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Operation: Overlord

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 5. November 2018

Operation: Overlord

Wenn man von Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg liest, von geheimen Nazi Experimenten und sonderbaren Zombies, dann denkt man unweigerlich an einen vermeintlich schlechten Film aus dem B- oder C-Movie Segment. Bei „Operation: Overlord“ handelt es sich nun aber um den neusten Film von Lost-Regisseur J.J. Abrams, weshalb man lieber doch etwas genauer hinsehen sollte.

Operation: OverlordWir schreiben das Jahr 1944: Die Alleierten versuchen mit der Operation Overlord eine zweite Front im Norden Frankreichs zu errichten, um Hitlers Truppen aufzuteilen und somit die Sowjetischen Truppen zu entlasten. Für besagte Operation Overlord werden nun jede Menge Truppen der Alleierten nach Frankreich eingeflogen, doch auf einmal stürzt das Flugzeug der Soldaten Boyce (Jovan Adepo) und Ford (Wyatt Russell) ab, nachdem dieses von Flakgeschossen getroffen wurde.

Viele Kameraden sterben bei der Notlandung, doch die beiden versuchen trotzdem ihren Auftrag zu erfüllen. Ihr Ziel ist ein Kirchturm in einem kleinen französischen Dorf, wo sie eine Radaranlage vernichten müssen, damit ihre nachrückenden Kameraden ungehindert einfliegen können. Im Grunde kein einfacher Job, der insbesondere durch geheime Menschenexperimente in den Kellergewölben besagter Kirche zusätzlich erschwert wird. Dort wird nämlich grade eine Art Supersoldat gezüchtet, der in der entscheidenden Schlacht der Großmächte ausschlaggebend sein könnte.

Operation: OverlordNazi-Zombie-Filme im klassischen Design gibt es jede Menge, von denen zweifelsohne „Dead Snow“ noch einer der bekannteren ist. Oft handelt es sich um C-Movies mit unglaublich niedrigem Budget, um Drehbücher die man am liebsten in die nächste Ecke werfen würde und um Darsteller, die zumeist auf eigene Kosten mitspielen, um vielleicht die Chance zu haben entdeckt zu werden.

Dies alles trifft bei „Operation: Overlord“ nicht zu, was uns schon die ersten Minuten verdeutlichen werden. Der Zuschauer befindet sich im Flugzeug hoch oben in den Wolken, die unterschiedlichsten Dialekte prasseln auf einen ein (im englischen Original) und schon sieht man durch die Fenster hindurch die ersten explodierenden Flakgeschosse. Nun geht es sehr schnell, denn wenn das Flugzeug erst einmal getroffen wurde, springen die Soldaten aus dem Flugzeug heraus und der Zuschauer sprichwörtlich hinterher.

Operation: OverlordDie nun folgende Sequenz darf man zweifelsohne atemberaubend nennen, wenn sich der Zuschauer dem Boden nähert, ins Wasser eintaucht und fortan um das eigene Überleben kämpfen muss. Ganz ähnlich spektakulär geht es bei dem nun folgenden Durchschlagen durch den Wald weiter, wenn uns zum Teil wunderschöne Bilder präsentiert werden (das klingt jetzt etwas makaber…), bei denen Soldaten an ihren Fallschirmen hoch oben in den Baumwipfeln hängen und im Hintergrund das Feuer des brennenden Waldes lodert.

Was bis zum Erreichen des Dorfes noch als waschechter Kriegsfilm durchgehen würde, nimmt spätestens bei einem kleinen Gasthaus eine erste Wendung. Die Soldaten verstecken sich, im hinteren Bereich hört man eine alte Dame husten und keuchen, als gäbe es kein Morgen mehr. Ist sie wirklich nur krank? Verbirgt sich womöglich doch mehr dahinter? Der geschulte Zuschauer weiß bereits mehr und so kommt es schon bald zu einem ersten Aufeinandertreffen mit dem Ergebnis grauenhafter Nazi-Experimente.

Aber auch hier hebt sich J.J. Abrams und Regisseur Julius Avery (Son of a Gun) von ähnlichen Genre-Beiträgen ab, denn anstatt nun eine Hundertschaft Nazi-Zombies auf unsere Überlebenden losgehen zu lassen, wird dies wohldosiert eingesetzt. Es sind einige wenige Kreaturen, die dafür direkt aus „Resident Evil“ entsprungen sein könnten. Unglaublich verformt, mit übersinnlichen Kräften ausgestattet und zumindest teilweise noch des logischen Denkens fähig, weswegen das Aufeinandertreffen doch recht nett anzusehen ist. Eben dies gestaltet sich sehr brutal, wenn Knochen knacken, Menschen abgefackelt werden oder auf anderer Art und Weise sterben, woraufhin man sich manchmal einfach nur angewidert wegdrehen möchte.

Julius Averys „Operation: Overlord“ entpuppt sich als äußerst solider Genrebeitrag, der gekonnt zwei Genres vermischt und es dabei schafft seine ganz eigenen Stärken auszuspielen. Definitiv kein Film für jeden, aber durchaus einer, den man sich mit Freunden ansehen kann.

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Wir vergeben daher 6,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Paramount

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Operation: Overlord

Länge: 109 min

Kategorie: Action , Horror , Mystery

Start: 08.11.2018

cinetastic.de Filmwertung: (6,5/10)

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Info

Operation: Overlord

Operation: Overlord

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 109 min
Kategorie: Action , Horror , Mystery
Start: 08.11.2018

Bewertung Film: (6,5/10)

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