cinetastic.de - Living in the Cinema

Dalida

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 31. Juli 2017

Dalida

Mit mehr als 2000 geschriebenen Songs und rund 150 Mio. verkauften Tonträgern war Dalida zweifelsohne über mehrere Jahrzehnte hinweg ein Star in vielen Ländern. Mit dem zweistündigen Biopic „Dalida“ wird nun ihr turbulentes Leben in einen vergleichsweise kleinen Rahmen gepresst, denn um über fünfzig Jahre abzubilden, hetzt Regisseurin Lisa Azuelos förmlich durch ihren eigenen Film.

DalidaKairo im Jahre 1933: Die kleine Iolanda Gigliotti hatte bereits recht früh mit Vorurteilen und Hänseleien zu kämpfen, denn durch ein Augenleiden fristete sie ein Leben als Außenseiterin unter Gleichaltrigen. Erst als die Brille nach einigen Jahren nicht mehr nötig war und Iolanda eine der schönsten Frauen des Landes wurde, begann ihr Leben andere Formen anzunehmen. Fortan war sie unter dem Namen Dalida (Sveva Alviti) bekannt, schrieb unzählige Lieder und heiratete Lucien Morisse (Jean-Paul Rouve), den Leiter des Privatradiosenders Europe 1.

Es folgen turbulente Ehejahre, bei denen jedwede Romantik verloren geht, zahlreiche Affären, aber auch einige Selbstmordversuche. Als Dalida ein Kind von einem zwölf Jahre jüngeren Mann erwartet und sie sich für eine Abtreibung entscheidet, scheint sich ihr Leben einem neuen Tiefpunkt zuzubewegen, welcher schließlich mit dem Tod im Jahre 1987 ein Ende findet.

DalidaDas Leben der erfolgreichen französisch-italienischen Sängerin Dalida war ein Auf und Ab. Dass es erst jetzt zu einer Verfilmung des turbulenten Lebens kommt, erscheint beinahe ein wenig verwunderlich. Regisseurin Lisa Azuelos (LOL – Laughing Out Loud) orientierte sich für „Dalida“ an der einzigen offiziellen Biografie von Catherine Rihoit und Bruno Gigliotti, musste dabei aber den Wunsch von Bruno Gigliotti akzeptieren, dass dieser das letzte Wort beim Drehbuch habe.

Letzteres ist verhalten ausgefallen, denn obwohl Lisa Azuelos ihren fast dreistündigen Film fürs Kino auf 127 Minuten kürzen musste, versucht sie dennoch alle Etappen des turbulenten Lebens anzusprechen und zumindest im Ansatz zu beurteilen. Herausgekommen ist nicht weniger als eine Mammutaufgabe, denn um rund 50 Jahre unterzubringen, muss man zweifelsohne ein ordentliches Tempo vorlegen. Eben dies gestaltet sich auch als eigentliches Problem der Inszenierung, denn Lisa Azuelos fliegt förmlich durch ihren eigenen Film, ohne sich die nötige Zeit zu nehmen, Dinge zu hinterfragen, geschweige denn zu bewerten.

DalidaInsbesondere die Kindheit und die Verhaftung des eigenen Vaters wird in nur wenigen Minuten abgehandelt, obwohl genau darauf im späteren Verlauf viele Entscheidungen zurückzuführen sind. Dadurch muss sich der Zuschauer Zusammenhänge denken, Mutmaßungen anstellen, um für wieder anderes selbständig Erklärungen zu finden. Insbesondere bei den zahlreichen Liebschaften und den unzähligen Selbstmordversuchen Dalidas stellt sich das alsbald als ein kleines Problem heraus, denn anstatt diese Symptome zu hinterfragen, was durchaus Dalida in einem negativen Licht hätte erscheinen lassen können, wird darüber geflissentlich hinweggegangen.

Was bleibt, sind unzählige Etappen eines aufregenden Lebens, eine nachvollziehbare Depression, aber auch die Erkenntnis, dass wir es hier mit einem der größten Stars der damaligen Zeit zu tun haben. Besonders interessant erscheinen dabei die Wandlungen in den einzelnen Jahrzehnten, denn hatte Dalida anfangs ihr Publikum nur mit Balladen bedient, zeigte sie später, dass sie auch traurige Lieder zum Erfolg bringen konnte, sowie auch später unter Einsatz von Elektromusik, in der Disco-Ära.

Für Schauspielerin Sveva Alviti (Cam Girl) war „Dalida“ die erste große Rolle, die sie mit Bravour bewältigte. Die geborene Italienerin hat für ihre Rolle extra noch Französisch gelernt, was man innerhalb des Films zumindest nicht erkennen konnte. Zweifelsohne eine sehenswerte Performance, die nun hoffentlich ihre Karriere in Schwung bringen wird.

Musikalisch wird in „Dalida“ eine große Auswahl der damaligen Hits wiedergegeben, die stets passend eingespielt werden. Von „Ciao, Ciao, Bambina“, „Am Tag, als der Regen kam“, „Besame mucho“, „Laissez-moi danser“, „Parole, Parole“ oder „Gigi L’Amoroso“ sind beinahe alle wichtigen Stücke zu hören, wodurch sich für ältere Zuschauer sofort ein Wiedererkennungseffekt der damaligen Zeit einstellen wird.

Mit „Dalida“ ist Lisa Azuelos ein interessantes Biopic gelungen, bei dem leider die einzelnen Etappen etwas zu schnell abgehandelt werden. Trotz der 127 Minuten Laufzeit fliegt Azuelos förmlich durch das Leben der berühmten Musikerin.

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: NFP, Luc Roux

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Mit Facebook Anmelden um zu Posten!

Anmelden
Dalida

Länge: 127 min

Kategorie: Biography, Drama, Music

Start: 10.08.2017

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Leser Filmwertung: (0,0/10)

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10

Film bewerten!

Gewinnspiele

Gewinne Kinokarten, BluRays, DVDs,
Fan Packages und mehr!

Gleich mitmachen

Info

Dalida

Dalida

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 127 min
Kategorie: Biography, Drama, Music
Start: 10.08.2017

Bewertung Film: (6/10)

  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1
  • 1

Leser Filmwertung: (0,0/10)

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10

Film bewerten