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Begabt – Die Gleichung eines Lebens

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 13. Juni 2017

Begabt - Die Gleichung eines Lebens

Nicht jeder gut bezahlte Schauspieler folgt zwangsläufig dem Ruf des Geldes, was einmal mehr Marvel-Superstar Chris Evans in seinem neuesten Projekt beweist. Im nur 7 Mio. US-Dollar teuren „Begabt – Die Gleichung eines Lebens“ versucht er als Ziehvater eines hochbegabten Kindes vor Gericht zu bestehen, was insbesondere in den USA hervorragend beim Publikum angekommen ist.

Begabt - Die Gleichung eines LebensAls ehemaliger Professor für Philosophie hat sich Frank (Chris Evans) mit den großen Fragen der Menschheit beschäftigt, doch seit dem Tode seiner Schwester hat dieser nun ganz andere Aufgaben zu bewältigen. Er kümmert sich stattdessen um die aufgeweckte siebenjährige Mary (Mckenna Grace), die den Tod ihrer Mutter halbwegs verkraftet hat und in ihrem Onkel nun ihren neuen Ziehvater sieht. Bereits am ersten Schultag beeindruckt Mary ihre Klassenlehrerin Bonnie (Jenny Slate) mit dem Lösen von hochkomplexen Rechenaufgaben, woraufhin diese sofort Frank davon berichten muss.

Dieser ist vom Zahlenverständnis seiner Nichte weniger überrascht, doch anstatt diese gezielt zu fördern, möchte er ihr lieber ein ganz normales Leben abseits des Trubels ermöglichen, war doch seinerzeit seine eigene Schwester daran zerbrochen. Leider sieht das Marys Großmutter Evelyn (Lindsey Duncan) völlig anders, woraufhin die Frage des Sorgerechts kurzerhand vor Gericht diskutiert werden muss.

Begabt - Die Gleichung eines LebensIn den Vereinigten Staaten ist das Interesse an hochbegabten Kindern ungebrochen, testen doch recht viele Eltern bereits frühzeitig den IQ ihres Kindes, um diesen mit einer gezielten Förderung ein besseres Leben zu ermöglichen. Nicht anders lässt sich der Erfolg von „Begabt – Die Gleichung eines Lebens“ erklären, bei dem Regisseur Marc Webb (The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro) bei einem sehr übersichtlichen Budget von nur 7 Mio. US-Dollar das Drehbuch von Tom Flynn (Watch It) verfilmte, das wiederum eine doch sehr lineare Geschichte präsentiert.

Selbige ist nämlich alles andere als komplex ausgefallen, denn Flynn präsentiert dem Zuschauer eine recht einseitige Dramaturgie, die sich im Grunde aus den Beweggründen zweier Figuren ableitet. Ziehvater Frank hat erfahren, was Druck mit seiner Schwester angerichtet hat, und möchte eben dieses Schicksal von seiner Nichte fernhalten, Franks Großmutter dagegen pocht auf eine gezielte Förderung, damit Mary jenes mathematische Problem der Menschheit lösen kann, welches ihre Mutter seinerzeit in den Suizid trieb.

Begabt - Die Gleichung eines LebensDabei prallen vor allem zwei Welten aufeinander, denn wo der Zuschauer Marys gelangweilten Gesichtsausdruck in der Schule und die spätere Freude beim Studieren von hochkomplexen mathematischen Berechnungen zuhause sieht, merkt man dieser doch durchaus auch an, dass sie an ganz normalen Dingen ihre Freude haben kann. Die Frage des Sorgerechts wird natürlich recht berechenbar vor Gericht ausgetragen, wo typische Genreelemente genutzt werden, um schließlich doch noch auf ein versöhnliches Finale zuzusteuern.

Dabei bleibt allerdings eine Frage zumeist außen vor, denn während sich Frank und Evelyn um das Sorgerecht von Mary streiten, fragt niemand das Kind, was dieses überhaupt will. Viel zu spät wird dieser elementaren Frage nachgegangen, wodurch „Begabt – Die Gleichung eines Lebens“ recht einseitig und vor allem unvollständig wirkt. Unter dem Einsatz von sehr viel Musik versucht man diese erzählerischen Schwächen zumeist zu übergehen, woran nicht nur Chris Evans (Captain America) immer wieder scheitert, sondern zugleich Lindsey Duncan (Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln), deren Figur als selbstsüchtiges Etwas aufgebaut wird, die sich nur um das eigene Wohl sorgt. Lichtblick bei alledem ist die kleine Mckenna Grace (Mr. Church), die mit ihrer aufgeweckten und fröhlichen Art für so manchen Lacher sorgt und ein ums andere Mal die Erwachsenen an der Nase herumführen kann.

„Begabt – Die Gleichung eines Lebens“ ist ein recht eindimensionales Drama über ein hochbegabtes Kind, das mit Hilfe bekannter Genreelemente grundsätzliche Fragestellungen außer Acht lässt.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: 20th Century Fox

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Begabt - Die Gleichung eines Lebens

Länge: 101 min

Kategorie: Drama

Start: 13.07.2017

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Begabt - Die Gleichung eines Lebens

Begabt – Die Gleichung eines Lebens

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 101 min
Kategorie: Drama
Start: 13.07.2017

Bewertung Film: (6/10)

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