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Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 28. Juli 2018

Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen

Erst vor kurzem gab es ein wegweisendes Urteil in der Gentechnik, denn der EuGH entschied, dass mit der Mutagenese-Technologie manipulierte Pflanzensorten als gentechnisch veränderte Organismen (GVO) gekennzeichnet werden müssen. Einen ganz ähnlichen Ansatz verfolgen die Regisseure Taggart Siegel und Jon Betz, die uns auf das Sterben einer Vielfalt von Samen aufmerksam zu machen versuchen.

Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säenGentechnik ist heutzutage in aller Munde, denn um einen möglichst hohen Ertrag erwirtschaften zu können, muss man die Pflanzen auf seinen Feldern an die gegebenen Umstände anpassen. Die beiden Regisseure Taggart Siegel (Mit Mistgabel und Federboa – Farmer John) und Jon Betz (Rosenwald) haben sich diesen Trend angesehen, analysiert und festgestellt, dass die wertvollste aller Ressourcen bedroht ist. Mehr als 90% aller Saatgutsorten sind bereits verschwunden, große Biotech-Konzerne wie Syngenta, Bayer und Monsanto kontrollieren mit genetisch veränderten Monokulturen längst den globalen Saatgutmarkt.

Auf ihrer Reise rund um den Globus besuchen Siegel und Betz die unterschiedlichsten Bauern, lassen sich deren Saatgut zeigen, um nur kurze Zeit später festzustellen, dass es von ein und demselben Lebensmittel unzählige Sorten gibt, die sich nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch voneinander unterschieden. Diese Vielfalt wird von einigen wenigen Saatgutwächtern bewahrt, die Samen sammeln, die Bevölkerung informieren und sogar Saatguttresore anlegen, um im Falle einer globalen Katastrophe für einen Neuanfang vorbereitet zu sein.

Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säenIn „Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen“ geht es aber nicht nur um eine Hand voller Saatgut-Pioniere, es geht vor allem um den Kampf David gegen Goliath, wenn sich einzelne versuchen gegen große Biotech-Konzerne aufzulehnen. So wird anschaulich vor Augen geführt wie Samen genetisch verändert und wie bspw. Gene von Schweinen in Mais implementiert werden, nur um diesen Widerstandsfähiger werden zu lassen. Was in Europa eine hohe Hürde zu überwinden hat, ist in den Vereinigten Staaten an der Tagesordnung, denn dort sponsern Konzerne wie Monsanto offen den Wahlkampf und nehmen somit maßgeblich Einfluss darauf, wer in hohe Positionen aufsteigen kann und den Konzernen anschließend positiv gegenüber gestimmt ist.

Neben dem politischen Aspekt gehen Siegel und Betz aber auch auf mögliche Alternativen ein, denn wenn man Samen genetisch nicht verändern darf, um die Vielfalt zu erhalten, wie geht man dann mit der Ernährung der wachsenden Bevölkerung um? Diese Frage wird im entfernten Afrika beantwortet, denn dort machen sich beide auf die Suche nach alternativen Ernährungsmöglichkeiten und exotischen Samen, die nur eine geringe Verbreitung aufweisen können. So stoßen beide auf essbare Sorten von Kakteen, 10 Pfund schwere Kartoffeln und allerhand weiterer Nahrungsmittel, die oft nur die dort beheimateten Stämme kennen.

Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säenNatürlich kann man damit keine sieben Milliarden Menschen ernähren, doch darum geht es beiden auch nicht. Sie legen den Finger auf eine viel zu große Wunde, zeigen auf das unsere einstigen Lebensmittel aussterben und wir bald nur noch genverändertes Saatgut bekommen, deren Markt lediglich drei große Konzerne kontrollieren. Wie gefährlich dies sein kann, wird an einem prägenden Beispiel aus Indien vor Augen geführt, denn die dortigen Bauern haben besonders widerstandsfähiges Saatgut gekauft und ausgesät, welches allerdings bereits im Folgejahr nicht mehr zu gebrauchen war und zum Ruin ganzer Familien führte.

Die beiden Regisseure Taggart Siegel und Jon Betz geben in ihrer Dokumentation „Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen“ einen Einblick in das Sterben der Saatgutvielfalt und die Macht großer Biotech-Konzerne. Eine überaus wichtige Dokumentation, die jeder gesehen haben sollte.

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Copyright: WFilm, seedthemovie.com

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Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen

Länge: 94 min

Kategorie: Documentary

Start: 11.10.2018

cinetastic.de Filmwertung: (7,5/10)

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Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen

Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 94 min
Kategorie: Documentary
Start: 11.10.2018

Bewertung Film: (7,5/10)

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