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Das Haus der geheimnisvollen Uhren

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 18. September 2018

Das Haus der geheimnisvollen Uhren

Fans von Jack Black mussten in den letzten Jahren sehr stark sein, denn wo dieser früher mit Filmen wie „School of Rock“ oder „Kings of Rock – Tenacious D“ begeisterte, war in den letzten Jahren ein Film schlimmer wie der andere. In „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ scheint Black nun endlich wieder zu alter Stärke zurückgefunden zu haben, wobei dieser aber nicht nur vom kleinen Owen Vaccaro, sondern vor allem von einer überragenden Cate Blanchett unterstützt wird.

Das Haus der geheimnisvollen UhrenIm kleinen verschlafenen Städtchen New Zebeedee im Jahre 1955: Der zehnjährige Lewis (Owen Vaccaro) hat erst vor kurzem seine Eltern verloren und so wird dieser von seinem Onkel Jonathan (Jack Black) aufgenommen, der in einer alten geheimnisvollen Villa lebt. In eben diesem Haus befinden sich in jedem Zimmer unzählige Uhren, doch so ungewöhnlich dies bereits erscheint, so tickt des Nachts hinter den Wänden eine weitere. Zusammen mit Nachbarin Mrs. Zimmermann (Cate Blanchett) versucht Jonathan besagte Uhr zu finden, denn ein verstorbener Hexenmeister hat diese irgendwo im Haus versteckt, um damit ein finsteres Ereignis in Gang zu setzen.

Was sich für Lewis am Anfang etwas seltsam anmutet, entpuppt sich schon bald als riesiger Spaß, denn Lewis lernt nicht nur von seinem Onkel das Zaubern, sondern vor allem was es heißt wieder eine Familie zu haben. Leider verstößt er eines Tages gegen ein wichtiges Gesetz im Haus, woraufhin nicht nur ein großes Unheil heraufbeschworen wird, sondern sich auch alle drei dagegen wappnen müssen, um diesem gemeinsam zu begegnen.

Das Haus der geheimnisvollen UhrenDer in Boston geborene Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Eli Roth hat sich in seiner Karriere vor allem mit seinen Filmen für die Älteren unter uns einen Namen gemacht. Die Horrorfilme „Hostel“ und „Cabin Fever“ waren ihrer Zeit weit voraus, genauso wie Grindhouse, an dem er mit Quentin Tarantino arbeiten durfte. Das Eli Roth nun das Kinderbuch von John Bellairs (CBS Children’s Mystery Theatre) aus dem Jahre 1973 verfilmte, dürfte für die meisten seiner Fans dann aber doch überraschend gewesen sein.

Die Adaption von Drehbuchautor Eric Kripke (Boogeyman – Der schwarze Mann) gestaltet sich trotz der Vielzahl an modernen visuellen Spielereien ganz klassisch. Der zehnjährige Lewis fährt mit einem alten Bus zu seinem Onkel, was direkt an Harry Potters erste Zugfahrt nach Hogwarts erinnert. Es folgen viele kleinere Aspekte um die geheimnisvolle Villa für die jüngeren Zuschauer interessant zu gestalten, wodurch wir schon recht bald mit einem umherspringenden Sessel, sich verändernden Glasbildern und sich von allein bewegenden Ritterrüstungen konfrontiert werden.

Das Haus der geheimnisvollen UhrenDas genaue Gegenteil soll im weiteren Verlauf die Schule bilden, wo Lewis sich einzugewöhnen versucht, dabei aber immer wieder Stolpersteine in den Weg gelegt bekommt. Durch seine Fliegerbrille wird er von Mittschülern ausgegrenzt, im Sport wird er als letztes in die Mannschaft gewählt und auch ein vermeintlich bester Freund nutzt ihn nur aus, was Lewis aber viel zu spät erkennen soll. Die bekannte Figur eines typisches Verlierers ist geboren, der fortan versucht mit ein wenig Magie eines Hexenmeisters über sich selbst hinaus zu wachsen.

Was visuell modern und absolut ansprechend umgesetzt wurde, hat innerhalb der dramaturgischen Struktur immer wieder leichte Dämpfer, hätte man einzelne Aspekte des Drehbuchs doch durchaus origineller umsetzen können. Die Idee des bösen Hexenmeisters ist recht altbacken, jene der Bilder aus dem Zweiten Weltkrieg bei einem Kinderfilm sogar völlig fehl am Platze. Auf letzteres hätte man bei einer FSK 6 Freigabe getrost verzichten können, denn wenn man Kindern das Abwerfen von Fliegerbomben erklären muss, hört der Spaß sehr schnell auf.

Sieht man von diesem inhaltlichen Aspekt einmal ab, so entpuppt sich „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ in erster Linie als sehr unterhaltsamer Film für Groß und Klein. Viele Details machen einfach unheimlich Spaß, der Humor ist angenehm und auch der kleine Owen Vaccaro (Daddy’s Home 2: Mehr Väter, mehr Probleme!) versteht zu gefallen, meistert er seine Szenen doch mit Bravour. Während Jack Black – ganz wie in früheren Filmen – endlich wieder einmal eine richtig verrückte Figur spielen darf, entpuppt sich Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett (Knight of Cups) als heimliche Gewinnerin des Films, vermag sie mit ihrer Figur der Hexenmeisterin doch vollends zu überzeugen.

Eli Roth ist mit „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ ein sehenswerter erster Kinder- und Jugendfilm gelungen, der trotz kritischer inhaltlicher Aspekte (Kriegsszenen) vor allem durch seinen Humor und seine interessanten Figuren zu gefallen versteht.

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Das Haus der geheimnisvollen Uhren

Länge: 104 min

Kategorie: Comedy, Family, Fantasy

Start: 20.09.2018

cinetastic.de Filmwertung: (6,5/10)

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Das Haus der geheimnisvollen Uhren

Das Haus der geheimnisvollen Uhren

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 104 min
Kategorie: Comedy, Family, Fantasy
Start: 20.09.2018

Bewertung Film: (6,5/10)

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