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So was von da

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 20. Juli 2018

So was von da

Der Münchner Filmemacher Jakob Lass gilt als einer der nächsten großen Regisseure in der deutschen Kinolandschaft, begeisterte er doch vor allem mit seinem Film „Love Steaks“. Beim Filmfest München gewann er in gleich fünf Kategorien, beim Max Ophüls Festival ging er als Preisträger von der Bühne und selbst für den Deutschen Filmpreis wurde „Love Steaks“ nominiert. Wie aber verhält es sich mit seinem neuesten Film „So was von da“, der diesmal sogar auf einer Romanvorlage basiert?

So was von daIm Grunde könnte es für Oskar Wrobel (Niklas Bruhn) ein richtig toller Tag werden, denn das Jahr neigt sich nicht nur dem Ende entgegen, sondern er lässt dieses am Abend auch noch in einer riesigen Sylvester Party mit seinen besten Freunden ausklingen. Leider sieht die Realität in Oskars Leben ganz anders aus, denn während er schwer verkatert des Morgens im Bett liegt, wird seine Tür von Kiez-Kalle (Kalle Schwensen) und dessen Schlägern aufgetreten. Es geht um Geld, um sehr viel Geld, Geld, das Oskar nicht hat.

Die erdrückenden Schulden sind aber nicht Oskars einziges Problem, denn an diesem Abend wird sein Club zum letzten Mal geöffnet sein. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Pablo (David Schütter) hat er viel Zeit und Energie hinein gesteckt, doch jetzt soll dieser geschlossen werden. An diesem letzten Abend soll eine riesige Abrissparty veranstaltet werden, bei der nicht nur Oskars bester Kumpel Rocky (Mathias Bloech) mit seiner Band auftritt, sondern auch dessen Vater Elvis (Bela B.) erwartet wird, der vor kurzem aus dem Koma erwacht ist. Es scheint ein denkwürdiger Abend zu werden, bei dem allerdings nahezu alles anders kommt, als es geplant war.

So was von daMoment mal – Jakob Lass dreht einen Film, der auf einer Romanvorlage basiert? Die ersten Leser werden sich verwundert die Augen reiben, ganz andere werden dies hinterfragen, doch so schlimm ist es gar nicht. „So was von da“ basiert lose auf dem gleichnamigen Roman von Tino Hanekamp, es wurde aber erneut weitestgehend improvisiert. Als Vorlage dienten lediglich ein paar Skizzen, alles andere wurde den Darstellern überlassen, um ein möglichst echtes Lebensgefühl rüberzubringen.

Genau diese Grundeinstellung hielt Jakob Lass in seinem FOGMA-Manifest (angelehnt ans Dogma-Manifest) fest und selbst in seinem dritten Film hält er sich noch weitestgehend daran. Herausgekommen ist ein wilder Partyfilm, der in einem Hamburger Club gedreht wurde und anders entstand, als man es für möglich gehalten hätte. Wird normalerweise eine Party mit vielen Statisten gedreht, so feiern diese ab dem Stichwort ordentlich ab, doch Lass war dies nicht realistisch genug. Er wollte die echte Stimmung einer solchen Party für den Zuschauer einfangen und so drehte er an gleich vier Tagen, während eine echte Party im Club veranstaltet wurde.

So was von daSeine Figuren platzierte er in dieser Party, er ließ ihnen Raum, zu agieren, gleichwohl gab er die ungefähre Richtung vor, um den Faden nicht zu verlieren. Herausgekommen ist ein Film, der detailgetreu die Hamburger Club-Szene wiedergibt, der Themen wie Alkohol und Drogen anspricht, ohne mit dem mahnenden Finger darauf zu verweisen. Für Lass stehen sowieso ganz andere Dinge im Vordergrund, denn ihm liegt viel daran, Freundschaft und Zusammenhalt abzubilden, um auch die schwierigsten Situationen zu meistern.

Während die ersten zehn Minuten des Films noch an den verschiedensten Orten Hamburgs vor sich gehen, spielt sich der komplette Rest weitestgehend im Club ab. Es wird gefeiert, gegrölt, gesoffen und natürlich mit der alten Liebe philosophiert, wodurch – zum Teil – recht merkwürdige Dialoge entstehen. Aber das ist nun einmal der Preis für einen improvisierten Film, denn wo man Darstellern Freiraum lässt, müssen diese auch mit den unmöglichsten Situationen auf Anhieb umzugehen wissen. Eines der Highlights sind zweifelsohne zwei Szenen auf der Toilette, wo Oskar nicht nur völlig betrunken nach seinem Handy fischt (…im Klo), sondern mit Rocky auch noch eine Überschwemmung zu beseitigen versucht.

Mit „So was von da“ bringt Jakob Lass ein Stück Lebensgefühl der Hamburger Club-Szene auf die große Leinwand, was erneut mit jeder Menge Improvisationstalent aller Beteiligten verbunden ist.

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Copyright: DCM

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So was von da

Länge: 100 min

Kategorie: Comedy, Drama, Music

Start: 16.08.2018

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

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Info

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 100 min
Kategorie: Comedy, Drama, Music
Start: 16.08.2018

Bewertung Film: (7/10)

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