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What Happened to Monday?

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 28. Juli 2017

What Happened to Monday?

Fast alle Experten sind sich darin einig, dass das Bevölkerungswachstum unaufhaltsam voranschreitet. Lebten im Jahre 1950 noch rund 2,5 Mrd. Menschen auf diesem Planeten, sind es heute bereits 7.5 Mrd., wodurch sich die Bevölkerung in fast 70 Jahren nahezu verdreifacht hat. In Tommy Wirkolas Zukunftsvision „What Happened to Monday?“ wird diesem Wachstum mit einer Ein-Kind-Politik ein Ende bereitet, wodurch allerdings ganz andere Probleme entstehen.

What Happened to Monday?In einer nahen Zukunft leben mehr als 10 Milliarden Menschen auf der Erde, wodurch nicht nur die Rohstoffe unseres Planeten knapp werden, sondern insbesondere die Nahrung. Um dem weltweiten Hunger und Ressourcenverbrauch zu begegnen, beschließt die EU unter Präsidentin Nicolette Cayman (Glenn Close) eine Ein-Kind-Politik einzuführen. Diese Politik wird gnadenlos durchgesetzt, denn bekommt eine Familie ein zweites Kind, wird dieses der Familie kurzerhand entrissen und für eine bessere Zukunft eingefroren.

Für den Großvater (Willem Dafoe) von gleich sieben Kindern ist dies allerdings keine Alternative, woraufhin er seine Siebenlinge (alle gespielt von Noomi Rapace) nach den Wochentagen benennt und diesen untersagt vor das Haus zu gehen. Ihr halbes Leben spielt sich innerhalb des engen Apartments ab, bis diese endlich die Erlaubnis erhalten, am Leben außerhalb teilzunehmen. Da allerdings immer nur eine der Schwestern gesehen werden darf, darf jedes Kind nur an seinem Wochentag vor die Tür gehen, doch auf einmal kommt Monday nicht mehr zurück.

What Happened to Monday?In den letzten Jahren haben viele Filmemacher und Autoren düstere Zukunftsszenarien präsentiert, bei denen die Überbevölkerung unseres Planeten unaufhaltsam voranschreitet und ernste Maßnahmen dagegen eingeleitet werden müssen, reichen die vorhandenen Ressourcen doch nicht für alle aus. In „What Happened to Monday?“ wurde kurzerhand die in China bereits heute existierende Ein-Kind-Politik übernommen, was von den Autoren Max Botkin (Show Dogs) und Kerry Williamson (Fork in the Road) zusätzlich noch verschärft wurde.

Basierend auf einer ungewollten Folge von genmanipuliertem Essen, kämpft die Weltbevölkerung nun nämlich mit einer hohen Anzahl von Mehrlingsgeburten, wodurch die Basis der Siebenlinge gelegt wurde. Wer nun allerdings glaubt, mit einem Drama konfrontiert zu werden, das sich mit den Problemen der Gesellschaft befasst, wird enttäuscht, denn Regisseur Tommy Wirkola (Dead Snow) konzipiert vielmehr einen waschechten Actionfilm, bei dem sich Noomi Rapace (Prometheus – Dunkle Zeichen) in gleich sieben verschiedenen Rollen munter einer Vielzahl gegnerischer Agenten erwehren muss.

What Happened to Monday?Mit jeder Menge aktueller Tricktechnik sind eben diese sieben Rollen glaubhaft umgesetzt worden, denn Noomi Rapace sieht man in den verschiedensten Szenen mit sich selbst interagieren. Trotz gleichen Aussehens ist dabei das Besondere, dass sich jeder der Siebenlinge anders entwickelt hat, demzufolge auch einen anderen Intellekt und Kleidungsstil besitzt. Was hier zwar nur reine Äußerlichkeiten sind, versteht sich auf der Flucht vor den feindlichen Agenten gut zu ergänzen, denn während die eine Person besonders begabt mit Computern ist, eine andere sportlich trainiert, versteht wiederum eine andere ihre weiblichen Reize gekonnt einzusetzen.

Was auf der technischen Seite also wunderbar umgesetzt wurde, besitzt auf der inhaltlichen allerdings nur bedingt Mehrwert, denn bei über zwei Stunden Laufzeit sind nicht nur diverse Längen innerhalb der Handlung zu beobachten, sondern gleichwohl deutliche Defizite. Im Grunde geht es nämlich nur darum, Monday zu finden, den Agenten immer wieder zu entkommen, woraufhin eine Schwester nach der anderen aus dem Leben scheidet. Für Genrekenner erscheint auch die Auflösung nur wenig originell, denn dass Millionen Kinder nicht eingefroren werden, kann man schon bei dem dafür benötigten Platz vermuten, der bereits für die vorhandenen Menschen kaum ausreicht.

Was bleibt, ist eine Noomi Rapace, die sich in gleich sieben unterschiedlichen Rollen beweisen darf, was zuweilen etwas steif aussieht, insgesamt aber sehenswert umgesetzt wurde. Egal ob sie die liebende Freundin spielen darf, die beinharte Kampfsportlerin oder eben die gewiefte Geschäftsfrau, Rapace versteht eine jede der dargestellten Figuren glaubhaft zu verkörpern.

Mit „What Happened to Monday?“ präsentiert Tommy Wirkola dem Zuschauer ein düsteres Zukunftsszenario einer drohenden Überbevölkerung. Was man hier allerdings gesellschaftskritisch hätte herausarbeiten können, ist im Grunde ein zweistündiger Actionfilm, der in Teilbereichen zu gefallen versteht, inhaltlich aber deutliche Defizite besitzt.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Splendid

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What Happened to Monday?

Länge: 124 min

Kategorie: Sci-Fi, Thriller

Start: 12.10.2017

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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What Happened to Monday?

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 124 min
Kategorie: Sci-Fi, Thriller
Start: 12.10.2017

Bewertung Film: (6/10)

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