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Churchill

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 18. April 2017

Churchill

Winston Churchill gilt als einer der bedeutendsten britischen Staatsmänner des 20. Jahrhunderts, der nicht nur zahlreiche Regierungsämter bekleidete, sondern im Jahre 1953 sogar den Nobelpreis für Literatur erhielt. Filmemacher Jonathan Teplitzky widmete sich diesem einmaligen Mann, indem er die letzten Tage vor dem D-Day in den Mittelpunkt rückt, an denen Churchill folgenschwere Entscheidungen zu treffen hatte.

ChurchillIm Juni des Jahres 1944: Der britische Premierminister Winston Churchill (Brian Cox) steht vor einer epochalen Entscheidung, denn mit einem Großaufgebot versuchen die Alliierten einen letzten finalen Schlag zu vollziehen, um Hitler bei seinem Blitzkrieg aufzuhalten. Während General Eisenhower die Operation Overlord bis ins kleinste Detail geplant hat, plagen Churchill ernste Zweifel. Ist das Bündnis wirklich stark genug um gegen Nazi-Deutschland zu bestehen? Was ist wenn die Operation negativ ausfallen sollte und wie wird man ihn in Erinnerung behalten? Quälende Fragen gegen die selbst seine Frau Clementine (Miranda Richardson) machtlos zu sein scheint, woraufhin letzten Endes sogar Churchills Ehe vor dem Wendepunkt stehen soll.

Über Winston Churchill und dessen lebhafte Karriere wurden bereits unzählige Filme gedreht, eine Vielzahl von Dokumentationen widmeten sich den einzelnen Lebensabschnitten, mit „Churchill“ versucht man nun die letzten vier Tage vor dem D-Day aufzubereiten, wo natürlich die inneren Konflikte Churchills im Fokus stehen sollen. Regisseur Jonathan Teplitzky (The Railway Man – Die Liebe seines Lebens) vertraute dabei auf das Drehbuch von Alex von Tunzelmann (Die Medici: Herrscher von Florenz), der sich weitestgehend an überlieferten realen Ereignissen orientierte.

ChurchillIm Fokus der Geschichte stehen somit die letzten vier Tage vor dem D-Day, jener Operation Overlord, bei dem die Alliierten erstmalig einen vernichtenden Schlag gegen Nazi-Deutschland ausführen konnten, wodurch Hitlers Blitzkrieg nicht nur gestoppt, sondern sogar zum Rückzug bewegt werden konnte. Schon damals war Winston Churchill stolze 69 Jahre alt, wodurch nicht nur das eigene Leben in den Mittelpunkt rückt, sondern ebenso die Frage, woran sich die Bevölkerung erinnern wird.

Die Frage nach dem Vermächtnis soll hier ausschlaggebend sein, denn von Selbstzweifeln geplagt sieht sich Churchill stets Situationen aus dem Ersten Weltkrieg gegenüber, bei denen ebenso viele Kameraden den Tod fanden. Churchill möchte nicht für 150.000 tote Briten verantwortlich sein, gleichzeitig versucht er das Bündnis mit den Alliierten bestmöglich einzuhalten, obwohl er als Verteidigungsminister nur noch bedingt etwas zu sagen hat. Churchill mischt sich überall ein, versucht die Operation zu verschieben, betet gar zu Gott, um sich Regen für einen weiteren Tag Aufschub zu wünschen.

ChurchillDabei rückt gleichzeitig mehr und mehr das private Leben in den Mittelpunkt, denn je mehr Churchill die eigenen Selbstzweifel quälen, desto unausstehlicher wird dieser nicht nur zu seinen engsten Mitarbeitern und Vertrauten, sondern sogar zu seiner Frau, die stets mit guten und vor allem diplomatischen Ratschlägen zur Seite stand. Konflikte kochen hoch, eine Ehe scheint dem Brechen nahe zu sein, wodurch wiederrum neue Probleme entstehen.

Obwohl all dies alles andere als spannend aufbereitet ist, sind diese letzten Tage vor allem im historischen Kontext recht interessant gehalten. Für Hauptdarsteller Brian Cox (R.E.D. 2 – Noch Älter. Härter. Besser.) ist die Figur des egozentrischen Churchill wie auf den Leib geschrieben, denn wenn man diesen fluchend in seinem Zimmer sieht, er später die Gespräche mit Eisenhower sucht oder gar beim Frühstück vor Wut das Geschirr zu Boden wirft, ist der innere Zwiespalt stets zu spüren. An seiner Seite kann aber auch Miranda Richardson (Muppets Most Wanted) als dessen Ehefrau überzeugen, die mit ruhiger Mine die Eigenarten ihres Mannes hinzunehmen versucht und dabei stets das Beste für alle im Sinne hat.

Filmemacher Jonathan Teplitzky versucht den Fokus auf die letzten Tage vor dem D-Day zu legen, an denen Winston Churchill innerlich zerrissen ist. Was durch Brian Cox wunderbar herübergebracht wird, hat inhaltlich nicht unbedingt viel Spannung zu bieten.

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Copyright: Universum Film

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Churchill

Länge: 98 min

Kategorie: Biography, Drama, Thriller

Start: 25.05.2017

cinetastic.de Filmwertung: (6/10)

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Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 98 min
Kategorie: Biography, Drama, Thriller
Start: 25.05.2017

Bewertung Film: (6/10)

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