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Die Tochter

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 30. April 2018

Die Tochter

Wenn die Liebe zwischen Erwachsenen erkaltet und eine Trennung unausweichlich erscheint, leiden zumeist die gemeinsamen Kinder darunter. Auf einmal gibt es zwei Elternteile an unterschiedlichen geografischen Orten, die um die Gunst des Kindes buhlen, wodurch sich eben dieses plötzlich in einer seltsamen Situation befindet. Was aber, wenn die Eltern wieder füreinander Liebe empfinden, wie geht das gemeinsame Kind dann damit um?

Die TochterFür die siebenjährige Luca (Helena Zengel) war die Botschaft eindeutig und dennoch kaum zu begreifen. Ihre Eltern Jimmy (Karsten Antonio Mielke) und Hannah (Artemis Chalkidou) empfinden nichts mehr füreinander, lieben sich nicht mehr, weswegen sie kurzerhand planen getrennte Wege zu gehen. Während Luca bei der Mutter bleibt, erhält ihr Vater das gemeinsame Sorgerecht, wodurch dieser am Wochenende zu Besuch kommen kann. Nach anfänglichen Problemen kommt Luca damit bestens klar, denn während sie ihre Mutter an manchen Tagen so gar nicht leiden kann, genießt sie doch die wenigen Stunden mit ihrem Vater.

Eben diese Situation scheint nun jedoch zu zerbrechen, denn ein junges Ehepaar signalisiert Interesse an dem Ferienhaus auf einer griechischen Insel. Um dieses wieder in Schuss zu bringen und die Wohnung auszuräumen, beschließen die drei kurzerhand, ein paar Tage dort zu verbringen. Während Luca die Zeit genießt, kommen sich Jimmy und Hannah erneut näher. Eine zweite Liebe entflammt, doch plötzlich sieht Luca ihre eigene Position gefährdet. Warum verbringt ihr Vater plötzlich wieder mehr Zeit mit der Mama und warum muss sie auf einmal alleine im Bett schlafen?

Die TochterNachdem Regisseurin und Drehbuchautorin Mascha Schilinski bereits mit ihrem Kurzfilm „Die Katze“ auf zahlreichen Festivals zu sehen war, legte sie bei der Berlinale 2017 in der Kategorie Perspektive Deutsches Kino mit ihrem ersten abendfüllenden Spielfilm nach. In „Die Tochter“ erzählt Schilinski vom Aufblühen einer alten Liebe, von einem kleinen Mädchen, und wie dieses plötzlich ihre Position gefährdet sieht, schwindet doch plötzlich das Interesse der Eltern ihr gegenüber.

Im Grunde steht die Familie in „Die Tochter“ für viele ganz normale Scheidungsfamilien. Die Liebe erkaltet, die Kinder leben plötzlich nur noch bei einem Elternteil, wodurch das jeweils andere eben dieses Kind nach Herzenslust verwöhnt, um die wenige gemeinsame Zeit zu genießen. Dadurch kommen Kinder in Machtpositionen, aus denen heraus Eltern gegeneinander ausgespielt werden können, was die kleine siebenjährige Luca hier scheinbar in Perfektion beherrscht. Die Mutter ist kaum zuhause, vergnügt sich lieber mit ihrem Freund, doch zum Glück gibt es den Papa, der ihr jeden Wunsch von den Augen ablesen kann.

Die TochterObwohl eben dieses Kind rein äußerlich ganz normal erscheint, ist Luca doch ein echter Satansbraten. Kaum verbringen ihre Eltern wieder mehr Zeit miteinander, wird jede nur sich bietende Situation genutzt, um herum zu quengeln. Es wird geschrien, aus Wut heraus auf den Boden gestampft, und wenn das alles nichts nutzt, dann nimmt man halt sein Kuscheltier und nimmt reisaus. Aus Trotz heraus werden Fehler gemacht, welche die kindliche Sicht aber nicht als solche erkennt.

Aus diesen Fehlern entsteht Schmerz, Sorge, zum Teil aber auch Genugtuung, wenn man dem Spross nicht alles durchgehen lässt. Zuweilen dreht sich eben dieses Thema sehr im Kreis, wenn sich punktuell einzelne Handlungsfäden der kleinen Luca wiederholen. Darüber hinaus sind die Figuren zum Teil sehr einseitig und klischeehaft angelegt, wodurch bekannte Rollen in einer Scheidungsfamilie recht schnell zu erkennen sind.

Mit „Die Tochter“ präsentiert Mascha Schilinski einen interessanten ersten abendfüllenden Spielfilm, der auch schon bei der Berlinale 2017 sein Publikum fand.

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Die Tochter

Länge: 103 min

Kategorie: Drama

Start: 17.05.2018

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 103 min
Kategorie: Drama
Start: 17.05.2018

Bewertung Film: (6/10)

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