cinetastic.de - Living in the Cinema

The Big Sick

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 3. Oktober 2017

The Big Sick

Das Leben in den Vereinigten Staaten ist für Immigranten alles andere als einfach, denn obwohl der „American Dream“ besagt, dass jeder mit viel harter Arbeit alles erreichen kann, sieht die Realität oft anders aus. Der Pakistani Kumail Nanjiani kann davon ein Lied singen, denn dieser wollte – entgegen der Wünsche seiner Eltern – gern Comedian werden. Der steinige Weg von Kumail wurde nun in „The Big Sick“ verfilmt, in dem Kumail Nanjiani selbst die Hauptrolle spielen darf.

The Big SickAls Sohn pakistanischer Einwanderer hatte es Kumail (Kumail Nanjiani) nie wirklich einfach. Sein Traum war es, ein Leben lang auf der Bühne zu stehen, Geschichten und Witze zu erzählen und mit diesen wiederum das Publikum zum Lachen zu bringen. Obwohl seine Eltern Azmat (Anupam Kher) und Sharmeen (Zenobia Shroff) den Wunsch ihres Sohnes konsequent ablehnen, schafft dieser es dennoch das Publikum zu begeistern, doch eines Abends bringt ihn die schlagfertige Emily (Zoe Kazan) total aus dem Konzept. Kurze Zeit später treffen sich beide an der Bar, haben einen wunderbaren Abend und verbringen schließlich auch die Nacht zusammen, was der Start einer einmaligen Beziehung sein soll.

Leider hat Kumail noch ein ganz anderes Problem, denn seine Eltern würden ihn am liebsten mit einer pakistanischen Frau verheiraten, weswegen diese stets diverse Damen zum Essen einladen. Um seine Eltern nicht vor den Kopf zu stoßen und um nicht aus der Familie verstoßen zu werden, verheimlicht Kumail seine Beziehung mit Emily, was diese schließlich herausfindet. Verständnislos macht sie kurzerhand Schluss, doch nur wenige Tage später wird eine gefährliche Entzündung bei ihr diagnostiziert. Die Ärzte versetzten Emily in ein künstliches Koma, woraufhin Kumail plötzlich deren Eltern kennenlernt, die von ihm positiv überrascht sind.

The Big SickAuf dem diesjährigen Sundance Film Festival war „The Big Sick“ eine kleine Überraschung, denn Regisseur Michael Showalter (Hello, My Name Is Doris) schaffte es mit seiner RomCom die Herzen der Zuschauer im Nu zu erobern. Die Basis für diesen Erfolg war das Drehbuch von Autorin Emily V. Gordon (Power Up), die das Leben von Kumail Nanjiani (So spielt das Leben) nicht nur zu Papier brachte, sondern heute auch dessen Ehefrau ist (ja, sie ist die Emily aus dem Film, spielt sich nur nicht selbst).

Die schönsten Geschichten schreibt das Leben noch immer selbst, anders könnte man es im Falle von Kumail Nanjiani kaum beschreiben. Als Sohn pakistanischer Einwanderer sprach er auf der Bühne zumeist über die Kultur seines Landes, von den Frauen und natürlich über arrangierte Ehen. Ein Teil seines Programms ist in „The Big Sick“ zu sehen, doch soll nicht Kumails Bühnenkarriere im Fokus der Geschichte stehen, sondern vielmehr die Beziehung zur Amerikanerin Emily, die er eines Abends hat kennenlernen dürfen. Der Werdegang der Beziehung ist dabei recht berechenbar gehalten, doch ist dies keinesfalls als Negativpunkt anzusehen. Insbesondere die Kennenlernphase macht richtig Spaß, was in erster Linie der quirligen Zoe Kazan zuzuschreiben ist.

The Big SickNeben jeder Menge witziger Dialoge überzeugt insbesondere der Teil bei Kumails Eltern, der als Gradwanderung zwischen Tradition und Moderne anzusehen ist. Auf der einen Seite respektiert er seine Eltern und den Wunsch, ihn mit einer pakistanischen Frau zu verheiraten, auf der anderen lehnt er den Wunsch, Arzt oder Jurist zu werden, konsequent ab, da er abseits des Gebets gern seinen Traum leben will. Ähnlich überraschend fällt auch der Konflikt mit Emilys Eltern aus, die in ihm in erster Linie einen Mann sehen, der das Herz ihrer Tochter gebrochen hat, die ihn aber dennoch eindrucksvoll auf der Bühne verteidigen, wenn sich dieser rassistischer Kommentare erwehren muss.

Das Highlight dieses Films ist natürlich die locker-leicht erzählte Geschichte von Kumails Ehefrau Emily, die es spielerisch schafft kleinere Hürden zu nehmen und die Erzählung immer genau dann aufzulockern, wenn „The Big Sick“ kurz davor ist zu weit ins Melodramatische abzudriften. Für Hauptdarsteller Kumail Nanjiani war es mit Sicherheit ein interessantes Unterfangen, sein eigenes Leben noch einmal erleben zu dürfen, was er nicht nur überzeugend, sondern vor allem frisch, ehrlich und sehr unterhaltsam dargeboten hat.

Die Culture-Clash-Tragikomödie „The Big Sick“ schafft es eine interessante Geschichte mit jeder Menge Wortwitz und wunderbaren Figuren zu verbinden, sodass ein ganz einmaliger Film entsteht. Ein Highlight auf dem diesjährigen Sundance Film Festival, das auch sein deutsches Publikum finden wird.

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Wir vergeben daher 7 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Weltkino

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Mit Facebook Anmelden um zu Posten!

Anmelden
The Big Sick

Länge: 120 min

Kategorie: Comedy, Drama, Romance

Start: 16.11.2017

cinetastic.de Filmwertung: (7/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Leser Filmwertung: (0,0/10)

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10

Film bewerten!

Gewinnspiele

Gewinne Kinokarten, BluRays, DVDs,
Fan Packages und mehr!

Gleich mitmachen

Info

The Big Sick

The Big Sick

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 120 min
Kategorie: Comedy, Drama, Romance
Start: 16.11.2017

Bewertung Film: (7/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Leser Filmwertung: (0,0/10)

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10

Film bewerten