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Zuhause ist es am schönsten

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 24. Juni 2018

Zuhause ist es am schönsten

Mit Einspielergebnissen von mehr als 9 Mio. Euro avancierte Gabriele Muccinos „Zuhause ist es am schönsten“ im Frühjahr diesen Jahres zum echten Publikumsmagneten in Italien, zeigte er doch schonungslos eine der typischen Großfamilien mit ihren zahlreichen Problemen. Während sich hier die Crême de la Crême der italienischen Schauspielstars die Hand gibt, bleibt die Frage offen: Kann dieser Film auch das deutsche Publikum erreichen?

Zuhause ist es am schönstenAlba (Stefania Sandrelli) und Pietro (Ivano Marescotti) möchten Goldene Hochzeit feiern und so laden beide ihre komplette Familie ein, um in ihrer Villa auf der Vulkaninsel Ischia zusammen ein wenig zu feiern. Leider haben beide das Temperament diverser Familienmitglieder unterschätzt, denn während Sohn Carlo (Pierfrancesco Favino) die Eifersucht seiner Frau Ginevra (Carolina Crescentini) ertragen muss, da auch seine Ex (Valeria Solarino) eingeladen wurde, denkt Schwiegersohn Diego (Giampaolo Morelli) ständig an seine Geliebte in Paris, während ihn seine Frau Sara (Sabrina Impacciatore) zu bezirzen versucht.

Nicht viel besser ist aber auch Albas Lieblingssohn Paolo (Stefano Accorsi), der Hals über Kopf eine romantische Affäre mit seiner reizenden Cousine Isabella (Elena Cucci) beginnt. Während Alba die Idylle aufrecht zu erhalten versucht, kann es Pietro kaum erwarten die liebe Verwandtschaft wieder los zu werden. Als am Abend schließlich alle angereisten Familienmitglieder zum Hafen gehen und die Heimreise anzutreten versuchen, zieht plötzlich ein schwerer Sturm auf. Hals über Kopf muss nun eine Übernachtungsmöglichkeit für alle gefunden werden, doch die scheinbar glückliche Familienidylle scheint schon jetzt an den ersten alten Geschichten zu zerbrechen.

Zuhause ist es am schönstenIn den letzten zwölf Jahren arbeitete Gabriele Muccino vornehmlich in den Vereinigten Staaten und durfte dort mit angesagten Darstellern drehen. Unter seiner Feder entstanden Filme wie „Das Streben nach Glück“, „Sieben Leben“ und „Väter und Töchter“, und dennoch zog es ihn nun in sein Heimatland zurück. Für „Zuhause ist es am schönsten“ brauchte er einfach eine typisch italienische Großfamilie, jede Menge unterschiedlicher Charaktere und vor allem Probleme, die absolut ehrlich herübergebracht werden können.

Vor der Kulisse der wunderschönen Vulkaninsel Ischia (sie liegt vor Neapel) zauberte er schließlich ein Familiendrama herbei, das es in dieser Form wohl nur in Italien geben kann. Eine fast 20-köpfige Großfamilie, jede Menge Probleme und noch mehr unausgesprochener Worte. Für den Zeitraum der kurzen Feier können sich alle noch zusammenreißen, über kleine Probleme und Sticheleien ihrer Verwandten hinwegsehen, doch als alle plötzlich zusammen auf der Insel übernachten müssen, fällt das Kartenhaus in sich zusammen.

Zuhause ist es am schönstenEben diesen Zusammenbruch hält Kameramann Shane Hurlbut (Into the Blue) sehr detailliert fest, wenn er vornehmlich sehr nahe Einstellungen wählt, bei denen er das Gesicht der beteiligten Personen in ihrer Gänze einfängt. Kleinste Muskelzuckungen sind zu sehen, Stirnfalten bilden sich langsam, bis der Vulkan langsam zu explodieren beginnt. Ungesagtes wird ausgesprochen, die Fetzen fliegen, in der Mitte stets ein großes schwarzes Klavier, um das herum alle Familienmitglieder immer wieder stehen und gemeinsam italienische Lieder singen. Momente wie diese sind selten, garantieren dann aber wiederum eine Gänsehaut, obsiegt der Gesang doch über jedwede Auseinandersetzung.

Während die wunderschöne Kulisse der Vulkaninsel direkt zu einem Urlaub einlädt, tut man sich doch ungemein schwer, die schiere Masse an Figuren auseinanderzuhalten und in eine Beziehung zueinander zu setzen. Selbst nach dem 105-minütigen Film bleibt es schwer, den Verwandtschaftsgrad genau herzustellen, Verbindungen zu erkennen, sind doch im Presseheft gleich 20 Personen aufgeführt, die während der Inszenierung vorgekommen sind.

Lässt man die schiere Masse an Figuren und die damit nur schwer nachvollziehbare Geschichte mit diversen Streitereien einmal außer acht, ist Gabriele Muccino ein durchaus interessantes Werk gelungen, das man zweifelsohne öfters ansehen müsste.

Mit seinem Familiendrama „Zuhause ist es am schönsten“ zeigt Gabriele Muccino vor traumhafter Kulisse auf, wie schnell doch eine scheinbar glückliche Familienidylle an Unausgesprochenem zerbrechen kann. Durch die Vielzahl an Figuren überaus anstrengend und undurchsichtig, doch durchaus einen näheren Blick wert.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Wild Bunch

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Zuhause ist es am schönsten

Länge: 105 min

Kategorie: Comedy, Drama, Romance

Start: 02.08.2018

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 105 min
Kategorie: Comedy, Drama, Romance
Start: 02.08.2018

Bewertung Film: (6/10)

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