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Finsteres Glück

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 26. Juli 2018

Finsteres Glück

Nur wenige Werke aus der Schweizer Filmlandschaft schaffen es zu uns, weswegen es uns ganz besonders freut, dass der im Jahre 2016 veröffentlichte Film „Finsteres Glück“ nun endlich einen deutschen Verleih gefunden hat. Der neuste Film von Stefan Haupt zeigt einmal mehr das Potential diesen kleinen Landes, ist Haupt doch eine wunderbare Romanverfilmung gelungen.

Finsteres GlückDer achtjährige Yves (Noé Ricklin) hat soeben erst seine Eltern und seine beiden Geschwister bei einem schrecklichen Autounfall verloren, da wacht er weitestgehend gesund und ohne jedwede Verletzungen im Krankenhaus auf. Doch Yves spricht nicht, denn er ist innerlich verletzt, unfähig das geschehene zu akzeptieren und darüber zu berichten. Die Psychologin Eliane Hess (Eleni Haupt) nimmt sich schließlich Yves an, findet einen Draht zu diesem, spricht mit ihm, doch dieser zieht sich immer wieder zurück. Darüber hinaus entsteht plötzlich ein unerbittlicher Sorgerechtsstreit, doch wo Oma und Tante den kleinen gern aufnehmen würden, scheint dieser beide nicht zu akzeptieren.

Eliane nimmt Yves schließlich vorrübergehend zuhause auf, was die beiden Töchter Helen und Alice beim besten Willen nicht verstehen können. Ihre Mutter hat kaum Zeit für sie, warum also noch ein weiteres Kind zuhause aufnehmen? Die Tage ziehen dahin, Yves öffnet sich und selbst die Töchter finden eine Bindung zu ihm, doch dann wird er von Amtes wegen der Tante übergeben.

Finsteres GlückIn der Schweiz war „Finsteres Glück“ von Stefan Haupt (Der Kreis) ein recht erfolgreicher Film, womöglich auch der Grund warum er nun endlich, mit zweijähriger Verspätung, doch noch den Weg in unsere Kinos findet. Basierend auf der Romanvorlage von Lukas Hartmann (Pestalozzis Berg) ist Haupt ein sehr ruhiger Film gelungen, bei dem er den Fokus einerseits auf die Bindung zwischen Yves und Elaine setzt, zum anderen aber auch auf die Aufarbeitung der innerfamiliären Konflikte.

Bei der Adaption der Romanvorlage hält sich Haupt stark an die literarische Vorlage. Die Sonnenfinsternis ist ein steter Begleiter, genauso wie der Isenheimer Altar, auf den immer wieder verwiesen wird. Neben aller Symbolik versteht sich „Finsteres Glück“ aber vor allem als gradliniges Drama, bei dem die Bindung zwischen Patient und Psychologin intensiviert wird, zum anderen aber auch der Fokus auf den Autounfall gelegt wird. Mit fortlaufender Zeit erfährt der Zuschauer so Details über Yves Familie, über die Konflikte und einen Streit während der Fahrt, wodurch selbst das Thema des gezieltes Suizids plötzlich im Raum steht.

Finsteres GlückIst die Buchvorlage noch aus Sicht Elaines geschrieben, wo mit vielen inneren Monologen ihre Gefühlswelt dargelegt wird, wird in der filmischen Umsetzung auf dieses Detail komplett verzichtet. Stattdessen arbeitet Stefan Haupt viel mit der Mimik seiner Figuren, wodurch Angst und Zuneigung sehr gut transportiert werden, aber auch langsam die eigene Vergangenheit Elaines aufgearbeitet wird, hat sie doch ihren ersten Ehemann bei einem Unfall verloren.

Hauptdarstellerin Eleni Haupt (How About Love) meistert die Darstellung dieser umfangreichen Gefühlswelt mit Bravour, doch was der kleine Noé Ricklin in seinem Debütfilm abliefert, kann man kaum mit Worten beschreiben. Wenn er mit seinen traurigen Augen Elaine ansieht, möchte man diesen am liebsten direkt in die Arme nehmen und einfach nur fest an seine Brust drücken.

Mit „Finsteres Glück“ präsentiert Stefan Haupt ein sehr gefühlvolles Drama über die Bindung zwischen Psychologin und ihrem kleinen Patienten, den sie vor dem versinken in die emotionale Finsternis zu bewahren versucht.

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Wir vergeben daher 7,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: WFilm

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Finsteres Glück

Länge: 113 min

Kategorie: Drama

Start: 16.08.2018

cinetastic.de Filmwertung: (7,5/10)

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Info

Finsteres Glück

Finsteres Glück

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 113 min
Kategorie: Drama
Start: 16.08.2018

Bewertung Film: (7,5/10)

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