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Kin

Geschrieben von Frank Schmidke am 11. September 2018

Das Plakat von „Kin“ verspricht ein Science-Fiction-Abenteuer um einen afroamerikanischenTeenager. Aber mit zunehmender Spieldauer wird klar, dass die australischen Brüder Jonathan und Josh Baker sich bei ihrem Spielfilm-Debüt ein wenig verhoben haben. Trotz der Mitwirkung von Stars wie Dennis Quaid, James Franco und Zoë Kravitz kann „Kin“ nicht überzeugen und bleibt gemessen an der Erwartungshaltung, die das Plakat weckt, Vieles schuldig.

In Detroit lebt der afroamerikanische Teenager Eli (Myles Truitt) bei seinem Adoptivater Hal Solinski (Dennis Quaid). Der Handwerker ist ein strenger Mann mit rigorosen Moralvorstellungen. Deshalb sieht er es auch nicht gerne, dass Eli zum Schrottsammeln in leerstehende Fabriken einsteigt. Eines Tages findet Eli allerdings einen seltsam uniformierten Sterbenden und einen merkwürdigen futuristischen Gegenstand in einer der Fabrike. Eli nimmt das Teil mit und will es zuhause in Ruhe untersuchen.

Dazu kommt es allerdings nicht, denn Elis älterer Bruder Jimmy (Jack Reynor) kommt aus dem Knast und hat nun Schulden bei Gangsterboss Taylor Balik (James Franco), dessen Verbindungen haben dafür gesorgt, das Jimmy die Haft überstanden hat. Nun will der ungeduldige Balik sein Geld, das Jimmy nicht hat und Vater Hal seinem Sohn nicht geben will. Jimmy beschließt daraufhin mit tragischen Folgen den Safe auf Hals Baustelle zu knacken.

So finden sich Eli und Jimmy mit einem seltsamen High-Tec-Ding und einen Sack voll Geld auf der Flucht. Jimmy versucht, die Stimmung zu entspannen. Ihm fällt nichts Besseres ein, als Eli unterwegs in einen Nachtclub zu schleppen. Dort lernt Eli die Tänzerin Milly (Zoë Kravitz) kennen. Doch Jimmys Sause läuft aus dem Ruder und nur dank Elis Einsatz kann das Trio aus dem Club abhauen. Das seltsame Ding hat sich bei der Gelegenheit als Alien-Knarre herausgestellt.

„Kin“ basiert auf dem Kurzfilm „Bag Man“, den Jonathan und Josh Baker 2014 drehten und auf dem SouthbySouthwest Festival (SXSW) in Austin, Texas  vorstellten (Zu sehen ist „Bag Man“auch auf youtube). Man sollte meinen die Brüder Baker hätten intensiv daran gearbeitet, ihre Storyidee auf Spielfilmlänge zu bringen und wahrscheinlich ist das auch der Fall, aber gerade in Sachen Storyentwicklung ist „Kin“ arg unbefriedigend ausgefallen.

Im Grunde beschränkt sich die Handlung auf den Fund der Waffe und die anschließende Flucht. Im Genrekino vergangener Jahrzehnte gab es Kultfilme mit ähnlich spärlicher Handlung. Aber „Kin“ will mehr, das merkt man beim Zuschauen. Doch es gelingt nicht so recht, eine stimmige, vielschichtige Geschichte aufzusetzen. Infos fließen spärlich. Warum und wie Eli bei dem Handwerker Hal gelandet ist, wird gerade noch in Nebensätzen erwähnt. Den titel hätte man im deutschen Verleih ruhig übersetzen können (Kin = Verwandschaft).

In Bezug auf Sci-Fi-Elemente ist das Vorenthalten von Infos durchaus interessant, denn es kann auch Spannung aufbauen. Allein; bis auf eine Explosion zu Beginn des Films und das Ende mit Ausblick auf eine „Terminator“-mäßige Fortsetzung ist es nicht weit her mit dem Sci-Fi-Actioner „Kin“. Vielmehr kann sich der Film nicht entscheiden, ob er Familiendrama oder Jugendfilm sein will. Ein Erwachsenwerden ist nicht nur für Eli, sondern auch für Jimmy zu beobachten. Die Charaktere sind allerdings allesamt derart grob gestrickt, dass sie kaum interessante Züge haben. Auch die Dialoge sind plump und wirken teilweise unreflektiert, nur um die sowieso schon offensichtlichen Charaktereigenschaften zu unterstreichen. Das gilt vor allem für Jimmy und Vater Hal, aber auch James Franco kann seiner Unterwelt-Größe mit wenig Leinwandzeit nur plakative Züge verleihen.

Zoë Kravitz hat es da schon besser, ihre Tänzerin ist mehr als eine Zufallsbekanntschaft der beiden Brüder. Millie hat allerdings mit einer grundsätzlichen Existenzberechtigung in der Geschichte zu kämpfen. In „Kin“ ist die Welt des Nachtclubs gerade einmal so verrucht, wie sich ein Dreizehnjähriger das vorstellen würde. Und da wäre dann wieder die Frage, für wen „Kin“ denn gedacht ist? Zwölfjährige mögen das sexy und verrucht finden, ältere Zuschauer werden sich eher über die Harmlosigkeit wundern.

Irgendwie gelingt es den Brüdern Jonathan und Josh Baker sich mit „Kin“ zwischen alle Stühle zu setzen und auch optisch eher die Pilotfolge einer TV-Serie abzuliefern als ein packendes Kinoabenteuer.

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Copyright: Concorde

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Länge: 104

Kategorie: Action, Sci-Fi

Start: 13.09.2018

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Kin

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Länge: 104
Kategorie: Action, Sci-Fi
Start: 13.09.2018

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