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It Comes at Night

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 24. September 2017

It Comes at Night

Im Grunde ist es immer wieder das gleiche. Preiswert produzierte Filme werden von einem Filmfest zum nächsten geschickt, bis sich eventuell doch ein Filmverleih dazu erbarmt, diesen einen regulären Kinostart zu ermöglichen. Im Falle von „It Comes at Night“ ist genau das passiert, denn nachdem er in Sundance und einer Handvoll anderer Festivals lief, ist er schon bald in einigen wenigen deutschen Kinos zu sehen.

It Comes at NightNach einer weltweiten Epidemie, bei der ein Großteil der Bevölkerung ausgelöscht wurde, versteckt sich Paul (Joel Edgerton) mit seiner Frau Sarah (Carmen Ejogo) und dem 17-jährigen Sohn Travis (Kelvin Harrison Jr.) in einem Haus tief im Wald. Sicherheit steht bei allen dreien auf der Tagesordnung und so haben diese mit der Zeit gleich mehrere Rituale entwickelt, um das eigene Überleben zu gewährleisten.

Eines Nachts bricht schließlich ein Mann (Christopher Abbott) in ihr Haus ein, den Paul zwar sehr schnell mit Waffengewalt überwältigen kann, der nun allerdings vor einer folgenschweren Entscheidung steht. Besagter Mann glaubte nämlich, dass dieses Haus unbewohnt sei, denn eigentlich war er nur auf der Suche nach Nahrung, um seine Frau und seinen kleinen Sohn zu ernähren. Kann Paul dem unbekannten Mann vertrauen oder sollte er sich seiner entledigen, um seine eigene Familie zu beschützen?

It Comes at NightIn den meisten Filmen, in denen der Zuschauer mit einer Epidemie konfrontiert wird, wird zumeist ein sehr düsteres und beunruhigendes Szenario gezeichnet. Berge toter Menschen, Stromausfälle und natürlich das Fehlen jedweder Nahrung, sodass eine Handvoll Überlebender sich anderer erwehren muss, um an die benötigten Ressourcen zu gelangen. Für Regisseur und Drehbuchautor Trey Edward Shults (Krisha) war dies allerdings keine Option, denn bei einem Budget von grade einmal 5 Mio. US-Dollar musste er sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Da eine zerstörte Welt immer mit vielen finanziellen Ressourcen einhergeht, beschränkt sich Shults auf eine Erzählung in den Tiefen des Waldes. Sein Titel ist dabei an ein Bibelzitat angelehnt, alles was noch fehlt, ist eine nachvollziehbare Bedrohung, die hier natürlich in Form anderer Überlebender dargeboten wird. Wer nun allerdings denkt, dass er es mit einem waschechten Horrorfilm zu tun bekommt, liegt auch hier falsch, denn Shults interessiert sich vielmehr für die menschliche Psyche und die Frage, wie weit ein Mensch wohl gehen würde, um seine eigene Familie zu beschützen.

It Comes at NightNach dem anfänglichen Besuch dümpelt „It Comes at Night“ daher sehr lange bestenfalls herum, wenn uns, einem Drama folgend, ein Miteinander dargeboten wird. Zwei Familien versuchen zusammen zu überleben, unterstützen sich, helfen und versuchen sich bestmöglich zu ergänzen. Erst mit der Zeit bekommt dieser Zusammenhalt erste Brüche, wenn einander misstraut wird, Lügen und Unwahrheiten dominieren und sich ein jeder die Frage stellt, ob der jeweils andere womöglich nicht doch infiziert sein könnte.

Über weite Strecken ist dies durchaus interessant umgesetzt worden, doch so sehr der Blick in die menschlichen Abgründe auch zu gefallen vermag, so sehr hat „It Comes at Night“ auch Leerlauf, da prinzipiell nicht unbedingt viel passiert. Für die einen mag die durchaus beklemmende Atmosphäre Grund genug sein, diversen metaphorischen Fragestellungen nachzugehen, ganz andere Zuschauer werden sich allerdings die Frage stellen, ob inhaltlich nicht mehr möglich gewesen wäre.

Mit gerade einmal 5 Mio. US-Dollar schafft es Edward Shults einen kleinen Überraschungshit zu landen, der vor allem Besucher bei diversen Filmfesten überzeugen konnte. Leider vermag sein Film nur auf der Ebene der menschlichen Psyche und Abgründe zu gefallen, da inhaltlich nicht unbedingt viel passiert.

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Copyright: Universum Film

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It Comes at Night

Länge: 91 min

Kategorie: Horror, Mystery

Start: 18.01.2018

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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It Comes at Night

It Comes at Night

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 91 min
Kategorie: Horror, Mystery
Start: 18.01.2018

Bewertung Film: (6/10)

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