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Das etruskische Lächeln

Geschrieben von Frank Schmidke am 5. April 2018

Der rätselhaft, glückliche Gesichtsausdruck antiker Terrakotta-Figuren gibt dem Film wie auch der Romanvorlage seinen Titel. Ob der Film mit Brian Cox, der einen schottischen Zausel spielt, auch den Zuschauern ein Lächeln in s Gesicht zaubert, mag davon abhängen wie sehr man sich an der Schottischen Natur freuen mag und dabei die absehbare Story in den Hintergrund zu stellen gewillt ist.

Rory MacNeil (Brian Cox) muss im hohen Alter doch noch sein geliebtes Heimatdorf auf der schottischen Inselgruppe der Hebriden verlassen. Der Besuch bei der Familie seines Sohnes Ian (JJ Feild) in San Franzisko dient weniger dazu, endlich mal Rorys Enkel in Augenschein zu nehmen, denn heimlich den Arztaufzusuchen. Denn Rory setzt alles daran, die seit Generationen dauernde Familienfehde zu gewinnen und seinen Widersacher um jeden Preis zu überleben.

Der Gang zum Spezialisten bleibt dann vorerst doch aus, den Rory muss seinem Enkel schottische Raubeinigkeit einimpfen und ihn aus dem Terminplan seiner amerikanischen Schwiegertochter (Thora Birch) loseisen. Bei der Eröffnung von Ians neuem Restaurant in einem Museum lernt Rory die attraktive Kunsthistorikerin Claudia (Rosanna Arquette) kennen und in dem knarzigen Schotten erwachen Frühlingsgefühle.

Bevor es an die Besprechungdes Filmes geht, noch eine Bemerkung zu der „Literaturverfilmung“ „Das etruskische Lächeln“: Jose Luis Sampedros 1985 erschienener Roman handelt von einem alternden italienischen Widerstandskämpfer, der nach Mailand kommt, ansonsten ist zwar die Handlung weitgehend übereinstimmend, aber der Film hat einen derart anderen Tonfall, dass die Romanvorlage für mich darin kaum noch zu erkennen ist.

Die Geschichte von Generationenkonflikt die „Das etruskische Lächeln“ erzählt wird in der Filmversion mit viel schottischer Landschaft und Heimatgefühlen angereichert. Dazu kommt ein ganzer Haufen erfolgreich integrierter schottischer Wesenszüge, sowohl in der heimatverbundenen Eltern- als auch in der abgewanderten Kindergeneration, man könnte auch sagen Klischees, und fertig ist das Grundgerüst einer familiären Tragikomödie, die zwar unterschiedliche Altersgruppen ansprechen mag, aber vor allem die Großeltern unter den Zuschauern erfreuen wird.

Die Momente, in denen Rory mit seinem Enkel in der großen Stadt durchbrennt, gehören denn auch zu den unterhaltsamsten im Film. Brian Cox ist die Rolle auf den Leib geschustert und das schottische Regieduo Oded Binnun und Mihal Brezis, das zuvor nur Kurzfilme realisiert hat, tut dem schottischen Fremdenverkehr mit diesem Film einen großen Gefallen und weckt die Reiselust und die Sehnsucht nach dieser rauen Natur.

Der latente Konflikt zwischen Vater und Sohn kommt immer mal wieder kurz zum Vorschein, wird aber – steretyp mundfaul- dann doch nicht ausdiskutiert, weil richtige Männer erst im gemeinsamen Whisky-Rausch ihre Gefühle artikulieren können. Die amerikanische Seite der Familie ist quasi nicht existent, beziehungsweise dient nur als Steilvorlage für Gags, die auf den Culture Clash zwischen Naturbuschen und urbanen Hipstern abzielen. Das alles ist durchaus legitim und auch leidlich unterhaltsam.

Unglaubwürdig wird der Film allerdings in der sich anbahnenden Romanze zwischen Rory und Claudia. Brian Cox und Rosanna Arquette geben sich leidlich Mühe, aber ihre Figuren wollen so überhaupt nicht zueinander passen, dass der Beziehung leider jegliche Glaubwürdigkeit fehlt, was sicher auch dem Altersunterschied der beiden Darsteller geschuldet ist. Aber ehrlich, was soll die attraktive Frau kurz vor der Rente, mit dem zwar rüstigen, aber deutlich älteren Burschen denn noch wollen?

Die Tragikomödie „Das etruskische Lächeln“ hat mit der Literaturvorlage das geografisch verlegte Handlungsgerüst gemein, kommt aber nicht an deren Tiefe und Charme heran. Die schottischen Elemente des Films wissen aber durchaus Fernweh zu erzeugen.

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Copyright: Constantin

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Länge: 107 Minuten

Kategorie: Drama

Start: 12.04.2018

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Das etruskische Lächeln

Geschrieben von Frank Schmidke

Länge: 107 Minuten
Kategorie: Drama
Start: 12.04.2018

Bewertung Film: (5/10)

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