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Operation Duval – Das Geheimprotokoll

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 16. November 2017

Operation Duval - Das Geheimprotokoll

Politthriller erfreuen sich noch immer großer Beliebtheit, denn neben den fein erzählten Geschichten begeistern dabei ein ums andere Mal vor allem die aktuellen Themen. In Thomas Kruithofs „Operation Duval – Das Geheimprotokoll“ geht es diesmal allerdings weniger um einen tatsächliches politisches Beben, als vielmehr um einen Mann, der einen letzten Strohhalm ergreift, um doch noch Arbeit zu finden.

Operation Duval - Das GeheimprotokollMit seinen 50 Jahren ist Duval (François Cluzet) eigentlich noch immer im besten Alter, doch nachdem er bei seinem letzten Job einem Burnout unterlag, ist es für ihn alles andere als einfach einer geregelten Arbeit nachzugehen. Stattdessen verbrachte er die letzten zwei Jahre allein in seiner Wohnung, widmete sich einem Puzzle oder besuchte die anonymen Alkoholiker, wo er erst kürzlich seine Marke für das erste Jahr des Alkoholverzichts erhielt. Eines Tages bekommt Duval schließlich einen Anruf für ein Jobangebot, woraufhin er sich bereits am nächsten Tag im Verteidigungsministerium vorstellen soll.

Ein gewisser Clément (Denis Podalydès) sucht dort einen gewissenhaften Mann, der im Grunde nur Tonbänder abtippen soll. An sich eine einfache Aufgabe, für die es auch noch 1500 € wöchentlich gibt. Obwohl Duval anfangs noch zögert, nimmt er den Job an, denn auch er kämpft in letzter Zeit mit finanziellen Problemen. Fortan begibt er sich jeden Morgen in eine abgedunkelte Wohnung, hört sich Tonbänder an, tippt diese mit einer Schreibmaschine ab, nur um die Abschriften schließlich einem weiteren Mann zu übergeben. Im Grunde kein schlechter Job, wenn er nicht plötzlich Mitschnitte über Geiselnahmen und einen Mord hören würde. Nun möchte Duval am liebsten kündigen, doch ist dies bei dieser Art Arbeit alles andere als einfach.

Operation Duval - Das GeheimprotokollDa hat sich Thomas Kruithof für seinen Debütfilm beim besten Willen keinen einfachen Stoff ausgesucht. Ein Politthriller im Herzen Frankreichs, garniert mit einem Hauch Gesellschaftskritik, die er hier am französischen Arbeitsmarkt anzubringen hat. Mit letzterer zielt er auf die schlechte Konjunktur ab, auf die Wiedereingliederung älterer Arbeitnehmer, gleichwohl aber auch auf die Politik an sich, die Menschen wie ihn einsam und allein im Regen stehen lassen.

Neben diesen eher unterschwellig angebrachten Themen geht es Kruithof aber vor allem um seine Figur des Duval, der auf der Suche nach einem Job unfreiwillig in unlautere Machenschaften verwickelt wird. Was anfangs noch recht harmlos beginnt, steigert sich bald zur Mitwisserschaft an brisanten Informationen, wodurch dieser nicht nur von einer unglücklichen Geiselhaft erfährt, sondern ebenso von einem Mord. An dieser Stelle wird natürlich die Frage des Gewissens aufgeworfen, doch nicht weiter verfolgt. Der im Mittelpunkt stehende Duval versucht zu kündigen, aber ist dies in diesen Kreisen überhaupt möglich?

Operation Duval - Das GeheimprotokollWas durchaus interessante Ansätze besitzt, offenbart streckenweise gewaltige Längen. Dies hat natürlich viel mit der dargelegten Figur zu tun, die weder offensiv durchs Leben geht, noch irgendwelche Freundschaften pflegt. Der Zuschauer ist zumeist in einer beobachtenden Rolle, wenn er Duval des Abends in seiner kargen Küche beim Puzzeln zuschaut, diesen bei seiner grauen Arbeitsstätte sieht oder einfach nur ziellos durch die Gegend trabend. Die Bilder sind oft grau in grau, jedwede Farbe und Leben scheint man bereits im Keim erstickt zu haben.

Im letzten Drittel nimmt „Operation Duval – Das Geheimprotokoll“ schließlich etwas Fahrt auf, wenn Duval in die Offensive gedrängt wird und sich der Film mit Wendungen überschlägt. An dieser Stelle offenbart Thomas Kruithof schließlich auch seine Stärken, doch scheint es dafür bereits zu spät zu sein.

Neben dem bestenfalls durchschnittlichen Drehbuch muss man aber vor allem die schauspielerische Leistung von François Cluzet (Ziemlich beste Freunde) hervorheben, dem hier ein wunderbares Spiel von Mimik und Gestik gelungen ist. Im Grunde läuft er nur ausdruckslos im Film hin und her, doch vermag er mit seinem Gesicht mehr dem Zuschauer zu erzählen, als dies mit allen Dialogen möglich wäre.

Das Spielfilmdebüt von Thomas Kruithof ist bestenfalls als durchschnittlicher Politthriller zu verstehen, der gegen Ende hin durchaus interessante Wendungen offenbart, vorher aber bereits den einen oder anderen Zuschauer verloren hat.

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Copyright: Temperclayfilm

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Operation Duval - Das Geheimprotokoll

Länge: 91 min

Kategorie: Action, Thriller

Start: 23.11.2017

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Info

Operation Duval - Das Geheimprotokoll

Operation Duval – Das Geheimprotokoll

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 91 min
Kategorie: Action, Thriller
Start: 23.11.2017

Bewertung Film: (6/10)

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