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Hannah – Ein buddhistischer Weg zur Freiheit

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 2. Januar 2018

Hannah – Ein buddhistischer Weg zur Freiheit

Als Hannah Nydahl am 1. April 2007 verstarb, war dies nicht nur für die Familie und engste Freunde ein schwerer Schicksalsschlag, sondern ebenso für viele Gläubige, denen Hannah in fast vier Jahrzehnten begegnete. Wer aber war die Dänin, die den Buddhismus in die westliche Welt brachte und die zahlreiche Meditationszentren gründete?

Hannah – Ein buddhistischer Weg zur FreiheitGenau dieser Frage geht Regisseurin Marta György-Kessler nach, die über viele Jahre hinweg Wegbegleiterin von Hannah Nydahl war und sich nach deren Tod die Frage stellte, wie man dieses umfangreiche Leben wohl am besten abbilden könnte. Es stand ein Buch im Raum, eine filmische Aufarbeitung, welche im besten Fall nach nur einigen Monaten abgeschlossen sein könnte, letzten Endes aber fast fünf Jahre in Anspruch nahm.

Bei eben dieser Aufarbeitung des Lebens von Hannah Nydahl geht Marta György-Kessler über weite Strecken strikt chronologisch vor. Nach einer kurzen Einleitung zur Kindheit, dem Elternhaus und der Familie geht’s auch schon ans Eingemachte, wenn die Studienzeit thematisch aufbereitet wird. An der Kopenhagener Universität lernt Hannah nämlich Ole kennen und lieben, einen alten Freund aus frühen Kindheitstagen, mit dem sie sich nicht nur körperlich, sondern vor allem geistlich eng verbunden fühlt.

Hannah – Ein buddhistischer Weg zur FreiheitDie Hochzeitsreise führt über den sogenannten „Hippie Trail“ nach Katmandu in Nepal, wo beide nicht nur mit Drogen experimentieren, sondern auch schon bald einen spirituellen Weg beschreiten. Sie lernen den bhutanischen Lama Lopön Tsechu Rinpoche kennen und begeistern sich für dessen Lehren, welcher sie wiederum mit dem 16. Karmapa bekannt macht, der das Oberhaupt der Karma-Kagyü-Linie des Tibetischen Buddhismus darstellt. Was nun folgt, sind viele Aufnahmen, bei denen Hannah und Ole den 16. Karmapa zu den verschiedensten Stationen begleiten, wie diese von seinen Lehren profitieren, diese annehmen und wiederum ins Deutsche, Englische und Dänische übersetzen.

Fortan liegt es nun an Hannah und Ole den buddhistischen Glauben in der westlichen Welt zu verbreiten, woraufhin beide nicht nur unzählige Zentren eröffnen, sondern auch als Übersetzer, später auch als Lehrer zur Verfügung stehen. Dies alles ist sehr anschaulich aufbereitet, denn neben zahlreichen Interviews und alten Kameraaufnahmen, erzählt Hannah durch diverse Audiomitschnitte ihre Geschichte zum Großteil selbst. Dadurch wird vor allem Hannahs Frohnatur  vermittelt, ihr Humor und der unabdingbare Wille, selbst der ausweglosesten Situation noch etwas Positives abzugewinnen.

Hannah – Ein buddhistischer Weg zur Freiheit„Hannah – Ein buddhistischer Weg zur Freiheit“ ist aber kein reines Loblied auf die Dänin, die den Buddhismus in den Westen brachte, sondern vielmehr eine Bestandsaufnahme der spirituellen Bewegung, die es nicht immer einfach hatte. Die Verfolgung der Tibeter nach dem zweiten Weltkrieg ist ebenso Thema wie die spätere innere Zerrissenheit des Buddhismus, wo die Suche nach dem 17. Karmapa vor allem von inneren Machtkämpfen und zahlreichen politischen Aspekten beeinflusst wurde.

Mit „Hannah – Ein buddhistischer Weg zur Freiheit“ ist Marta György-Kessler ein wunderbares Biopic über Hannah Nydahl gelungen, welches sich nicht nur der Person widmet, sondern ebenso der Geschichte des Buddhismus ihren Raum lässt.

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Hannah – Ein buddhistischer Weg zur Freiheit

Länge: 90 min

Kategorie: Documentary

Start: 18.01.2018

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

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Hannah – Ein buddhistischer Weg zur Freiheit

Hannah – Ein buddhistischer Weg zur Freiheit

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 90 min
Kategorie: Documentary
Start: 18.01.2018

Bewertung Film: (7/10)

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