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303

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 24. Juni 2018

303

Hans Weingartner ist mit seinen Filmen auf den Festivals dieser Welt zuhause und so verwunderte es nur wenig, dass er in diesem Jahr mit seinem Film „303“ die Berlinale in der Sektion Generation 14plus eröffnen durfte.

303Die 24-jährige Biologie-Studentin Jule (Mala Emde) hat es gerade wirklich nicht leicht. Trotz leichter Fragen und vieler Wochen harten Lernens fällt sie durch ihre Prüfung, zu allem Überfluss ist sie auch noch schwanger und weiß nicht, was sie tun soll. Ihre Mutter empfiehlt die Abtreibung, Jule möchte lieber ein Gespräch mit dem Vater des Kindes suchen, der allerdings in Spanien lebt. Kurzentschlossen steigt sie in ihren 30 Jahre alten Bus ein, verstaut ihr Kopfkissen und begibt sich auf eine 2500 Kilometer lange Fahrt.

Der gleichaltrige Politik-Student Jan (Anton Spieker) hat ganz ähnliche Probleme, denn eigentlich wollte er ein dringend benötigtes Stipendium haben, doch seine Arbeit wurde wegen seiner kontrovers vertretenen Meinung abgelehnt. Nun möchte Jan seinen leiblichen Vater besuchen fahren, von dem er erst seit kurzem weiß. Seine Mitfahrgelegenheit versetzt ihn allerdings und so versucht er die lange Reise zu trampen, woraufhin er schließlich auf Jule trifft. Beide verstehen sich glänzend und so beginnt ein turbulenter Road-Trip, bei dem man kein Thema unausgesprochen lässt.

303Ein Films namens „303“, doch was hat es mit dem Titel eigentlich genau auf sich? Es handelt sich natürlich um ein altes klappriges Wohnmobil, das man mit etwas Phantasie gut und gerne als Überleitung nehmen könnte, ist doch Hans Weingartner (Der Taucher) bei der Premiere von „Die fetten Jahre sind vorbei“ in Cannes mit einem ähnlichen Ding vorgefahren, natürlich direkt vor den roten Teppich. Diesmal soll es aber um einen Road-Trip zweier Studenten gehen, die jeder für sich gesehen gerade eine schwere Zeit durchmachen und einfach mal weg müssen, um ein privates Verlangen zu stillen.

Jule möchte mit dem Vater ihres ungeborenen Kindes sprechen, Jan mit seinem Vater, den er noch nie in seinem Leben gesehen hat. Das Ziel ist 2500 Kilometer entfernt, es geht einmal komplett durch Europa, natürlich mit besagtem 303-Bus, der nicht unbedingt schnell fahren wird. Zeit genug für Gespräche, für unzählige Themen, für die man mehr als genug Zeit einplanen kann. Und so sprechen beide beinahe zweieinhalb Stunden lang über das Leben, über die Schule, über alte T-Shirts, die Auswahl von Sexualpartnern und allerhand andere Dinge, bei denen kontrovers die Meinungen aufeinander prallen.

303Für die einen ist dies nun hochtrabendes Gelaber zweier Studenten, die zu lange in irgendwelchen Vorlesungen gesessen haben und nun irgendwelche Leute zitieren müssen, für ganz andere ein Blick auf einen Teil der heutigen Jugend, wie diese das Leben sieht. Es prallen zweifelsohne interessante Meinungen aufeinander, es entstehen Diskussionen über brandaktuelle Themen, gleichwohl wird man Zeuge davon, wie sich zwei augenscheinlich komplett unterschiedliche Menschen langsam beginnen ineinander zu verlieben. Zweifelsohne zuweilen ein sehr anstrengender Film, dann wiederum ein Ausschnitt des Lebens, den man gerade wegen der ungezwungenen Art der Umsetzung lieben lernen wird.

Für Anton Spieker (Tatort) und Mala Emde (Wir töten Stella) war der Film zweifelsohne eine Herausforderung, gleichwohl aber auch eine Chance in ihrer recht jungen Schauspielkarriere, einen Fuß auf die internationale Bühne zu bekommen. Beide meistern dieses schwierige Unterfangen nahezu perfekt, strahlen sie doch eine solche Harmonie aus, dass man ihnen selbst im echten Leben eine gemeinsame Beziehung zutrauen könnte.

Hans Weingartners Film „303“ ist recht zweigeteilt zu betrachten, denn wo die einen die unzähligen Bandwurmdialoge kaum ertragen werden, sind andere ganz davon fasziniert, bekommt man doch einen Einblick ins Leben und eine herzerwärmende Love-Story geboten. Kein einfacher Film, aber ein guter, sofern man sich darauf einlassen kann.

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Wir vergeben daher 7,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Alamode Film

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303

Länge: 145 min

Kategorie: Comedy, Drama, Romance

Start: 19.07.2018

cinetastic.de Filmwertung: (7,5/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 145 min
Kategorie: Comedy, Drama, Romance
Start: 19.07.2018

Bewertung Film: (7,5/10)

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