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Fahrenheit 11/9

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 20. Januar 2019

Fahrenheit 11/9

Wie konnte das nur passieren? Genau diese Frage stellten sich im November des Jahres 2016 nicht nur Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten, sondern ebenfalls der Oscar-Gewinner Michael Moore. In seiner Dokumentation „Fahrenheit 11/9“ begutachtet er nun wie es zum Wahlsieg von Donald Trump kommen konnte, was aus Amerika wurde und welche politischen Veränderungen bereits jetzt im Gange sind.

Fahrenheit 11/9Seit seiner großartigen Dokumentation „Fahrenheit 9/11“ ist Michael Moore nicht mehr viel gelungen, denn wo seine bissige Art und Weise Dinge anzuprangern inzwischen weltweit bekannt ist, waren die Folgethemen seiner dokumentarischen Arbeiten inhaltlich auch nicht unbedingt spannend. Mit „Fahrenheit 11/9“ sieht dies nun wieder ganz anders aus, denn Inhalt dieser Dokumentation ist ausgerechnet US Präsident Donald Trump, der sein Land und auch die Weltpolitik wie kein anderer spaltet. America First ist einer seiner markanten Sprüche, doch wie konnte ein Wahnsinniger wie er überhaupt an die Macht kommen?

Genau dieser Frage geht Michael Moore nach, wenn er am 8. November 2016 beginnt Fernsehausschnitte und Zeitungsartikel vorzustellen. Donald Trump hat keinerlei Chance auf den Wahlsieg, selbst die New York Times beziffert seine Chancen mit mageren 15% und schon gewinnt Herausforderin Hillary Clinton einen Wahlkreis nach dem anderen. Die Wahlsiegparty ist bereits im Gange, die Demokraten sehen sich bereits als großen Gewinner, doch plötzlich holt Donald Trump auf. Die Auszählung ist zäh, zieht sich über die ganze Nacht hin und am nächsten Morgen hat man traurige Gewissheit. Donald Trump ist der nächste Präsident der Vereinigten Staaten, jener Mann der selber eigentlich gar nicht gewinnen wollte und wer ist schuld? Angeblich Gwen Stefani!

Fahrenheit 11/9Die ersten werden sich nun die Augen reiben, ganz andere Fragen nach, doch auch hierfür hat Michael Moore eine Erklärung. Alles fing an als Donald Trump erfuhr das Gwen Stefani mehr Gage vom Fernsehsender erhält als er, woraufhin er jede Menge Statisten anheuerte, sich als US Präsident darstellte und so zeigen wollte, dass er wesentlich mehr Fans hat und somit auch mehr Geld verdienen sollte. Das Jubeln gefiel ihm, wieso also nicht wirklich kandidieren? Es folgt ein grob umrissener Wahlkampf der aus Beleidigungen besteht, es werden die Gegner kurz umrissen und schließlich wieder Trump als Sieger in Pose gestellt.

Mit „Fahrenheit 11/9“ liefert Michael Moore aber keine reine Anti-Trump Dokumentation ab, sondern er zeigt gleichwohl auf, welche Fehler die Demokraten im Wahlkampf gemacht haben. Sie seien zu selbstverliebt gewesen, sahen es nicht als notwendig an zum Volk zu gehen, was gleichzeitig ihr Untergang war. Trump überflügelte sie, holte Stimmen bei den Armen und ausgebeuteten, die ein wenig Hoffnung auf Veränderung und auf ein besseres Leben sahen. Wer aber sind diese Wähler, die entgegen jedweden Meinungsforschungen das Kreuz plötzlich an einer anderen Stelle machten?

Fahrenheit 11/9Auch dieser Frage geht Michael Moore nach, wenn er aufs Land fährt, mit eben diesen Menschen das Gespräch sucht und gleichzeitig erfahren muss, dass einige der damaligen Wähler plötzlich hinter die Fassade eines Donald Trump blicken konnten. Es werden aber auch wieder Fehler der Demokraten aufgezeigt, was am Beispiel der kleinen Stadt Flint am besten verdeutlicht wird, sind dort doch 12 Menschen an Bleiverseuchten Wasser gestorben und hunderte erkrankt. Die Demokraten sahen es als nicht nötig an vor Ort etwas zu machen und selbst Präsident Obama der angeblich von diesem Trinkwasser trank, wurde der Lüge überführt.

So interessant „Fahrenheit 11/9“ aber auch ist, so häufig schweift Michael Moore hier leider ab, wenn er immer wieder urplötzlich ganz andere Themen in den Mittelpunkt rückt. Zuweilen kann man dadurch eine gewisse Breite von Meinungen und Problemen des amerikanischen Volkes erkennen, dann fühlt man sich wieder wie in einer wilden Achterbahnfahrt, haben einige Dinge doch kaum etwas miteinander zu tun. Aus diesem Grund ist „Fahrenheit 11/9“ mit fast 130 Minuten auch recht lang ausgefallen, wollte Moore doch auf kaum etwas verzichten.

Mit „Fahrenheit 11/9“ findet Michael Moore zu alter Stärke zurück, wenn er in seiner gewohnt bissigen Art und Weise die Fehler der Demokraten aufzeigt und Donald Trump der Lüge überführt. Eine sehenswerte Dokumentation, auch wenn diese zuweilen völlig überfrachtet ist.

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Copyright: Weltkino

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Fahrenheit 11/9

Länge: 128 min

Kategorie: Documentary

Start: 17.01.2019

cinetastic.de Filmwertung: (6,5/10)

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Info

Fahrenheit 11/9

Fahrenheit 11/9

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 128 min
Kategorie: Documentary
Start: 17.01.2019

Bewertung Film: (6,5/10)

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