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The Disaster Artist

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 25. Januar 2018

The Disaster Artist

In steter Regelmäßigkeit etablieren sich über die Jahre hinweg unglaublich schlechte Filme zum regelrechten Kult, die von den Anhängern und Fans nicht nur feuchtfröhlich gefeiert werden, sondern den beteiligten Filmschaffenden oft auch noch zu unverdientem Ruhm verhelfen. Einer dieser Filme ist zweifelsohne Tommy Wiseaus „The Room“, dessen Entstehungsgeschichte nun mit „The Disaster Artist“ nacherzählt wird.

The Disaster ArtistSan Francisco im Jahre 1998: Der 19-jährige Greg (Dave Franco, der jüngere Bruder von James Franco) träumt seit frühester Kindheit davon Schauspieler zu werden. Leider klappt es mit der Umsetzung nicht so ganz, denn wo der Wille durchaus gegeben ist, scheitert er auf der Bühne oft am fehlenden Selbstvertrauen. Nachdem Greg eines Tages erneut von seiner Schauspiellehrerin (Melanie Griffith) runtergemacht wird, betritt Tommy (James Franco) die Bühne. Ganz in schwarz gekleidet und mit langen Haaren geht dieser in seiner Performance vollkommen auf, doch als auch dieser mit negativer Kritik bedacht wird, hat Greg einen Plan. Wieso proben beide fortan nicht zusammen?

Nach ersten Gesprächen geht die Lebensplanung schon bald einen Schritt weiter, denn nach einem kurzen Gespräch mit seiner Mutter (Megan Mullally) ziehen beide nach Los Angeles in ein gemeinsames Apartment. Dort versuchen sie nun einen Job als Schauspieler zu bekommen, doch auch dies ist leichter gesagt als getan. Schließlich hat Tommy genug vom Vorsprechen, denn wenn sein Talent schon nicht erkannt wird, muss er seine Karriere halt selber in die Hand nehmen. Kurzerhand möchte dieser seinen eigenen Film drehen, wo er nicht nur als Produzent, sondern gleichfalls auch als Drehbuchautor und Hauptdarsteller in Erscheinung tritt.

The Disaster ArtistNach unzähligen Mitternachtsvorstellungen hat sich „The Room“ zum schlechtesten Film aller Zeiten gemausert, doch was steckt eigentlich hinter diesem Phänomen dahinter? Dieser Frage geht auch „The Disaster Artist“ nicht nach, denn dieser erzählt frei nach dem Vorlage „The Disaster Artist: My Life Inside The Room, the Greatest Bad Movie Ever Made“ von Greg Sestero vielmehr jene Geschichte nach, wie eben dieser schlechteste aller Filme entstanden ist.

Wo andere Tommy Wiseau einen Spiegel vors Gesicht gehalten oder eben diese Kultfigur nur noch mehr hervorgehoben hätten, verbleibt Regisseur James Franco in einer überwiegend neutralen Haltung, ohne jedoch auf die überspitzten Züge von Wiseau verzichten zu wollen. Von daher könnte man „The Disaster Artist“ als eine Art Making-Of von „The Room“ bezeichnen, denn wo der Kultfilm viele Fragen offen lässt, werden hier zumindest einige beantwortet. Wie der richtige Name von Tommy Wiseau lautet, wo er seinen Akzent oder gar die 6 Mio. US-Dollar für die Finanzierung her hatte, wird auch hier nicht abschließend geklärt, doch für Fans von „The Room“ gibt es jede Menge Material, das es zu entdecken gilt.

The Disaster ArtistJames Franco setzt dabei in erster Linie auf die völlig egozentrische Figur des Tommy Wiseau, in die er sich selbst mit vollstem Körpereinsatz hineinsteigert. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Dave entstehen dabei durchaus sehenswerte Szenen, die mal vor Witz und Satire nur so sprühen, dann allerdings wieder so überspitzt sind, dass man über diesen Film nur den Kopf schütteln kann. Er ist verrückt, abgedreht, eben genauso wie „The Room“, was auch im Hinblick auf gezeigte Szenen verdeutlicht wird. Eben diese werden nämlich haarklein wie im Original nachgespielt, was nicht nur Figuren und Texte betrifft, sondern ebenso das Set und kleine Details der Ausstattung.

Fans von „The Room“ werden die Szene auf dem Hinterhof wiedererkennen, jene auf dem Dach und natürlich die seltsam anmutende Szene auf dem Bett, die vieles ad absurdum führt. An dieser Stelle sei bereits darauf hingewiesen, dass Fans des Originals auf jeden Fall auch nach dem Abspann sitzen bleiben sollten, denn wo einzelne Szenen von „The Room“ und „The Disaster Artist“ als Vergleich direkt gegenübergestellt werden, hat auch Tommy Wiseau noch einen kurzen Auftritt.

James Francos „The Disaster Artist“ ist ein herrlich abgedrehtes Making-Of über den schlechtesten Film aller Zeiten. Fans von „The Room“ werden diesen Film zweifelsohne lieben, alle anderen sollten dazu bereit sein, ein sehr ungewöhnliches filmisches Experiment serviert zu bekommen.

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Wir vergeben daher 7 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Warner Bros.

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The Disaster Artist

Länge: 104 min

Kategorie: Biography, Comedy, Drama

Start: 01.02.2018

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

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The Disaster Artist

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 104 min
Kategorie: Biography, Comedy, Drama
Start: 01.02.2018

Bewertung Film: (7/10)

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