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Ploey – Du fliegst niemals allein

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 29. September 2018

Ploey - Du fliegst niemals allein

Im Bereich der Animationsfilme haben sich in den letzten Jahren Vögel mehr und mehr etabliert. Erst im letzten Jahr überraschte man uns in „Überflieger – Kleine Vögel, großes Geklapper“ mit einem Spatz der von Störchen großgezogen wird, im kürzlich erschienenen „Gans im Glück“ ging es um einen Gänserich, der plötzlich die Verantwortung über zwei Küken aufgezwungen bekam. In „Ploey – Du fliegst niemals allein“ dreht sich nun alles um einen Goldregenpfeifer, der mit ein wenig Flugangst zu kämpfen hat.

Ploey - Du fliegst niemals alleinEin jedes Jahr kehren unzählige Zugvögel in ihr Heimatland zurück. Darunter befindet sich auch ein Schwarm Goldregenpfeifer, der von Papa angeführt wird. Papa und Mama werden in diesem Jahr Eltern vom kleinen Ploey, doch während Papa diesem alles nur erdenkliche beizubringen versucht, hat dieser zusammen mit der gleichaltrigen Ploverina nur Flausen im Kopf. Beide träumen davon eines Tages ihren Schwarm anzuführen, doch obwohl beide bereits vorzüglich fliegen können, soll trotzdem alles anders kommen.

Eines Tages wird Ploey schließlich vom Falken Shadow verfolgt, doch im letzten Moment kann Papa eingreifen, was diesem schließlich auch das Leben kostet. Ploey ist zutiefst erschüttert, weigert sich fortan zu fliegen und bleibt stattdessen lieber im sicheren Nest, was schließlich auch für ihn zum Problem werden soll. Eines Tages wird dieser nämlich kurzerhand von einem streunenden Kater entführt, woraufhin Mama und Ploverina denken, dass es auch um Ploey geschehen sei. Während diese nun mit ihrem Schwarm in Richtung Süden aufbrechen, macht sich Ploey zu Fuß auf den Weg, wodurch allerhand Abenteuer vorprogrammiert sind.

Ploey - Du fliegst niemals alleinDie isländisch-belgische Koproduktion „Ploey – Du fliegst niemals allein“ erscheint nur einen Monat nach „Gans im Glück“ in unseren Kinos, was nicht nur im Hinblick auf die Figuren äußerst ungeschickt ist, sondern ebenso hinsichtlich der erzählten Geschichte, gleichen sich beide Animationsfilme doch sehr. Regisseur Árni Ásgeirsson (Brim) und Drehbuchautor Friðrik Erlingsson (Thor – Ein hammermäßiges Abenteuer) beschreiten bei alledem recht einfache Wege, denn wo sich der Verlauf der Geschichte für das ältere Publikum bereits nach zehn Minuten abzeichnen lässt, werden auch jüngere kaum gefordert.

Inhaltlich erinnert „Ploey – Du fliegst niemals allein“ an unzählige andere Kinderfilme, in denen ein recht junges Tier zurückgelassen wird und fortan auf sich allein gestellt die Welt durchstreifen muss. Erwartungsgemäß entsteht dadurch ein recht interessanter Road-Trip, bei dem unser Goldregenpfeifer beispielsweise auf ein einäugiges Schneehuhn trifft, das zuweilen recht seltsame Ansichten verfolgt. An dieser Stelle beginnt der Film dann aber auch inhaltlich recht seltsame Formen anzunehmen, denn wo vergleichbare Genrebeiträge auf Sicherheit setzen, gibt man den kleineren Zuschauern eine sehr seltsame Moralvorstellung mit an die Hand. Sei mutig, opfere dich notfalls, aber verstecke dich nicht. Zur Not bist du halt der Köder in der Bärenfalle um den Falken zu fangen, ist das ein Problem?

Ploey - Du fliegst niemals alleinDie einen oder anderen Eltern werden sich nun zurecht fragen ob dies tatsächlich deren Ernst sein soll, was man an dieser Stelle leider nur bejahen kann. Sieht man von diesen inhaltlichen Problemen der mitgelieferten Botschaft einmal ab, so kann „Ploey – Du fliegst niemals allein“ mit einigen recht witzigen Figuren überzeugen, von denen an erster Stelle das Schneehuhn und die Mäuse genannt werden müssen.

Hinsichtlich des visuellen und der damit einhergehenden technischen Umsetzung, muss man „Ploey – Du fliegst niemals allein“ leider ein recht negatives Zeugnis ausstellen. Die Animationen sind fern ab davon auf einem aktuellen Stand der Technik zu sein, was man nicht nur an den großflächigen Grafiken erkennt, sondern vor allem an den zahlreichen Details, die schlicht nicht vorhanden sind. Während man sich zumindest bei den Figuren noch halbwegs Mühe gab, erinnern die Landschaften an diverse Fernsehproduktionen, kann man hier doch beispielsweise keinerlei Bewegungen von Flora und Fauna im Wind erkennen.

„Ploey – Du fliegst niemals allein“ kann leider nicht im Ansatz mit vergleichbaren Genrebeiträgen mithalten, was nicht nur an der umstrittenen Moralvorstellung liegt, sondern vor allem an der technischen Umsetzung.

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Wir vergeben daher 4 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Kinostar

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Ploey - Du fliegst niemals allein

Länge: 83 min

Kategorie: Animation , Adventure , Family

Start: 18.10.2018

cinetastic.de Filmwertung: (4/10)

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Ploey - Du fliegst niemals allein

Ploey – Du fliegst niemals allein

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 83 min
Kategorie: Animation , Adventure , Family
Start: 18.10.2018

Bewertung Film: (4/10)

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