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Pre-Crime

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 15. September 2017

Pre-Crime

Als der US-amerikanische Autor Philip K. Dick im Jahre 1956 seine Kurzgeschichte „Minority Report“ veröffentlichte, dachte wohl niemand daran, dass diese Zukunftsvision eines Tages wahr werden würde. Die Regisseure Matthias Heeder und Monika Hielscher haben sich mit der Thematik der berechenbaren Verbrechen beschäftigt und gehen der Frage nach, in wieweit die damaligen Visionen bereits heute Realität geworden sind.

Pre-CrimeDie Kurzgeschichte von Philip K. Dick spielt in der Zukunft des Jahres 2054, wo Verbrechen noch vor der eigentlichen Tat von der Polizei vorausgesagt und verhindert werden können. Was damals nach einer Zukunftsvision klang, ist bereits heute Realität, wie uns Matthias Heeder und Monika Hielscher in ihrer Dokumentation „Pre-Crime“ aufzeigen werden.

Heutzutage werden überall in unserem Leben Daten gesammelt. Ob dies das Smartphone ist, vernetzte Haushaltsgegenstände oder nur das persönliche Profil in den zahlreichen sozialen Netzwerken, wo jeder Like protokolliert und ausgewertet wird. Eben diese Daten ermöglichen es schon heute, genaue Profile über nahezu jede Person zu erstellen, in denen, durch Wahrscheinlichkeiten errechnet, Neigungen zu Tage treten, die nicht nur für gezielte Werbung, sondern ebenso zur Verbrechensbekämpfung genutzt werden.

Pre-CrimeGeheime Algorithmen errechnen die Wahrscheinlichkeiten für Terroranschläge, helfen der Polizei Verbrechen bereits im Vorfeld zu begegnen, was bereits heute aktiv eingesetzt wird. Matthias Heeder und Monika Hielscher reisen in US-amerikanische und europäische Städte wie Chicago, London, Paris und Berlin, um Gespräche mit Vertretern des Gesetzes zu führen und so Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Verbrechen in den jeweiligen Ländern bekämpft werden.

Bereits zu Beginn wird der Zuschauer mit einem erschreckenden Beispiel konfrontiert, bei der sich die Polizei durch unbekannte Algorithmen errechnen lässt, welche 400 Personen der Stadt als mögliche Straftäter schon bald in Frage kommen könnten. Dabei werden Wohnort, Freunde, persönliche Vorlieben und viele andere Daten zu Rate gezogen, um Täterprofile zu erstellen und bereits im Vorfeld mit diesen das Gespräch zu suchen. Dabei werden die entsprechenden Personen von der Polizei darauf aufmerksam gemacht, dass sie soeben im Raster gelandet sind, was dies genau zu bedeuten hat, wird oft im Unklaren gelassen.

Pre-CrimeAuf der einen Seite ist dies natürlich eine positive Art, möglichen Verbrechen zu begegnen, auf der anderen werden uns aber auch Fälle aufgezeigt, bei denen Menschen zu Unrecht in das Raster der Computer gelangt sind. Was folgt, sind viele Gespräche mit der Polizei, Einschränkungen im persönlichen Leben und die Gewissheit, dass man aus diesem Raster nicht mehr so einfach herauskommen kann.

Es sind aber nicht nur die aufgezeigten Falschmeldungen, die in „Pre-Crime“ beunruhigen, sondern vielmehr der Fakt, dass global Daten vor allem von privaten Firmen gesammelt werden, die diese wiederum zur Auswertung weiterverkaufen. In Zeiten, da uns eine mögliche Überwachung durch Gesetzesvertreter beunruhigt, sollte uns das Sammeln von Daten der großen privaten Konzerne doch viel mehr beunruhigen. Die Folgen sind bereits heute unabsehbar, was folgt, sind düstere Zukunftsszenarien, wie sie Philip K. Dick bereits vor über 60 Jahren in seiner Kurzgeschichte aufgezeigt hat.

Matthias Heeder und Monika Hielscher zeigen in ihrer Dokumentation „Pre-Crime“ ein düsteres Zukunftsszenario auf, das im Ansatz bereits heute Realität geworden ist. Verbrechensbekämpfung mit Hilfe unserer digitalen Daten, deren Auswertung sich niemand mehr entziehen kann.

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Wir vergeben daher 6,5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Rise and Shine Cinema

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Pre-Crime

Länge: 87 min

Kategorie: Documentary

Start: 12.10.2017

cinetastic.de Filmwertung: (6,5/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 87 min
Kategorie: Documentary
Start: 12.10.2017

Bewertung Film: (6,5/10)

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