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Gold

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 6. April 2017

Gold

Was waren das noch für Zeiten, als der Westen der USA langsam entdeckt und erobert wurde, die Eisenbahn die Strecke in Richtung Ozean baute und unermessliche Reichtümer aus Goldminen ganze Städte entstehen ließ. In Stephen Gaghans Film „Gold“ ist von dieser Aufbruchsstimmung eher weniger zu sehen, denn dieser beschäftigt sich mit einem der größten Schwindel, die sich im letzten Jahrhundert zugetragen haben.

GoldNevada, am Ende der 1980er Jahre: Der Goldgräber Kenny Wells (Matthew McConaughey) hat das Unternehmen seines Großvaters heruntergewirtschaftet, denn wo dieser seinerzeit noch riesige Büroräume im Zentrum der Stadt sein eigen nennen konnte, versucht Kenny nun seine Geschäfte von der Bar aus zu führen. Die Banken wollen ihm nicht mehr zuhören, Geldgeber sind von potentiellen Minen nicht überzeugt, woraufhin Kenny eines Tages nach einer durchzechten Nacht eine Eingebung hat. In seinem Traum sieht er einen unglaublichen Goldschatz irgendwo im indonesischen Dschungel, woraufhin er nur wenige Tage später aufzubrechen gedenkt.

Der Schmuck der eigenen Frau wird schnell zu Geld gemacht, ein Ticket nach Indonesien gebucht, wo er auf den abgebrannten Abenteurer und Geologen Michael Acosta (Édgar Ramírez) trifft. Beide begeben sich tief in den Dschungel, gehen verschiedensten Hinweisen nach und stoßen tatsächlich auf eine lukrative Goldader, die das Leben aller nachweislich verändern soll. Während Kenny mit Ruhm und Geld kaum umzugehen weiß, lauern die Geier der Wall Street bereits, um einen lukrativen Deal mit diesem abschließen zu dürfen.

GoldFür Regisseur Stephen Gaghan (Alamo – Der Traum, das Schicksal, die Legende) ist „Gold“ erst die dritte Regiearbeit, ist Gaghan doch vornehmlich als Drehbuchautor bekannt, bekam dieser doch im Jahre 2001 einen Oscar für „Traffic – Die Macht des Kartells“. Im Falle von „Gold“ vertraute dieser auf die Arbeit der Drehbuchautoren Patrick Massett (The Blacklist) und John Zinman (Friday Night Lights), die wiederrum eine wahre Geschichte als Basis nahmen, die sich im Jahre 1988 zugetragen haben soll.

Der Wahrheitsgehalt eben dieser Geschichte sollte allerdings mit Vorsicht genossen werden, denn sieht man einmal von dem Betrug an sich ab, ist doch der Großteil frei erfunden. Eben dies soll allerdings nicht einmal negativ angekreidet werden, denn Stephen Gaghan ist mit „Gold“ ein interessantes, wenn gleich auch nicht in allen Belangen überzeugendes Drama gelungen. Das Hauptproblem dieser Inszenierung ist einfach, dass es für Gaghan und seine Drehbuchautoren nur den Weg nach oben gibt. Rückschläge kennt man nicht, die Protagonisten erfahren einfach ein Wunder nach dem anderen, wodurch alles im Laufe der Zeit zu glatt und zu einfallslos wirkt.

GoldDas zweite ganz elementare Problem ist, dass sich Gaghan einfach nicht entscheiden kann, welches Genre er nun zu bedienen versucht. Wir haben einen hoffnungslosen Alkoholiker der nichts im Leben erreicht hat, was zweifelsohne ein Drama ist. Dann haben wir die Suche nach Gold im Indonesischen Dschungel was man in den Bereich Abenteuer einordnen könnte und dann haben wir den Teil an der Wall Street, was dann doch eher in den Bereich Finanz-Satire fallen würde. Gaghan dagegen kann sich einfach nicht festlegen, pendelt munter wild umher, wodurch alles recht unausgegoren und unentschlossen wirkt.

Sieht man von dieser Kritik einmal ab, so entpuppt sich „Gold“ zwar als sehr berechenbarer, dennoch aber auch als recht interessanter Film, der hauptsächlich von seinem Hauptdarsteller getragen wird. Matthew McConaughey (Interstellar) hat hier wieder einmal körperlich alles gegeben, denn dieser legte nicht nur um rund 25Kg Gewicht zu, sondern gab mit Halbglatze auch einen recht abgehalfterten Goldgräber, dem nichts mehr so recht gelingen will. Das Problem an seiner Figur war dann letzten Endes leider nur, dass diese so unglaublich unsympathisch angelegt war, dass man als Zuschauer kaum Sympathie empfand. Insofern war es gegen Ende auch recht egal, ob die Geschichte gut oder weniger gut ausgehen würde, da man sowieso niemanden so wirklich die Daumen gedrückt hat.

Für seine dritte Regiearbeit wählt Stephen Gaghan eine wahre Geschichte, die sich so leider nur im Ansatz zugetragen hat. Obwohl „Gold“ durchaus interessante Momente besitzt und maßgeblich von Matthew McConaughey getragen wird, kommt er kaum über das Mittelmaß hinaus.

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Wir vergeben daher 6 von 10 Filmpunkten.

Copyright: Studiocanal

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Gold

Länge: 120 min

Kategorie: Adventure, Drama, Thriller

Start: 13.04.2017

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 120 min
Kategorie: Adventure, Drama, Thriller
Start: 13.04.2017

Bewertung Film: (6/10)

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