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I, Tonya

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 28. Januar 2018

I, Tonya

Nachdem wir in diesem Winter mit „Die Anfängerin“ bereits eine fiktive Lebensgeschichte über eine Eiskunstläuferin haben sehen dürfen, kommt nun mit „I, Tonya“ die biografische Aufarbeitung der Karriere von Tonya Harding auf die große Leinwand. Mit viel Humor erzählt Craig Gillespie von einer sehr unkonventionellen Karriere, die sich so aber tatsächlich zugetragen haben soll.

I, TonyaTonya (Margot Robbie) wurde bereits als kleines Kind mit Schlittschuhen aufs Eis geschickt, und obwohl die Lehrerin sie als zu jung ansah, hat sich die kettenrauchende und laut fluchende Mutter LaVona Harding (Allison Janney) durchgesetzt. Was nun folgt, sind viele Jahre hartes Training, hunderte Flüche, tausende Zigaretten und schräge selbstgenähte Kleider, dank derer Tonya bei den Punktrichtern trotz ihres immensen Talents nie eine Chance hat. Dennoch schafft sie es sich durchzusetzen, denn nachdem Tonya als erste Amerikanerin überhaupt einen Dreifach-Axel in einem Wettbewerb schafft, ist sie plötzlich eine kleine Berühmtheit.

Parallel dazu geht allerdings die Ehe mit ihrem Jugendfreund Jeff Gillooly (Sebastian Stan) sprichwörtlich den Bach herunter, denn wo dieser seine Frau unentwegt schlägt und brutal misshandelt, schafft sie es dennoch nicht sich diesen vom Hals zu halten. Plötzlich gibt dieser auch noch ein Attentat auf Tonyas schärfste Konkurrentin Nancy Kerrigan (Caitlin Carver) in Auftrag, woraufhin Tonya nicht nur ein Titel aberkannt, sondern diese auch noch in der Presse als Eishexe tituliert wird. Ihre Karriere scheint dem Ende nahe zu sein, doch Tonya hat auch dabei noch ein letztes Wort mitzureden.

I, TonyaDie Geschichte rund um die amerikanische Eiskunstläuferin Tonya Harding könnte verrückter kaum sein und dennoch hat sich diese (annähernd) wirklich so zugetragen, was man nach diesem Film gar nicht glauben kann. Anstatt nun aber die Biografie trocken und geradlinig zu erzählen, macht Craig Gillespie (Lars und die Frauen) vielmehr eine Satire daraus, die natürlich aus Sicht Tonya Hardings erzählt werden soll.

Eine junge Frau aus der Unterschicht, die es zu einer der besten Eiskunstläuferinnen ihres Landes gebracht hat. Im Grunde unmöglich, möchte man meinen, doch wenn man eine so versessene Mutter hat, die ihre Tochter anbrüllt, runter macht und manchmal auch ein Messer nach dieser wirft (und trifft…), vielleicht doch nicht ganz so abwegig. Tonya Harding hatte sehr viel Talent, kein Geld und auch keine Menschen, die an sie glaubten. Es entstand eine junge Frau, die anderen mit Hass und Gewalt begegnete und dabei zu etwas herangereift ist, das man wohl am besten als Produkt ihrer eigenen Umwelt beschreiben könnte.

I, TonyaKommen wir aber wieder zum Film. „I, Tonya“ ist eine bitterböse Satire, bei der man als Zuschauer nie völlig, weiß wo denn die Wahrheit anzusiedeln ist. In kurzen Interviewsequenzen widersprechen sich die verschiedensten Beteiligten fast immer, wobei natürlich die Erzählung von Tonya als einzig wahre anzusehen ist. Schrill bunte selbstgenähte Kleider, üble Rockmusik und dazu Bewegungen auf dem Eis, die man wohl als einzigartig bezeichnen kann.

Für Hauptdarstellerin Margot Robbie (Suicide Squad) kein leichtes Unterfangen, denn wo sie sich auf dem Eis behaupten muss, gibt sie gleichwohl eine sehr vielschichtige Performance ab, die irgendwo zwischen wütender und leicht psychopatischer Sportlerin anzusiedeln ist. Zweifelsohne eine der besten Leistungen ihrer bisherigen Karriere, was sogleich auch mit einer Oscar-Nominierung gewürdigt wurde.

Craig Gillespie präsentiert mit „I, Tonya“ eine bissige Satire rund um die ungewöhnliche Karriere von Tonya Harding. Ein Geschöpf ihrer eigenen (verrückten) Umwelt, die hier ihre ganz besondere Sicht der Dinge erzählt.

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I, Tonya

Länge: 120 min

Kategorie: Biography, Comedy, Drama

Start: 22.03.2018

cinetastic.de Filmwertung: (7,5/10)

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I, Tonya

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 120 min
Kategorie: Biography, Comedy, Drama
Start: 22.03.2018

Bewertung Film: (7,5/10)

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