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Your Name.

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 24. September 2017

Your Name.

Für Kenner von qualitativ hochwertigen Animefilmen drehte sich in diesem Jahr alles um Makoto Shinkais „Kimi no na wa.“ (bisheriger engl. Titel: „Your Name.“), denn kaum ein anderer Film kam mit mehr positiven Stimmen zu uns nach Europa herüber. Womit aber kann sich dieses angebliche Meisterwerk auszeichnen, sodass sich Kritikerstimmen in den verschiedensten Superlativen übertreffen?

Your Name.Die etwa 16-jährige Mitsuha Miyamizu (im jap. Original: Mone Kamishiraishi) lebt zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Yotsuha (Kanon Tani) bei ihrer Großmutter in einem kleinen Bergdorf Japans. Dort ist sie in erster Linie für den örtlichen Shinto-Schrein verantwortlich, den ihre Familie mit den verschiedensten Ritualen bereits seit Generationen betreut. Leider zeichnet sich besagtes Bergdorf durch jede Menge Langeweile aus, denn dort sind weder größere Feiern üblich, noch findet man dort ein Café, um einfach mal einen Kaffee trinken zu gehen können.

Das Leid schreit Mitsuha eines Abends in die Nacht hinaus, woraufhin sie bereits am nächsten Morgen mit seltsamen Eindrücken erwacht. Plötzlich ist sie ein gleichaltriger Junge namens Taki Tachibana (Ryûnosuke Kamiki), der in der Großstadt Tokio zur Schule geht und des Abends in einem italienischen Restaurant arbeitet. Während die ersten Erfahrungen beider noch recht seltsam anmuten, kommt in den Körpertausch schon bald Struktur, indem sie ihre jeweiligen Erfahrungen im Smartphone festhalten. Doch plötzlich reißt der Kontakt ab und Taki macht sich auf die Suche nach dem unbekannten Bergdorf, um Mitsuha endlich einmal persönlich kennenlernen zu können.

Your Name.In Deutschland wird der Anime oft als Kinderfilm angesehen, denn die liebevoll gezeichneten Bilder bringen Eltern noch immer mit Filmen für ihre Kinder in Verbindung. Dabei sind diese alles andere als einfache Kost, denn in Japan werden selbst die kompliziertesten Geschichten als Anime umgesetzt, was zumeist als Erwachsenenunterhaltung zu verstehen ist. Makoto Shinkais „Your Name.“ war in diesem Jahr der zweiterfolgreichste Film Japans überhaupt, wenn man die Zuschauerzahlen im Ausland mit einberechnet, sogar der erfolgreichste, der jemals produziert wurde.

Dabei hat es sich Makoto Shinkai recht einfach gemacht, denn dieser setzte kurzerhand seinen eigenen Manga um, schrieb das Drehbuch, führte die Regie und war selbst bei den Konzeptzeichnungen involviert. Das Ergebnis dieser unglaublichen Belastung kann sich dennoch sehen lassen, denn Shinkai liefert nicht nur einmalige Bilder ab, er erzählt auch eine überaus komplexe Geschichte, bei der sich der Zuschauer zu keiner Zeit abwenden darf. Selbige beginnt insbesondere am Anfang noch recht verhalten, wenn uns beide Figuren vorgestellt werden und ein grobes Bild davon gezeichnet wird, wie beide den Tag verbringen. Auf der einen Seite ein Mädchen in den Bergen, die an der Tradition festhält und dennoch etwas Aufregendes erleben möchte, auf der anderen ein Junge in der Großstadt, der sich der bitteren Realität aus Bildung und finanziellen Verpflichtungen stellen muss.

Your Name.Nach rund 30 Minuten nimmt „Your Name.“ schließlich etwas Fahrt auf, denn (ACHTUNG, ab hier sind Spoiler unausweichlich) nun versucht dieser das Bergdorf zu finden und muss nach einer langen Suche schließlich feststellen, dass dieses bereits vor drei Jahren von einem Meteoriten vernichtet wurde. Plötzlich hat es der Zuschauer also nicht nur mit zwei Personen zu tun, die ihre Körper des Nachts wechseln, sondern ebenso mit zwei Zeitebenen, bei denen ständig hin und her gesprungen wird. Natürlich dreht sich fortan alles darum, die Dorfbewohnter zu retten, was sich allerdings alles andere als leicht gestalten soll.

Die große Stärke von „Your Name.“ ist aber nicht nur die unglaublich komplexe Geschichte, sondern es sind ebenso die fein gezeichneten Figuren, von denen selbst jene in der zweiten Reihe noch sehr viel Profil besitzen. „Your Name.“ ist aber mehr als nur eine Romanze über zwei Zeitebenen, es ist vor allem ein Film über Schicksal, Bestimmung und die Suche nach dem einen Menschen im Leben. Dies alles wird unterstrichen mit der japanischen Tradition, mit wunderschönen und sehr detaillierten Bildern und nicht zuletzt durch einen einmaligen Soundtrack, bei dem sich die japanische J-Rock-Band RADWIMPS ordentlich austoben durfte.

Makoto Shinkais „Yor Name.“ ist zweifelsohne einer der besten Animefilme der letzten Jahre. Eine unglaublich komplexe Geschichte mit Taschentuch-Garantie, verbunden mit fein gezeichneten Figuren und wunderbar detaillierten Bildern. Eine absolute Empfehlung.

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Your Name.

Länge: 106 min

Kategorie: Animation, Drama, Fantasy

Start: 11.01.2018

cinetastic.de Filmwertung: (9/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 106 min
Kategorie: Animation, Drama, Fantasy
Start: 11.01.2018

Bewertung Film: (9/10)

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