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Love, Simon

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 24. Juni 2018

Love, Simon

Der in New York lebende Greg Berlanti ist in erster Linie als Produzent und Drehbuchautor einiger Fernsehserien bekannt. Sein letzter Film, bei dem er selbst hinter der Kamera stand, ist inzwischen acht Jahre her, doch wo „So spielt das Leben“ bestenfalls als durchschnittliche Komödie zu bezeichnen war, hat er in der Zwischenzeit einiges gelernt. Mit der Romanverfilmung von „Love, Simon“ präsentiert Berlanti nun eine gefühlvolle Coming-of-Age-Geschichte, die es schon jetzt in die Top 10 der besten Filme des Jahres 2018 geschafft hat.

Love, SimonDer 17-jährige Simon Spier (Nick Robinson) ist eigentlich ein ganz normaler Teenager, dem es an nichts fehlt. Zuhause hat er eine nahezu perfekte Familie, in der Schule gute Noten und mit Leah (Katherine Langford), Abby (Alexandra Shipp) und Nick (Jorge Lendeborg Jr.) einen zu beneidenden Freundeskreis. Das einzige Problem ist Nicks kleines Geheimnis, denn seit seinem 13. Lebensjahr ist er schwul und niemand weiß es. Eines Tages outet sich ein Klassenkamerad seiner Schule auf einem anonymen Blog als homosexuell, woraufhin sich Simon zum ersten Mal in seinem Leben verstanden fühlt.

Fortan tauschen er (er nennt sich nur Jaques) und Blue die geheimsten Gedanken und Gefühle aus, doch eines Tages vergisst Simon sich an einem Schulrechner abzumelden. Sein Klassenkamerad Martin (Logan Miller) liest seine Mails, droht diese zu veröffentlichen, wenn Simon ihm nicht hilft bei dessen Freundin Abby zu landen. Aus Angst vor seinem Outing geht Simon auf den Deal ein, der letzten Endes natürlich nur nach hinten losgehen kann.

Love, SimonNach seiner eher glücklosen Komödie „So spielt das Leben“ konzentrierte sich Greg Berlanti (The Flash) lange Zeit auf seine Drehbücher und seine Rolle als Produzent. Dass er es nun doch noch einmal hinter der Kamera versucht, stellt sich als absoluter Glücksgriff heraus. Basierend auf der Romanvorlage „Simon vs. the Homo Sapiens Agenda“ von Becky Albertalli, erschafft Berlanti einen umwerfenden Coming-of-Age-Film, der ganz nebenbei der erste ist, der sich um eine homosexuelle Hauptfigur dreht.

Im Grunde ist „Love, Simon“ wie viele andere vergleichbare Werke dieses Genres. Es geht um Probleme heranwachsender Jugendliche, um Eltern, die sie nicht verstehen, um nervige Geschwister, Stress in der Schule und natürlich um die eine große Liebe, die man nun erfahren darf. Für den im Mittelpunkt stehenden Simon ist dies alles jedoch um Welten schwieriger, denn wo er schmachtend dem gutaussehenden Gärtner vor dem Haus entgegen blickt und unsinnige Komplimente unterbreitet, sieht er doch in der Schule, was mit jenen geschieht, die sich anderen gegenüber als homosexuell outen.

Love, SimonWährend der Versuch der Erpressung die Geschichte unnachgiebig nach vorne treibt, sind es doch die eher ruhigen Momente die diesen Film zu etwas ganz Besonderem werden lassen. Wenn sich Simon mit Blue in seinen E-Mails austauscht, sich die Gefühle und Probleme von der Seele schreibt und sich dabei langsam aber sicher in diesem zu verlieben beginnt, sind das die großen Momente, von denen der Film noch so viel mehr gebrauchen könnte. Mit interessanten Bild-in-Bild-Montagen werden in „Love, Simon“ aber auch psychologische Aspekte abgehandelt, wenn Teenager plötzlich vor ihren Eltern stehen und diesen beichten müssen, dass sie „nur“ heterosexuell sind.

Neben einem wunderbaren Off-Kommentar, der zuweilen recht zynisch daher kommt, vermögen doch insbesondere die zahlreichen Jungschauspieler zu gefallen. Egal ob dies Katherine Langford (Tote Mädchen lügen nicht) als beste Freundin ist, die Simon schmachtend ansieht, wobei er dies nicht merkt, oder Alexandra Shipp (X-Men: Dark Phoenix) und Jorge Lendeborg Jr. (The Land), die eindrucksvoll gute Freunde abgeben und dabei einfach nicht wissen, dass sie für einander geschaffen sind. Als kleines Highlight muss man aber unbedingt noch die Figur von Tony Hale (American Ultra) hervorheben, der als aufgeschlossener Direktor die Fäden der Schule in der Hand hält und sich zuweilen aufopferungsvoll um das Wohl seiner Schüler kümmert. Einen solchen Schuldirektor hätte sich wohl jeder gewünscht.

„Love, Simon“ ist eine warmherzige Coming-of-Age-Geschichte, die ein gutes Drehbuch mit sehr viel Humor verbindet, dabei aber nicht die Probleme der heutigen Jugend aus den Augen verliert. Wunderbar erzählt, noch besser von Nick Robinson gespielt, sodass am Ende kaum ein Auge trocken bleiben wird. Sehr zu empfehlen.

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Wir vergeben daher 8 von 10 Filmpunkten.

Copyright: 20th Century Fox

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Love, Simon

Länge: 110 min

Kategorie: Comedy, Drama, Romance

Start: 28.06.2018

cinetastic.de Filmwertung: (8/10)

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Info

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Love, Simon

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 110 min
Kategorie: Comedy, Drama, Romance
Start: 28.06.2018

Bewertung Film: (8/10)

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