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Das krumme Haus

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 19. Juli 2018

Das krumme Haus

In steter Regelmäßigkeit werden die Romane von Agatha Christie verfilmt und zum Teil neu interpretiert. Erst im letzten Jahr sahen wir mit Kenneth Branaghs „Mord im Orientexpress“ eine bildgewaltige Neuauflage des einstigen Klassikers, und nun folgt mit Gilles Paquet-Brenners Version von „Das krumme Haus“ gleich der nächste Roman. Kann dieser mit einer ähnlich spannenden Umsetzung überzeugen?

Das krumme HausIrgendwo in England im Jahr 1947: Der junge Privatdetektiv Charles (Max Irons) ist bereits seit einigen Jahren mit der gleichaltrigen Sophia (Stefanie Martini) verlobt, doch nun, da der Zweite Weltkrieg endlich vorbei ist, möchte dieser um ihre Hand anhalten. Leider ist vor kurzem Sophies Großvater Aristide Leonides (Gino Picciano) verstorben, was nur ein grausamer Mord gewesen sein kann. Sophie kann nicht eher heiraten, als bis das dieses Verbrechen aufgeklärt ist, woran sich Charles sofort macht.

Für Charles sind die folgenden Tage nicht einfach, denn während er im pompösen Anwesen ein Familienmitglied nach dem anderen verhört, entpuppt es sich schon bald, dass ein jeder ein Motiv gehabt haben könnte. Charles gräbt tiefer, stößt auf die unglaublichsten Familiengeheimnisse und so bleibt die Enttarnung des Mörders nur eine Frage der Zeit.

Das krumme HausBasierend auf dem gleichnamigen Roman von Agatha Christie (Deutsche Erstveröffentlichung im Jahre 1951), versucht der französische Regisseur Gilles Paquet-Brenner (Sarahs Schlüssel) eine kleine aber feine Kriminalgeschichte zu erzählen. Für Agatha Christie war „Das krumme Haus“ neben „Tödlicher Irrtum“ einer ihrer absoluten Favoriten, warum diesen also nicht nach fast 70 Jahren für die große Leinwand aufbereiten?

Verglichen mit dem eingangs erwähnten „Mord im Orientexpress“ musste Paquet-Brenner mit einem äußerst schmalen Budget arbeiten. Dies spiegelt sich vor allem im Setting wieder, denn mit Ausnahme weniger Szenen spielt doch der komplette Film im riesigen Anwesen der alteingesessenen Familie. Hier allerdings lässt sich Paquet-Brenner nicht lumpen, denn ein jeder Raum wurde bis ins kleinste Detail der damaligen Zeit nachempfunden, wobei selbst goldverzierte Wasserhähne nicht fehlen durften.

Das krumme HausDie Rahmenhandlung der Geschichte orientiert sich weitestgehend am gleichnamigen Roman, wodurch Kenner des Buches eines Großteils der Spannung komplett beraubt werden. Gehört man zu jenen, die den Ausgang noch nicht kennen, nimmt man förmlich jedes Puzzlestück vom jungen Privatdetektiv auf, um womöglich selber auf den Mörder zu kommen. Die Befragungen machen anfangs sehr viel Spaß, denn eine jede interviewte Person ist weit komplexer, als es die Fassade am Anfang erahnen lässt.

Leider geht dies bei fast zwei Stunden nicht vollends auf, denn obwohl die Jagd nach dem Mörder durchaus interessant ist, langweilt das enge Korsett des Settings mit der Zeit doch sehr. Hier wäre zweifelsohne sehr viel mehr möglich gewesen, nicht zuletzt auch ein leicht differenziertes Ende, um Kenner der Vorlage noch einmal zusätzlich zu verwirren.

Von Seiten der Darsteller kann man im Grunde niemanden Vorwürfe machen. Max Irons (Die Frau in Gold) spielt den jungen Privatdetektiv mit viel Hingabe, während Stefanie Martini (Hurricane) leider nur auf ihr Äußeres reduziert wird. Eine starke Frauenfigur hätte diesem Film durchaus gut tun können.

Mit der Romanverfilmung „Das krumme Haus“ verfolgt Regisseur Gilles Paquet-Brenner interessante Ansätze, doch wird er der spannenden Kriminalgeschichte mit seiner Verfilmung leider nicht vollends gerecht. Ein wenig mehr Mut bei der Interpretation wäre schön gewesen, um Kenner der Vorlage zumindest etwas zu überraschen.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: 20th Century Fox

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Das krumme Haus

Länge: 115 min

Kategorie: Crime, Drama, Mystery

Start: 29.11.2018

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 115 min
Kategorie: Crime, Drama, Mystery
Start: 29.11.2018

Bewertung Film: (6/10)

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