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Paris kann warten

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 9. Juli 2017

Paris kann warten

Die Familie Coppola kann auf eine eindrucksvolle Filmografie zurückblicken, denn während sich vor allem Francis Ford einen Namen mit „Der Pate“ machen konnte, glänzte Tochter Sofia mit „Lost in Translation“. Ehefrau Eleanor war bisher noch gar nicht in Erscheinung getreten, was sich nun mit „Paris kann warten“ ändern sollte. Selbige liefert nun mit stolzen 81 Jahren ihr Debüt als Regisseurin ab, was dann doch mehr als nur Erstaunlich ist.

Paris kann wartenDer erfolgreiche Produzent Michael Lockwood (Alec Baldwin) hat grade erst die Filmfestspiele in Cannes besucht, da plant er noch ein paar entspannte Ferientage mit Ehefrau Anne (Diane Lane). Leider soll aber auch diesmal alles anders kommen als geplant, denn Michael wird dringend in Budapest erwartet, um sich einigen wichtigen Entscheidungen zu widmen. Für Anne scheint dies bereits schon lange zum Alltag zu gehören, denn diese beschließt kurzerhand allein mit dem Zug nach Paris zu fahren.

Michaels Geschäftspartner Jacques Clément (Arnaud Viard) ist ebenso nach Paris unterwegs, woraufhin dieser Anne den Vorschlag unterbreitet, sie mit dem Auto mitzunehmen. Was eigentlich nur eine Fahrt von wenigen Stunden sein soll, zieht sich dann über mehrere Tage hin, denn während Jacques damit beginnt Anne das wunderschöne Frankreich zu zeigen, kommen sich beide langsam näher.

Paris kann wartenDie Idee zu „Paris kann warten“ kam Eleanor Coppola ursprünglich bei einer Autofahrt nach Paris. Von der ersten Idee bis zum fertigen Drehbuch sollte es dann allerdings mehr als fünf Jahre dauern, bis die 81-jährige den Stoff soweit hatte, wie er ihren Vorstellungen entsprach. Sieht man sich das fertige Ergebnis an, kann man dieser Aussage kaum trauen, denn wenn „Paris kann warten“ eines nicht hat, dann ist dies eine komplexe Geschichte.

Im Grunde ist die Geschichte absolut vorhersehbar, doch neben der 90-minütigen Autofahrt nach Paris verwundert es beinahe noch mehr, dass selbst die Figuren absolut oberflächlich entwickelt sind. Auf der einen Seite haben wir den dauergestressten Produzenten der sich über 12€ für eine Flasche Wasser im Hotel aufregt, auf der anderen die recht ruhige Frau, deren einzige Aufgabe bisher die eigene Tochter gewesen ist, die nun aber das Haus verlassen hat. Während Anne nun also recht gelangweilt erscheint, entspricht die Figur des Jacques der des typischen Franzosen, der verführerisch sein Land präsentiert und dabei in jeder Stadt eine Geliebte zu haben scheint.

Paris kann wartenDies alles wäre nicht so schlimm wenn „Paris kann warten“ etwas interessantes zu erzählen hätte, doch wo dem Werk jedwede Dramatik zu fehlen scheint, plätschert auch die Autofahrt weitestgehend so dahin. Im Grunde ist der Film eine Liebeserklärung ans wunderschöne Frankreich, denn neben diversen alten Gebäuden und Sehenswürdigkeiten werden uns in erster Linie eine Vielzahl von Restaurants gezeigt, in denen die schönsten Speisen in aller Seelenruhe verzehrt werden. Das Anne in ihrer Freizeit auch noch Hobbyfotografin ist, wird hier beinahe im Minutentakt unterstrichen, denn neben zahlreichen Außenaufnahmen, wird jedes einzelne Gericht in Großaufnahme festgehalten, was natürlich auch im Film noch einmal entsprechend präsentiert wird.

Natürlich hat „Paris kann warten“ zweifelsohne eine romantische Seite, denn mit jeder Speise, jedem Restaurant und jedem Glas Wein kommen sich die zwei etwas näher. Während Arnaud Viard (Carole Matthieu) wunderbar gekonnt den verführerischen Franzosen abgeben darf, lässt sich Diane Lane (Alles steht Kopf) auf dieses Spiel ein, ohne allerdings mit ihren Qualitäten vergangener Filme zu glänzen. Erwähnenswert erscheint dagegen die Bildsprache von Kamerafrau Crystel Fournier, die in erster Linie eine Vielzahl von sehr warmen und farbenfrohen Bildern gekonnt vereint.

Das Regiedebüt von Eleanor Coppola ist in erster Linie eine 90-minütige Liebeserklärung an das Land Frankreich, was allerdings recht eindimensional und zuweilen auch ermüdend für den Zuschauer aufbereitet wurde. Ein Reiseführer dürfte wesentlich spannender sein.

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Wir vergeben daher 5 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Tobis

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Paris kann warten

Länge: 92 min

Kategorie: Comedy, Drama, Romance

Start: 13.07.2017

cinetastic.de Filmwertung: (5/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 92 min
Kategorie: Comedy, Drama, Romance
Start: 13.07.2017

Bewertung Film: (5/10)

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