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Chaos im Netz

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 20. Januar 2019

Chaos im Netz

Mit ihrem Animationsfilm „Ralph reichts“ konnte Disney im Jahre 2012 einen echten Publikumsliebling landen, denn wo sich die kleineren Zuschauer in die Figuren und den Witz verliebten, durften alle älteren in der eigenen Vergangenheit schwelgen, wurde man doch mit allerhand Spielautomaten der 1980er Jahre konfrontiert. Mit „Chaos im Netz“ folgt nun der langersehnte Nachfolger, doch kann dieser tatsächlich an den Erfolg des ersten Teils anknüpfen?

Chaos im NetzDie beiden Arcade-Figuren Ralph und Vanellope sind bereits seit langer Zeit beste Freunde, doch wo sich Ralph mit seinem Leben abgefunden hat, versucht Vanellope gegen die Einöde ihres Lebens anzukämpfen. Um seine beste Freundin auf andere Gedanken zu bringen, versucht Ralph schließlich eine seiner genialen Ideen in die Tat umzusetzen. Kurzerhand baut er ihr eine Art Bonus-Level in eine ihrer Strecken ein, was anfangs jede Menge Spaß verspricht, dann jedoch in einem Unfall endet. Bei besagtem Unfall geht das Lenkrad ihres Spiels kaputt, woraufhin der Spielladenbesitzer Mr. Litwak kurzerhand beschließt, ihren Spielautomaten in Rente zu schicken.

Zum Glück hat sein Laden seit kurzem einen Internetanschluss, woraufhin sich Ralph und Vanellope nun in die Weiten des Internets begeben, um dort ein neues Lenkrad zu besorgen. Nach einer kurzen Phase der Orientierung finden sie dieses schließlich bei einer der größten Auktionsplattformen, doch nach dem Kauf für 27.000 Dollar fehlt es schließlich am nötigen Kleingeld. Beiden bleiben nun 24 Stunden um das Geld zu besorgen, sonst wird ihr Gebot annulliert.

Chaos im NetzWenn man seine Figuren die Welt des Internets erforschen lässt, kann vieles schief gehen. Genau dies mussten im letzten Jahr die Macher von „Emoji – Der Film“ erfahren, doch die Regisseure Phil Johnston (Zoomania) und Rich Moore (Futurama) haben aus den Fehlern gelernt. Anstatt eine langweilige Geschichte mit jeder Menge Product-Placement zu präsentieren, setzen diese auf die Stärke ihrer jeweiligen Figuren, woraufhin der Spaß fast von ganz allein kommen soll.

Der Umstieg von der wunderbaren Arcade-Welt der 1980er Jahre in die Neuzeit war alles andere als einfach und dennoch ist dies Johnston und Moore in doppelter Hinsicht gelungen. Auf der einen Seite werden die älteren Zuschauer mit Internet-Diensten wie Ebay, Wikipedia und diversen Sozialen Netzwerken konfrontiert, auf der anderen entwickeln sich die bekannten Figuren insofern weiter, als das ein nächster Schritt in ihrem jeweiligen Leben erkennbar ist und die jüngeren Zuschauer noch immer jede Menge zu lachen haben.

Chaos im NetzLetzteres gestaltet sich vor allem in Bezug auf die Interaktion mit dem Internet glänzend, wenn Ralph und Vanellope sich beispielsweise in eine wilde Bieterschlacht auf Ebay hineinsteigern und im nachhinein erst erkennen müssen, das sie dafür eigentlich Geld benötigen. Im Zeitalter des Internets kann man sehr viel Geld in kurzer Zeit generieren, doch ist das tatsächlich so einfach wie man es uns glauben machen will? Auch dafür hat „Chaos im Netz“ die nötigen Antworten, wenn Ralph versucht sich als Internetstar ein Leben aufzubauen, Klicks zu generieren und Vanellope sich stattdessen in ein neues Rennspiel verliebt, welches nicht ungefähr ein wenig an GTA erinnert.

Die jeweiligen Figuren entwickeln sich weiter, lernen hinzu, machen Fehler, um diese wiederrum zu berichtigen. Das im Internet nicht alles nur positiv verläuft, wird uns gleich in mehrfacher Hinsicht verdeutlicht. Das Thema der Hasskommentare wird in den Mittelpunkt gestellt, das Dark-Net bekommt seinen Platz und sogar Viren werden thematisiert, wodurch vor allem jüngere Zuschauer mit einfachen Mitteln sensibilisiert werden.

In technischer Hinsicht ist „Chaos im Netz“ wunderschön anzusehen, die Musik ist stets passend und spätestens wenn Vanellope den bekannten Disney Prinzessinnen gegenübersteht, könnte man meinen das Disney selbst erkannt hat ein neues Zeitalter einzuläuten. Die Zeit von langen blonden Haaren und schönen Kleidern ist vorbei, tretet beiseite, denn nun kommen die selbstbewussten jungen Damen, die sich von niemanden etwas sagen lassen…

Mit „Chaos im Netz“ präsentieren Phil Johnston und Rich Moore einen gelungenen Nachfolger von „Ralph reichts“. Wunderschön anzusehen, witzig und erneut eine Empfehlung für Jung und Alt.

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Wir vergeben daher 7,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Disney

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Chaos im Netz

Länge: 112 min

Kategorie: Animation, Adventure, Comedy

Start: 24.01.2019

cinetastic.de Filmwertung: (7,5/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 112 min
Kategorie: Animation, Adventure, Comedy
Start: 24.01.2019

Bewertung Film: (7,5/10)

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