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Blade Runner 2049

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 3. Oktober 2017

Blade Runner 2049

Bei seinem Kinostart im Jahre 1982 hätte wohl niemand erwartet, dass sich „Blade Runner“ zum echten Kult-Objekt entwickeln würde. Damals an den Kinokassen weitestgehend gefloppt, konnte erst die spätere Vermarktung auf VHS überzeugen. 35 Jahre nach dem Original kommt nun die langersehnte Fortsetzung ins Kino, doch kann diese tatsächlich den hohen Erwartungen genügen?

Blade Runner 2049Im Jahre 2049 gibt es nur noch wenige Replikanten ohne Lebenszeitbegrenzung, denn nach den folgeschweren Ereignissen im Jahre 2019 wurden die meisten vernichtet, einige wenige sind untergetaucht. Der LAPD Polizist K (Ryan Gosling) spürt die letzten verbliebenden Exemplare für seine Vorgesetzte Lieutenant Joshi (Robin Wright) auf, doch als dieser bei seiner Jagd auf ein dunkles Geheimnis stößt, fangen sich die Ereignisse an zu überschlagen.

Plötzlich treten Erinnerungen ans Tageslicht, während Replikanten-Produzent Niander Wallace (Jared Leto) seine ganz eigenen Ziele zu verfolgen beginnt. Mit der Zeit beginnt K zusammen mit seiner Hologramm-Freundin Joi (Ana de Armas) die einzelnen Puzzleteile zu verbinden, doch Luv (Sylvia Hoeks) – eine Mitarbeiterin von Wallace – ist ihm schon auf der Spur. Rettung vermag nur noch der ehemalige Blade Runner Rick Deckard (Harrison Ford) zu bringen, der allerdings seit Jahrzehnten bereits verschwunden ist.

Blade Runner 2049Um eines vorwegzunehmen: Bei der Pressevorführung wurden wir darum gebeten, auf eine Inhaltsangabe weitestgehend zu verzichten. Natürlich kann man einen Film nicht komplett ohne jedweden Inhalt besprechen, dennoch werden wir uns im weiteren Verlauf weniger auf einzelne Handlungsstränge konzentrieren, sondern vielmehr das Werk in seiner Gesamtheit beurteilen.

Für viele Leser steht natürlich eine Frage im Raum, kann die Fortsetzung auch nur im Ansatz den hohen Ansprüchen gerecht werden? Um es kurz und knapp zu sagen: JA SIE KANN! „Blade Runner 2049“ ist zweifelsohne ein komplexes Meisterwerk geworden, bei dem Regisseur Denis Villeneuve (Arrival) in die riesigen Fußstapfen von Ridley Scott (Alien) getreten ist und diese komplett ausfüllen konnte. Das Kunststück ist diesmal aber einmal mehr das Drehbuch, das unter der Feder von Hampton Fancher (Abenteuer in Rom) entstanden ist und den Zuschauer in eine einzigartige Dystopie entführt.

Blade Runner 2049Damals wie heute geht es auch in „Blade Runner 2049“ um die elementare Frage, was einen Menschen wirklich ausmacht. Ist es das Vorhandensein einer Seele? Ist es das menschliche Etwas? Ist es die Fähigkeit, zu lieben, oder gar die Fähigkeit, neues Leben entstehen zu lassen? Gestreckt auf 163 Minuten, entsteht so ein Meilenstein von einer Geschichte, bei der dem Zuschauer nicht im Ansatz Zeit gelassen wird, kurz auf Toilette zu gehen. Überall verstecken sich kleine Details, die es aufzusaugen gilt, überall findet man kleinste Anlehnungen und Verweise auf den ersten Teil der Geschichte, während Drehbuchautor Hampton Fancher ganz neue Seitenarme entwirft, die wiederum zum Diskutieren einladen werden.

„Blade Runner 2049“ ist ein Film, den man trotz seiner epochalen Länge mehrmals sehen muss, ein Film über den man diskutieren wird, bei dem Meinungen aufeinander prallen und jede Menge Theorien entstehen. Genau dies macht eine gute Geschichte es, genau dies ist es auch, was jeder Filmemacher als Hauptgewinn ansehen wird.

Blade Runner 2049Denis Villeneuves Fortsetzung ist aber nicht nur inhaltlicher Natur einer der besten Science-Fiction-Filme der letzten Jahre, es ist vor allem visuell eine Augenweide, die in den nächsten Jahren neue Standards setzen wird. Egal ob es die tristen Außenaufnahmen sind, bei denen die verschiedensten Grau-Töne dominieren, die Lichtdurchflutete Großstadt oder eben das Orange des zerstörten Los Angeles im letzten Drittel des Films, absolut jede Szene sieht vollkommen authentisch aus, als ob diese düstere Welt tatsächlich irgendwo existieren würde. Für Kameramann Roger Deakins (Sicario) sollte die Oscar-Nominierung nur noch Formsache sein, jede Menge weitere dürfte es wohl für die technische Umsetzung geben. Herausragend ist aber auch der Soundtrack von Hans Zimmer (Dunkirk) und Benjamin Wallfisch (Es), die sich gemeinsam an den Vangelis-Klängen des Originals orientierten und so maßgeblich zur gelungenen Atmosphäre beitrugen.

„Blade Runner 2049“ ist nicht nur eine langersehnte Fortsetzung, sondern einer der besten Science-Fiction-Filme der letzten Jahre. Ein wunderbar komplexes Drehbuch trifft auf visuelle Effekte der Spitzenklasse, die durch einen einmaligen Soundtrack abgerundet werden. Absolut zu empfehlen!

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Wir vergeben daher 9 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Sony

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Blade Runner 2049

Länge: 163 min

Kategorie: Sci-Fi, Thriller

Start: 05.10.2017

cinetastic.de Filmwertung: (9/10)

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Blade Runner 2049

Blade Runner 2049

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 163 min
Kategorie: Sci-Fi, Thriller
Start: 05.10.2017

Bewertung Film: (9/10)

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