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Der Geschmack von Leben

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 4. Dezember 2017

Der Geschmack von Leben

Das Team von WTP International ist bekannt für ihre provokanten Filme. Oft sind diese sehr eigen, bekommen in der IMDB nicht unbedingt positive Bewertungen und haben dennoch eine beachtliche Fangemeinde, sodass der Weg ohne jedwede Filmförderung weiter beschritten werden kann. Bei den 51. Hofer Filmtagen wurde in diesem Jahr der nunmehr fünfte Film von Roland Reber uraufgeführt, der einmal mehr mit seiner ganz eigenen Sicht der Dinge bestehende Grenzen überschreitet.

Der Geschmack von LebenWonach schmeckt das Leben? Für die etwa 40-jährige Nikki (Antje Nikola Mönning) lässt sich diese Frage ganz einfach beantworten: nach Sperma. Die lebensfrohe Dame fährt mit ihrem Land-Rover durchs Land, interviewt die unterschiedlichsten Menschen und lässt diese vom Leben berichten. Das Leben schmeckt für jeden anders, denn wo sich Wünsche und Sehnsüchte unterscheiden, unterscheidet sich ebenso der Blick auf das Leben. Unkommentiert lässt Nikki die Menschen zu Wort kommen, gibt diesen eine Stimme, nur um dann wieder selbst die Kontrolle zu übernehmen.

Die lebensfrohe Dame ist das Bindeglied zwischen den unterschiedlichsten Geschichten, die in dieser Form nur von Roland Reber stammen konnten. Die Geschichten sind anders, bestenfalls als lose Fragmente zu bezeichnen, die dann inhaltlich wieder so ohne Sinn und Verstand auf den Zuschauer niedergehen, dass dieser sich förmlich vor den Kopf gestoßen fühlt. So sind eben Rebers Filme. Unkonventionell, nicht ganz einfach und vor allem unabhängig von jedweder Filmförderung. Letztere wäre thematisch auch kaum zu realisieren, denn wo die Filmförderung feste Grenzen aufzeigt, versucht Reber diese zu durchbrechen.

Der Geschmack von LebenSeit seinem letzten Schlaganfall ist es etwas ruhiger um den Regisseur geworden, doch folgt auf die Ruhe nicht bekanntlich der Sturm? Lauter denn je zieht dieser in „Der Geschmack von Leben“ auf den Zuschauer her, denn nun liegt es an den Damen rund um ihn, seine Intention irgendwie umzusetzen. Eben diese Intentionen lassen sich nur schwer in ein vorbestimmtes Korsett zwängen, denn zwischen lockeren Sprüchen, philosophischen Redewendungen und Zitaten aus Gedichten wird der Zuschauer stets mit viel nackter Haut konfrontiert.

Da haben wir zwei Damen, die nackt auf einem Felsen liegen und sich über Bockwurst unterhalten, einen Mann im Wald, der mit seiner möglichen Impotenz konfrontiert wird, oder eben einer Dame auf einem Sofa, die sich nur wenige Minuten später auf Knien mit dem Kopf zwischen den Beinen eines älteren Herrn befindet. Szenen wie diese waren bereits früher bei Roland Reber an der Tagesordnung und so wird es auch diesmal nur wenig Spielraum für den Zuschauer geben. Die einen mögen seine verrückten Ideen und Bilder, die anderen können diesen nichts abgewinnen. Zwei Extreme, die nie zueinander finden, solange Roland Reber offen provoziert und an einem Mittelweg gar nicht erst interessiert ist.

In seinem fünften Film nimmt Roland Reber endgültig Abstand von einer gradlinigen Erzählung. Stattdessen präsentiert uns dieser eine Vielzahl von Fragmenten, die bestenfalls lose von einer Person zusammen gehalten werden. Erneut ein Film, der polarisiert und nicht jedem gefallen wird. Halt ein typischer Reber…

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: WTP

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Der Geschmack von Leben

Länge: 85 min

Kategorie: Drama

Start: 22.02.2018

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Der Geschmack von Leben

Der Geschmack von Leben

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 85 min
Kategorie: Drama
Start: 22.02.2018

Bewertung Film: (6/10)

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