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Hereditary – Das Vermächtnis

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 8. Juni 2018

Hereditary - Das Vermächtnis

Nachdem John Krasinskis „A Quiet Place“ schon alle Erwartungen übertraf und an den Kinokassen von einem Rekord zum anderen lief, kommt der nächste große Horrorfilm, der bereits bei den Filmfestspielen von Sundance für Begeisterungsstürme sorgte. Während „Hereditary – Das Vermächtnis“ auf Rotten Tomatoes zuweilen 100% positive Kritiken für sich beanspruchte, folgt dem die Fachpresse mit 89 von 100 Punkten auf Metacritic.com. Ist der Film aber tatsächlich so gut, wie man uns glauben machen möchte?

In einem abgelegenen Haus am Waldrand lebt eine scheinbar ganz normale Familie. Mutter Annie (Toni Collette) ist Galeristin und entwirft kleine Miniaturmodelle, ihr Ehemann Steve (Gabriel Byrne) kümmert sich um das Haus, während die Kinder Peter (Alex Wolff) und Charlie (Milly Shapiro) die nahe gelegene Schule besuchen.

Als Annies Mutter Elen eines Tages stirbt, gerät das Leben der vier jedoch kräftig aus den Fugen. Annie beginnt ihre tote Mutter zu sehen, Charlie sammelt tote Tiere und Peter bekommt seltsame Anfälle. Als dann auch noch ein zweites tragische Ereignis über die Familie hineinbricht, scheint Annie vollends zu verzweifeln. Ist die Familie verflucht? Dreht sich alles um das unheimliche Hobby ihrer verstorbenen Mutter oder ist gar ein Dämon im Haus? Fragen, die sich erst mit der Zeit beantworten lassen, doch bis dahin hat die Familie noch allerhand Gefahren zu bewältigen.

Hereditary - Das VermächtnisSelten zuvor waren sich die Zuschauer nach einem Filmfest so einig wie nach Sundance, „Hereditary – Das Vermächtnis“ ist das nächste ganz große Ding. Warum, wieso, weshalb? Da gehen die Meinungen auseinander. Die einen sagen, es ist die Geschichte von Regisseur und Drehbuchautor Ari Aster (C’est La Vie), andere schieben es auf die wunderbar angelegten Figuren, wieder andere fanden die Schockeffekte so gut, dass sie regelmäßig im Kinositz kräftig zurückgefahren sind.

Unsere Meinung befindet sich zweifelsohne irgendwo dazwischen, denn „Hereditary – Das Vermächtnis“ macht zweifelsohne eine ganze Menge richtig, sodass es sich um einen absolut runden Film handelt, bei dem es nur wenig auszusetzen gibt. Das ungewöhnlichste sind wohl die Figuren, die Ari Aster in seinem Debütfilm wunderbar schräg angelegt hat. Eine Galeristin, die kleine Miniaturmodelle baut, die absolut lebendig aussehen, ein kiffender Sohn, der einen folgenschweren Unfall baut, und eine Außenseitertochter, die absolut keine Freunde besitzt und stattdessen schlaftrunken durch die Gegend läuft und allerhand tote Tiere sammelt.

Hereditary - Das VermächtnisEs ist letztendlich diese Mischung aus ungewöhnlichen Individuen, aber auch die gelungene Geschichte, die so verwirrende und unberechenbare Haken schlägt, dass der Zuschauer manchmal auf der Strecke bleibt. Dabei ist eben diese Geschichte zuweilen sehr schwer verständlich, denn trotz jeder Menge Hinweise und kleinerer Rückblicke offenbart sich der Zusammenhang doch erst sehr spät. Genau diese Auflösung ist es dann, die den Zuschauer ähnlich wie bei Darren Aronofskys „Mother!“ radikal vor den Kopf stoßen wird, woraufhin es im Grunde nur zwei Meinungen geben kann. Entweder man liebt diesen Film und die damit verbundene Auflösung oder man hasst ihn, eine Meinung dazwischen ist kaum vorstellbar.

Wie aber ist es um den eigentlichen Horror und die gruseligen Szenen in diesem Film bestellt? Nun, „Hereditary – Das Vermächtnis“ hat seine ganz eigene Art und Weise, den Zuschauer für sich zu gewinnen. Auf der einen Seite haben wir die angesprochenen ungewöhnlichen Figuren, auf der anderen eine wirklich bemerkenswerte Atmosphäre, die in diesem düsteren Haus am Waldesrand nahezu perfekt ausgespielt wird. Dazu kommt die Detailverliebtheit von Ari Aster, die sich an manchen Stellen erst bei einer zweiten Sichtung des Films offenbaren wird. Neben einem sehenswerten Spiel der kleinen Milly Shapiro (so eine Psycho-Tochter möchte wirklich niemand haben…) überzeugt einmal mehr Toni Collette (A Long Way Down) mit einer wunderbaren Vielseitigkeit. Wie sie als gestandene Frau langsam aber sicher verzweifelt und anschließend zerbricht, einfach herrlich.

Neben „A Quiet Place“ ist „Hereditary – Das Vermächtnis“ einer von zwei Horrorfilmen, die man in diesem Jahr unbedingt gesehen haben sollte. Eine wunderbar schräge Geschichte trifft auf eine einzigartige Atmosphäre, was wünscht man sich in diesem Genre mehr?

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Wir vergeben daher 7,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Splendid Film GmbH

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Hereditary - Das Vermächtnis

Länge: 126 min

Kategorie: Drama, Horror, Mystery

Start: 14.06.2018

cinetastic.de Filmwertung: (7,5/10)

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Hereditary - Das Vermächtnis

Hereditary – Das Vermächtnis

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 126 min
Kategorie: Drama, Horror, Mystery
Start: 14.06.2018

Bewertung Film: (7,5/10)

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