreibt er nun eine kleine Sicherheitsfirma, die tagsüber Alarmanlagen und Schlösser verkauft, während er sich des Nachts als Rächer der Schwachen einen Namen macht, kann er doch durch eine bloße Berührung Kriminelle erkennen und diese anschließend mit seinen Fäusten ausschalten.

Eines Tages macht Dunn jagt auf einen ganz besonderen Kriminellen, denn eben dieser hat nicht nur zahlreiche junge Frauen entführt, sondern leidet ganz nebenbei auch noch an einer dissoziativen Identitätsstörung, stecken in ihm drin doch die verschiedensten Identitäten, die in regelmäßigen Abständen an die Oberfläche treten. Eines Abends treffen beide aufeinander, doch anstatt ihn zu erledigen, werden beide von einer Vielzahl an Polizisten gefangen genommen. Fortan leben beide in einem abgeschotteten Flügel einer psychiatrischen Einrichtung, in der ganz nebenbei auch Mr. Glass (Samuel L. Jackson) untergebracht ist.

GlassNach seinem überaus erfolgreichen Film „Sixth Sense“ (1999) konnte sich M. Night Shyamalan nahezu alles erlauben, umso ernüchternder viel dann schließlich der Kommentar von Disney aus, als Shyamalan nur ein Jahr später seinen Comicfilm „Unbreakable – Unzerbrechlich“ präsentierte, der zum Teil weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Zwischen dem Regisseur und Disney kam es zum Streit, woraufhin er schließlich „Split“ vollkommen aus eigener Tasche bezahlte. Der Erfolg blieb nicht aus, die verschiedensten Studios rissen sich erneut um ihn, doch Shyamalan blieb stark. Auch „Glass“ produzierte er erneut selber, wodurch er nicht nur jede Menge künstlerischen Freiheiten erhielt, sondern auch thematisch ordentlich gegen frühere Studios austeilen konnte.

So sehr man sich nun aber auch einen runden Abschluss gewünscht hätte, so sehr bleibt „Glass“ zuweilen hinter den Erwartungen der Fans zurück. Insbesondere die erste Stunde gestaltet sich als überaus zähe Angelegenheit, wenn wir unsere Protagonisten in der Irrenanstalt beobachten (erinnert sehr an das Arkham Asylum aus Batman) und an diversen Gesprächen mit Dr. Ellie Staple (Sarah Paulson) teilhaben dürfen, die hier als Physiologin auftritt. Das alles ist nicht unbedingt spannend, zieht sich zuweilen wie Kaugummi in die Länge, wodurch insbesondere „Glass“ als eigenständiger Film sämtliche Dynamik abhanden kommt.

GlassSieht man „Glass“ in seinem großen Kontext einer Trilogie, so ergeben sich einige spannende Erkenntnisse, die insbesondere als Überleitung zu den beiden anderen Filmen dienen. Über die Figur von David Dunn kann der Zuschauer einige neue Details erfahren, aber auch über Kevin Wendell Crumb und wie dieser zu seinen zahlreichen Identitäten kam. Letzterer darf als großer Höhepunkt gewertet werden, denn James McAvoy geht in der Rolle nicht nur erneut vollkommen auf, er kann die verschiedensten Identitäten auch absolut glaubhaft verkörpern.

Ein wenig enttäuschend entpuppt sich vor allem der in die Jahre gekommene Bruce Willis, der nicht nur überaus behäbig wirkt, sondern zuweilen auch recht lustlos. Ähnlich enttäuschend sind aber auch viele Randfiguren ausgefallen, denn wo Joseph nur bedingt etwas beizutragen hat, wirkt selbst Casey (Anya Taylor-Joy) bestenfalls als Lückenfüller, war sie doch Crumbs Ex-Opfer aus „Split“.

Mit dem Abschluss seiner Trilogie kann M. Night Shyamalan leider nur im Ansatz wirklich überzeugen, denn wo sich zuweilen interessante Details und Übergänge zu den anderen beiden Filmen ergeben, ist „Glass“ als eigenständiges Werk einfach zu zäh. Den hohen Erwartungen der Fans kann Shyamalan so leider nicht gerecht werden.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Disney

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Glass

Länge: 129 min

Kategorie: Drama, Mystery, Sci-Fi

Start: 17.01.2019

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 129 min
Kategorie: Drama, Mystery, Sci-Fi
Start: 17.01.2019

Bewertung Film: (6/10)

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