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Downsizing

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 3. Januar 2018

Downsizing

Die Menschheit nähert sich langsam aber stetig der Marke von 8 Mrd. Individuen, Ressourcen werden bereits seit Jahrzehnten knapp, während Müllberge wachsen und die Umweltverschmutzung überall auf der Welt bedrohliche Ausmaße annimmt. Wie man alledem begegnen kann, erklärt uns Alexander Payne in seinem Film „Downsizing“, der als Komödie, aber auch als soziales Experiment durchaus funktioniert.

DownsizingDie norwegischen Wissenschaftler haben es geschafft. Nach vielen Jahren voller aufopferungsvoller Studien haben sie endlich ein Mittel gefunden, um Zellen schrumpfen zu lassen, was nicht nur an Mäusen, sondern gleichwohl auch an Menschen getestet wird. Das Experiment ist ein voller Erfolg, denn Menschen kann man nicht nur auf eine Größe von nur 12 Zentimetern verkleinern, man löst ganz nebenbei auch einige der größten Probleme der Menschheit.

Zehn Jahre nach diesem bahnbrechenden Erfolg hat sich dieses Verfahren etabliert, denn überall auf der Welt entstehen kleine Miniaturwunderländer, in denen die verschiedensten Menschen fortan leben. Für den Ergotherapeut Paul Safranek (Matt Damon) und seine Frau Audrey (Kristen Wiig) scheint dies eine echte Alternative zum wahren Leben zu sein, denn während sie sich einfach kein Haus leisten können, sind sie dort Millionäre. Leider stellt sich der Plan als nicht ganz so perfekt heraus, denn nachdem Audrey bei der Prozedur kalte Füße bekommt, muss Paul fortan alleine im neuen Paradies ausharren.

DownsizingIn den letzten Jahren haben sich gleich mehrere Filme etabliert, die in erster Linie mit den reinen Größenverhältnissen arbeiten. Während Klassiker wie „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ eher auf Familienunterhaltung setzen, hat dies Marvel mit „Deadpool“ im Comic- und Action -Segment erfolgreich etabliert. Regisseur und Drehbuchautor Alexander Payne (The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten) geht nun einen gänzlich anderen Weg, denn wo er gesellschaftskritische Elemente aufzeigt, kommt auch der Humor nicht zu kurz.

Um eben dies zu erreichen, lässt sich Payne ungemein viel Zeit. In den ersten 45 Minuten widmet er sich rein seinen Figuren, zeigt deren Umfeld auf, beleuchtet die Ehe detailliert und stellt dann ganz trocken fest, dass letzten Endes doch die finanziellen Elemente ausschlaggebend sind. In „Downsizing“ ist das Schrumpfen nämlich nicht den besonders reichen Menschen vorbehalten, sondern am ehesten der gesunden Mittelschicht. Aus 52.000 Dollar im realen Leben macht man nun nämlich 12 Mio. Dollar im verkleinerten Leben, wodurch nicht nur das Traumhaus schnell in Erfüllung gehen kann, sondern ganz nebenbei auch noch die Lebenserhaltungskosten gestemmt werden können.

DownsizingDer Höhepunkt ist zweifelsohne der Verkleinerungsprozess an sich, denn ohne den Zuschauer mit wissenschaftlichen Details zu langweilen, wird nur auf das Gröbste geachtet. Die Menschen werden komplett rasiert, jedwede Füllungen werden aus den Zähnen entfernt (tote Materie verkleinert sich nicht) und schon wird man in einer Art Massenabfertigung verkleinert, woraufhin sich die Krankenschwestern schnell um den nächsten Patienten kümmern. Leider geht es mit der Inszenierung ab diesem Punkt steil bergab, denn was nun folgt, sind unzählige kleine Geschichten, die Paul in seiner neuen Welt erlebt.

Natürlich darf auch hier die nötige Gesellschaftskritik nicht fehlen, was mit der vietnamesischen Putzfrau Ngoc Lan Tran (Hong Chau) verdeutlicht wird. Sie wurde entgegen ihrem Willens vom dortigen Regime verkleinert, anschließend von der westlichen Welt in die kleine Stadt gesteckt, wo sie fortan für ihren Lebensunterhalt niedere Arbeiten verrichten kann. Egal ob groß oder klein, irgendwer wird also immer ausgebeutet, was dem Zuschauer auch direkt mit der Moralkeule verabreicht wird.

Alexander Payne gelingt mit „Downsizing“ leider nicht der ganz große Wurf, denn wo die Schauwerte zum Staunen einladen, gibt es deutliche Defizite in der Handlung der zweiten Filmhälfte.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Paramount

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Downsizing

Länge: 135 min

Kategorie: Comedy, Drama, Sci-Fi

Start: 18.01.2018

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 135 min
Kategorie: Comedy, Drama, Sci-Fi
Start: 18.01.2018

Bewertung Film: (6/10)

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