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Der wunderbare Garten der Bella Brown

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 28. Mai 2017

Der wunderbare Garten der Bella Brown

In steter Regelmäßigkeit wird man mit verschrobenen Charakteren konfrontiert, die jeder für sich unausstehlich sind, einander aber brauchen und dann irgendwann einmal auch aus sich herauskommen können. In „Der wunderbare Garten der Bella Brown“ geht dieses Rezept abermals auf, wenn vor einer blumigen Kulisse von einer jungen Dame erzählt wird, die zweifelsohne an die Figur der Amélie Poulin erinnert.

Der wunderbare Garten der Bella BrownDie etwa 20-jährige Bella Brown (Jessica Brown Findlay) ist in einem Waisenhaus aufgewachsen, eine echte Ordnungsfanatikerin und arbeitet nun in einer Bibliothek, wo sie mit einer sonderbaren Chefin konfrontiert wird. Ihre Wohnung ist in jeder Hinsicht geordnet, doch eines Tages klopft der Hausverwalter an ihre Tür. Ihr Nachbar Alfie Stevenson (Tom Wilkinson) hat sich nämlich über ihren verwilderten Garten beschwert, woraufhin Bella nur vier Wochen bleiben, eben diesen wieder auf Vordermann zu bringen.

Während sie ihr Möglichstes versucht diesem wieder etwas Struktur zu verleihen, treten zwei weitere Männer in ihr Leben. Auf der einen Seite bietet sie dem irischen Koch Vernon (Andrew Scott) und dessen beiden Töchtern Unterschlupf, auf der anderen empfindet sie Zuneigung zum seltsamen Erfinder Billy (Jeremy Irvine), der sie beinahe täglich in der Bibliothek besucht.

Der wunderbare Garten der Bella BrownBetrachtet man rein den Titel des Filmes, so erinnert „Der wunderbare Garten der Bella Brown“ zweifelsohne an Jean-Pierre Jeunets „Die fabelhafte Welt der Amélie“. Doch nicht nur der Titel offenbart Gemeinsamkeiten, auch die im Mittelpunkt stehende Figur der Bella, die durchaus Ähnlichkeiten mit der verschrobenen Amélie Poulin aufweist. Wer jetzt aber denkt, dass Regisseur und Drehbuchautor Simon Aboud (Comes a Bright Day) eine reine Kopie angefertigt hat, der wird eines besseren belehrt.

„Der wunderbare Garten der Bella Brown“ ist eine Art Märchen voller unmöglicher Figuren. Da haben wir die kleine Bella, die nicht mit Menschen interagieren kann, sich aber gleichzeitig in den völlig gegensätzlichen Erfinder Billy verliebt. Da haben wir den Koch Vernon, der kurzerhand in Bellas Küche einzieht, und wir haben nicht zuletzt mit Alfie einen älteren Eigenbrötler, den im Grunde niemand leiden kann und der sich seine Mitmenschen mit kleinen Gemeinheiten vom Leib zu halten versucht.

Der wunderbare Garten der Bella BrownWie in vielen anderen ganz ähnlichen Werken prallen mit Bella und Alfie zwei komplett gegensätzliche Charaktere aufeinander, die sich trotz anfänglicher Startschwierigkeiten aber schon bald gegenseitig ergänzen, sodass beinahe so etwas wie Freundschaft entstehen wird. Beeindruckend erscheint dabei der Prozess der Veränderung bei Bella, die anfangs mit Menschen nicht umgehen kann und die Ordnung liebt, die im späteren Verlauf allerdings auch lernt, dass im Chaos auch Ordnung zu finden ist. Besonders deutlich wird dies, wenn sie zum ersten Mal den Garten ihres Nachbarn besucht, der voll mit Blumen aus den unterschiedlichsten Ländern dessen ganzer Stolz ist.

Kameramann Mike Eley fängt diesen Augenblick aus den Augen von Bella ein, wenn der Blick langsam über die verschiedensten Blumen wandert, die warmen Farben in aller Deutlichkeit hervorstechen und sie zum ersten Mal erkennen muss, dass ein Garten nichts Schlimmes ist, sondern durchaus angenehme Vorzüge beinhalten kann. Der nun folgende Prozess erinnert an den Wissenstransfer des alten weisen Ausbilders an seinen Schüler, wenn Bella sich im Garten quält und an ihrer Seite Alfie sitzt, der in gut verständlichen Worten die Feinheiten der Gartenarbeit erklärt, dabei aber auch erfahren muss, wie schön es sein kann, einen Menschen an seiner Seite zu haben.

Natürlich ist der weitere Verlauf recht vorhersehbar, natürlich werden die bekannten Klischees bedient und dennoch versteht es „Der wunderbare Garten der Bella Brown“, den Zuschauer mit seiner warmen und herzlichen zu Art gewinnen. Neben den gelungenen Bildkompositionen und der dezenten Klavieruntermalung vermag vor allem das Zusammenspiel von Jessica Brown Findlay (Downton Abbey) und Tom Wilkinson (Grand Budapest Hotel) zu gefallen, die gekonnt ihr Dasein als Außenseiter transportieren und dennoch mit feinen Nuancen den Prozess abbilden, wie sich beide als Nachbarn einander annähern und schon bald mit ihren jeweiligen Fähigkeiten ergänzen.

Regisseur und Drehbuchautor Simon Aboud präsentiert mit „Der wunderbare Garten der Bella Brown“ keinen ganz und gar neuen Film, aber einen der mit seinen bekannten Elementen kurzweilig zu unterhalten versteht.

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Der wunderbare Garten der Bella Brown

Länge: 100 min

Kategorie: Comedy, Drama, Fantasy

Start: 15.06.2017

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Der wunderbare Garten der Bella Brown

Der wunderbare Garten der Bella Brown

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 100 min
Kategorie: Comedy, Drama, Fantasy
Start: 15.06.2017

Bewertung Film: (6/10)

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