cinetastic.de - Living in the Cinema

The Circle

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 27. August 2017

The Circle

Vor nicht einmal drei Jahren zeichnete Regisseur Wally Pfister mit seinem Film „Transcendence“ ein düsteres Zukunftsszenario, bei dem mit Künstlicher Intelligenz und Nano-Technologie nicht nur positive Dinge in den Alltag der Menschheit Einzug gehalten haben. Mit der Romanverfilmung „The Circle“ geht man nun einen ganz ähnlichen Weg, doch scheint diese Zukunft nur noch wenige Jahre von uns entfernt zu sein.

The CircleDie 24-jährige Mae Holland (Emma Watson) ist mit dem Studium durch, hatte danach einige Nebenjobs und steht nun vor dem ersten Höhepunkt ihres Lebens, denn Mae fängt beim angesagten Internetkonzern „Circle“ an. Hohe lichtdurchflutete Büros, unzählige Restaurants auf dem Firmenkomplex und jede Menge Partys sprechen für sich, denn diese Vielzahl an Annehmlichkeiten werden den Angestellten natürlich gratis überlassen. Bezahlt wird dies vielmehr mit einer einzigartigen Idee, denn die Firma stellt jedem Menschen ein Konto zur Verfügung, welches mit der realen Identität verknüpft ist.

Vorbei scheinen Zeiten, in denen sich unzählige Konten und Passwörter gemerkt werden mussten, doch für Firmengründer Eamon Bailey (Tom Hanks) ist dies nur der Anfang. Er möchte besagte Identität verpflichtend für einen jeden Menschen der Welt einführen, woraufhin er die charismatische Mae darum bittet, bei einem einzigartigen Experiment mitzumachen. Während Mae ihre Privatsphäre vollkommen aufzugeben beginnt, reißt sie ihre Mitmenschen schon bald in einen Strudel ungewollter Offenheit, womit nicht jeder klar kommen wird.

The CircleBasierend auf dem gleichnamigen Roman von Dave Eggers aus dem Jahre 2013, schrieb Regisseur und Drehbuchautor James Ponsoldt (The End of the Tour) einen ersten Drehbuchentwurf, ohne dafür überhaupt einen Auftrag gehabt zu haben. Besagten Entwurf gab er schließlich Tom Hanks zum Lesen, woraufhin alles weitere automatisch geschah. Entgegen dem eingangs erwähnten Film „Transcendence“ soll sich dieses Thema allerdings nicht zehn oder zwanzig Jahre in der Zukunft befinden, denn die Idee von „The Circle“ ist schon heute aktueller denn je.

Eine digitale ID die mit allen Behörden verknüpft ist, mit der ich immer und überall bezahlen kann, die meine medizinischen Daten verwaltet und mit der ich sogar wählen gehen kann. Was sich auf den ersten Blick wie jede Menge Komfort anhört, geht mit der Aufgabe jedweder Privatsphäre einher, was Dave Eggers mit seinem Roman im Jahre 2013 bereits verdeutlichen wollte. Der Internetkonzern wird dabei ganz ohne Frage an bekannte Großkonzerne der heutigen Zeit angelehnt, von denen Google, Facebook und Apple in erster Linie genannt werden müssen. Auch diese sammeln Daten, versuchen einen gläsernen Menschen zu erschaffen, um mit eben diesen Daten weitere Dienstleistungen anbieten zu können.

The Circle„The Circle“ geht aber noch einen Schritt weiter, denn die charismatische und ambitionierte Mae gibt vollen Wissens ihre Privatsphäre auf, da Geheimnisse und Lügen die Wurzel allen Übels seien. Was wäre, wenn ein Mensch nicht mehr lügen, keine Geheimnisse haben könnte, könnte man damit nicht auch indirekt Kriminalität bekämpfen, um so die Menschheit zu etwas Besserem zu machen? Fragen wie diese werden gestellt, woraufhin „The Circle“ nach einer längeren Einführung langsam Fahrt aufzunehmen beginnt, sich gleichwohl aber auch mit dem Thema beschäftigt, was sein würde, wenn Mitmenschen eben nicht ihre Privatsphäre aufgeben möchten.

So spannend „The Circle“ vor allem inhaltlicher Natur ist, so wenig Spannung wird aus Mars Situation innerhalb des Unternehmens erzeugt. Es gibt ganz ohne Frage Mitarbeiter, denen die vollständige Transparenz zu weit geht, die etwas dagegen machen möchten, nur wird eben dies nicht entsprechend umgesetzt. Vielmehr plätschert der Film dahin, erinnert stellenweise an einen fiktiven Steven Jobs, wodurch zwar innovative Gedanken für den Zuschauer aufbereitet werden, das große Ganze aber außer Acht gelassen wird.

Sieht man von der fehlenden Spannung einmal ab, vermögen vor allem Emma Watson (Die Schöne und das Biest) und Tom Hanks (Bridge of Spies: Der Unterhändler) als Hauptdarsteller zu gefallen, die jederzeit die innovativen Personen dieser Zeit glaubhaft verkörpern und von den Mitmenschen angehimmelt werden. Zuweilen hätte man sich von Emma Watson ein vielseitigeres Spiel gewünscht, doch gab dies ihre recht eindimensional angelegte Figur kaum her.

James Ponsoldt gelingt mit der Adaption von Dave Eggers gleichnamigen Roman eine interessante Zukunftsvision, der es zuweilen aber an Spannung fehlt. Technikinteressierte dürfte „The Circle“ zweifelsohne gefallen, wer allerdings einen spannenden Thriller erwartet, wird hiervon leider enttäuscht werden.

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Universum

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Mit Facebook Anmelden um zu Posten!

Anmelden
The Circle

Länge: 110 min

Kategorie: Drama, Sci-Fi, Thriller

Start: 07.09.2017

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Leser Filmwertung: (0,0/10)

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10

Film bewerten!

Gewinnspiele

Gewinne Kinokarten, BluRays, DVDs,
Fan Packages und mehr!

Gleich mitmachen

Info

The Circle

The Circle

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 110 min
Kategorie: Drama, Sci-Fi, Thriller
Start: 07.09.2017

Bewertung Film: (6/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Leser Filmwertung: (0,0/10)

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10

Film bewerten