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Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 3. Januar 2018

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Der gefeierte Theater-Regisseur Martin McDonagh lässt sich gern sehr viel Zeit zwischen seinen Filmen. Zwischen seinem Debütfilm „Brügge sehen… und sterben?“ und dem späteren „7 Psychos“ lagen vier Jahre, bis zu seinem neuesten Werk sollten nun sogar fünf vergehen. Nichts desto trotz hat sich das Warten mehr als gelohnt. Denn „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ wurde nicht nur für sechs Golden Globes nominiert, wovon er vier tatsächlich gewonnen hat, sondern er ist schon jetzt eines der Highlights des Jahres 2018.

Three Billboards Outside Ebbing, MissouriIm kleinen Städtchen Ebbing im Bundesstaat Missouri wurde vor sieben Monaten die Tochter von Mildred Hayes (Frances McDormand) vergewaltigt und ermordet, seitdem ist nicht unbedingt viel passiert. Die Polizei tappt noch immer im Dunkeln und rührt keinen Finger, während sich ihr Ex-Mann inzwischen mit einer 19-Jährigen vergnügt. Was bleibt, ist ihr Sohn Robbie (Lucas Hedges) und jede Menge Zorn, den sie nicht länger bereit ist tief im Inneren zu ertragen.

Kurzerhand mietet sie sich drei Plakatwände am Ortseingang von Ebbing, klagt dort mit schwarzen Großbuchstaben auf rotem Grund offen die Polizei an und fragt ganz provokativ, warum die diese noch immer keinen Finger gerührt habe. Natürlich bleibt dies nicht ohne Folgen für Mildred, doch während Sheriff Bill Willoughby (Woody Harrelson) noch das Gespräch mit ihr zu suchen versucht, sehen ganz andere sprichwörtlich rot. Allen voran Hilfssheriff Jason Dixon (Sam Rockwell) lebt nun seinen Zorn offen aus, woraufhin Mildred schon bald in Gefahr schweben wird.

Three Billboards Outside Ebbing, MissouriMit seinem Debütfilm „Brügge sehen… und sterben?“ legte Theater-Regisseur Martin McDonagh einen einmaligen Film vor, denn neben wunderbar schrägen Figuren, begeisterte dieser insbesondere mit seinem Humor. Der Folgefilm „7 Psychos“ war noch einen Tick witziger, doch wo diesem das gewisse Etwas fehlte, schafft McDonagh es nun, ein wahres Highlight hinzulegen. Sein Drama „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist zweifelsohne der beste Film seiner bisherigen Karriere, für den er nicht nur die Regie übernahm, sondern erneut auch das Drehbuch beisteuerte.

Bereits der Beginn könnte seltsamer kaum sein, wenn man die etwa 45-jährige Mildred in ihrem alten Wagen die Straße entlang fahren sieht und diese beim Anblick dreier leerer Plakatwände plötzlich einen Einfall hat. Anmieten, mit einem provokanten Spruch die Polizei aufwecken, sodass sich endlich im Mordfall ihrer Tochter etwas bewegen möge. Natürlich ist dies leichter gesagt als getan, denn wie in kleinen Städten üblich, halten bestimmte Gruppen stets zusammen.

Three Billboards Outside Ebbing, MissouriPlötzlich steht sie der Polizei gegenüber, muss sich eines nachtragenden Zahnarztes erwehren und bekommt selbst vom Pfarrer kurzerhand zu hören, dass die Gemeinde auf keinen Fall hinter dieser Aktion stehen wird. Die Grenzen sind klar gezeichnet, Gut und Böse abgesteckt, und dennoch soll alles anders kommen als erwartet. Denn nun durchbrechen einzelne Figuren ihre zweidimensionale Schale, nehmen Kontur an, entwickeln sich und orientieren sich neu. Selbst der fieseste Hilfssheriff beginnt nach einem folgenschweren Ereignis, das eigene Handeln zu überdenken, woraufhin sich nicht nur die Zuschauersympathien drehen, sondern die Inszenierung immer wieder herrlich groteske Wendungen vollzieht.

Wie auch schon in den beiden Filmen zuvor vermag Martin McDonagh dies mit einer ordentlich Portion rabenschwarzen Humors zu garnieren, der immer genau dann zum Vorschein tritt, wenn man ihn am wenigsten erwartet. Egal ob Mildred ihren Zahnarzt malträtiert, den Schulfreunden ihres Sohnes eine verpasst oder im Zorn das Polizeigebäude attackiert, es passt stets perfekt. Dies alles wird mit einer wunderbaren Musikuntermalung von Carter Burwell (Hail, Caesar!) versehen, welche die hervorragende Kameraarbeit von Ben Davis (Guardians of the Galaxy) zusätzlich unterstützt.

Three Billboards Outside Ebbing, MissouriWas bleibt, ist eine hochkarätige Besetzung, die bis in die Nebenrollen hinein brilliert. Frances McDormand (Fargo) lässt den Zuschauer förmlich ihren Hass und ihren Zorn spüren, während Woody Harrelson (Planet der Affen: Survival) einen Sheriff abgibt, der trotz aller Vorurteile einen weichen familiären Kern besitzt. Mit weitem Abstand am überzeugendsten ist aber die Darbietung von Sam Rockwell (Cowboys & Aliens), der vom jähzornigen Rassisten bis hin zum echten Freund und Helfer so manche Wandlung durchmachen durfte. Definitiv ein heißer Anwärter für eine Oscarnominierung als bester Nebendarsteller.

Martin McDonaghs „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ist eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle. Großartige Darsteller und eine Geschichte voller unabsehbarer Wendungen, bereits jetzt eines der großen Highlights des Jahres 2018. Absolut zu empfehlen!

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Wir vergeben daher 8,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: 20th Century Fox

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Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Länge: 115 min

Kategorie: Crime, Drama

Start: 25.01.2018

cinetastic.de Filmwertung: (8,5/10)

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Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 115 min
Kategorie: Crime, Drama
Start: 25.01.2018

Bewertung Film: (8,5/10)

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